Ein Bewenden haben

Liebe Experten,

bin gerade über diesen Satz hier gestolpert:

Gleichwohl mag die Sache auch ohne neuen Plan ihr Bewenden haben.
[NB: beim ‚Plan‘ geht es um einen Bauplan der hätte nachgereicht werden sollen]

Nun habe ich allerdings das Gefühl, dass mit dem Ausdruck „sein Bewenden haben“ etwas nicht stimmt. Kann jemand das bestätigen und vielleicht korrigieren?

Die Wortherkunft hab ich bei Grimm schon nachgeschaut, wenn jemand grad noch andere Quellen hat, wär ich froh.

Herzlichen Dank!
Y.-

Hallo Yseult,

jetzt wollte ich grad mit dem Kluge/Götze ergänzen und habe zu meiner Überraschung dort nichts gefunden…

Der Wahrig führt, übereinstimmend mit meiner Sprechgewohnheit, nur die positive Formulierung „damit soll es sein Bewenden haben“ an.

Mir scheint, dass es das zwar systematisch richtig formulierte, aber ganz unübliche „ohne“ in dem von Dir zitierten Satz ist, das beim Lesen holpert. Es kommt bei solchen idiomatischen Wendungen schon vor, dass sie nicht beliebig, auch nicht nach gültigen Regeln, in anderen Zusammenhang gesetzt werden können:

„ein Ritter mit Furcht und Tadel“?
„die Nachricht hat mich, wenig überraschend, aus drohend bewölktem Himmel getroffen“?
„es reicht völlig aus, wenn Sie mich verzüglich informieren“?

Schöne Grüße

MM

Hallo, Yseult,
ich zitiere mal den „Pfeiffer“ (Etymologisches Wörterbuch des Deutschen): bewenden Vb. Das Präfixverb ahd. biwenten (9.Jh.). mhd bewenden ‚ab-, umwenden, zu Ende kommen, verwandeln‘ erfährt eine starke Einschränkung seines Gebrauchs. Es gibt allmählich seine flektierten Formen auf letzte Reste zeigen sich vereinzelt bis zum beginnenden 19. Jh.) und begegnet nur noch in der infinitivischen oder substantivierten Wendung _es bei etw. bewenden lassen ‚es gut sein lassen‘, sein Bewenden haben ‚abgetan, erledigt sein‘. Entsprechend verliert sich das zugehörige ‚bewandt‘ Part.adj. ‚beschaffen, gelegen‘. Das davon abgeleitete Substantiv ‚Bewandtnis‘ f. ‚Beschaffenheit, Lage‘ (16.Jh.) bleibt dagegen in der Fügung seine Bewandtnis haben erhalten.

Ich denke, dass die von Dir vorgestellte Formulierung korrekt ist und damit möge es sein Bewenden haben.

Grüße
Eckard_