Hallo Raiko!
„Hat“ man Ostern jemals verstanden?
Muss man es nicht, solang man lebt, immer von vorn, bzw. immer tiefer verstehen?
Trauern ist nicht das letzte und bleibende.
Aber ohne Trauern kommt das Letzte und Bleibende nicht, glaube ich.
Gruß,
Peter
Hi,
darf ein Christ, der „Ostern verstanden hat“, nicht mehr trauern?
Soll das bedeuten, wir jubeln und freuen uns, wenn ein geliebter Mensch gestorben ist?
Ich habe zwar schon viel von den Perversitäten in der Geschichte des Christentums gehört, aber das wäre so etwa die Krönung.
Ich trauere als Christ doch nicht deswegen, weil der Verstorbene jetzt angeblich bei Gott ist, sondern ich trauere aus dem menschlichen Gefühl heraus, einen geliebten Menschen verloren zu haben, der jetzt nicht mehr bei mir ist. Vielleicht wäre es noch ein Trost zu wissen, dass er bei Gott ist, aber traurig bin ich auf jeden Fall.
darf ein Christ, der „Ostern verstanden hat“, nicht mehr
trauern?
Soll das bedeuten, wir jubeln und freuen uns, wenn ein
geliebter Mensch gestorben ist?
Ich habe zwar schon viel von den Perversitäten in der
Geschichte des Christentums gehört, aber das wäre so etwa die
Krönung.
Ich habe gehört, das auf Karibik-Inseln (jamaica …) bei Begräbnissen der Schwarzen eher Jazz usw. als getragene Lieder (wie bei uns) gespielt werden.
Falls das stimmt: Sind die Leute pervers ?
Ich trauere als Christ doch nicht deswegen, weil der
Verstorbene jetzt angeblich bei Gott ist, sondern ich trauere
aus dem menschlichen Gefühl heraus, einen geliebten Menschen
verloren zu haben, der jetzt nicht mehr bei mir ist.
Vielleicht wäre es noch ein Trost zu wissen, dass er bei Gott
ist, aber traurig bin ich auf jeden Fall.
vor ein paar Monaten hörte ich einen Theologen und Seelsorger
sagen:
„Ein Christ, der nicht trauern kann, ist ein gefühlloses
Monster.“
Ein Mensch…würde ich sagen
Ich setze dem entgegen:
„Ein Christ, der trauert, hat im Grunde von Ostern nicht viel
verstanden.“
ach - womit bewiesen wäre, dass alles mit links verarbeitet
wird, wenn man Christ ist??? War ja Gotteswille…
Beide Aussagen sind sehr zugespitzt, aber mich würde trotzdem
Eure Meinung interessieren.
Mich würde interessieren, ob DU überhaupt weisst, worüber du
da sprichst. Hast DU schon einen geliebten Mensch verloren?
Allerdings habe ich mit meinen relativ jungen Jahren schon mehrfach geliebte Menschen auf ihrem Weg aus dieser Welt in die liebende jenseitige Umarmung Gottes begleiten dürfen: Mit 16 Jahren meinen Vater, mit 19 Jahren meinen Großvater und mit 22 Jahren meine Großmutter - nur gestehe ich ein, daß ich zu KEINEM Zeitpunkt Verlust empfunden habe, weil ich „meine Vorausgegangenen“ auch als „stets in meiner Nähe befindlich“ wahrnehme.
Über diese familiären Beispiele hinaus habe während meines Studiums auch bei „fremden“ Menschen freiwillig Sterbebegleitung geleistet.
Also in aller Deutlichkeit: ICH WEISS, WOVON ICH SPRECHE !!
Hi,
darf ein Christ, der „Ostern verstanden hat“, nicht mehr
trauern?
Soll das bedeuten, wir jubeln und freuen uns, wenn ein
geliebter Mensch gestorben ist?
Ich habe zwar schon viel von den Perversitäten in der
Geschichte des Christentums gehört, aber das wäre so etwa die
Krönung.
Ich trauere als Christ doch nicht deswegen, weil der
Verstorbene jetzt angeblich bei Gott ist, sondern ich trauere
aus dem menschlichen Gefühl heraus, einen geliebten Menschen
verloren zu haben, der jetzt nicht mehr bei mir ist.
Vielleicht wäre es noch ein Trost zu wissen, dass er bei Gott
ist, aber traurig bin ich auf jeden Fall.
Ich spreche keinem Menschen diese Traurigkeit ab, nur ist es dann eben weniger die Trauer „um das nicht mehr da sein des geliebten Menschen“, sondern mehr „ein Selbstmitleid über das eigene Zurückbleiben im Hier und Jetzt“.
„Hat“ man Ostern jemals verstanden?
Muss man es nicht, solang man lebt, immer von vorn, bzw. immer
tiefer verstehen?
Das tiefe Geheimnis des Osterereignisses ist und bleibt mit den Mitteln der Vernunft unergründlich, aber ich glaube schon, daß ein Liebender es in seinem Herzen verstehen kann. Natürlich bleibt das Verstehen der göttlichen Liebe immer ein Prozeß.
Trauern ist nicht das letzte und bleibende.
Aber ohne Trauern kommt das Letzte und Bleibende nicht, glaube
ich.
Für das Kommen des Letzten und Bleibenden halte ich persönlich das Lieben und Mitfühlen für entscheidender als das Trauern.
Ich spreche auch niemanden das Recht auf Trauer ab, nur ist es nach meinen Erfahrungen viel mehr ein „Fertig-Werden mit dem eigenen vorläufigen Zurückbleiben“ als eine emotionale Zuwendung mit Blick auf den Verstorbenen.
Die Verstorbenen weiß ich geborgen in der liebenden Gegenwart Gottes, weshalb mein Mitgefühl den Angehörigen gilt.
Nicht: „Es tut mir leid“, sondern: „Du tust mir leid (in deinem Übrigbleiben)“ - ist meine Empfindung, wenn ich eine Witwe beim Begräbnis ihres Mannes umarme und tröste.
vor ein paar Monaten hörte ich einen Theologen und Seelsorger
sagen:
„Ein Christ, der nicht trauern kann, ist ein gefühlloses
Monster.“
Ein Mensch…würde ich sagen
Ich setze dem entgegen:
„Ein Christ, der trauert, hat im Grunde von Ostern nicht viel
verstanden.“
ach - womit bewiesen wäre, dass alles mit links verarbeitet
wird, wenn man Christ ist??? War ja Gotteswille…
Beide Aussagen sind sehr zugespitzt, aber mich würde trotzdem
Eure Meinung interessieren.
Mich würde interessieren, ob DU überhaupt weisst, worüber du
da sprichst. Hast DU schon einen geliebten Mensch verloren?
Allerdings habe ich mit meinen relativ jungen Jahren schon
mehrfach geliebte Menschen auf ihrem Weg aus dieser Welt in
die liebende jenseitige Umarmung Gottes begleiten dürfen: Mit
16 Jahren meinen Vater, mit 19 Jahren meinen Großvater und mit
22 Jahren meine Großmutter - nur gestehe ich ein, daß ich zu
KEINEM Zeitpunkt Verlust empfunden habe,
dann schätze dich glücklich Raiko
weil ich „meine
Vorausgegangenen“ auch als „stets in meiner Nähe befindlich“
wahrnehme.
Das eine schliesst das andere nicht aus
„Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. Du allein wirdst Sterne haben, die lachen können“ (Antoine de Saint Exupéry - Der Kleine Prinz)
Über diese familiären Beispiele hinaus habe während meines
Studiums auch bei „fremden“ Menschen freiwillig
Sterbebegleitung geleistet.
Also in aller Deutlichkeit: ICH WEISS, WOVON ICH SPRECHE !!
Deshalb brauchst aber nicht zu schreien
Habe ich es etwa getan?
Gruss
Cabochon
Ich habe gehört, das auf Karibik-Inseln (jamaica …) bei
Begräbnissen der Schwarzen eher Jazz usw. als getragene Lieder
(wie bei uns) gespielt werden.
Falls das stimmt: Sind diese Leute pervers ?
Wieso sollte das pervers sein???
In unserer Kultur wird Trauer oft nur mit Traurigkeit verbunden, aber das muss ja (auch innerhalb des Christentums-wo steht geschrieben, das NUR „traurig getrauert“ werden muss??) nicht unbedingt so sein.
Die Trauernden stehen hier im Vordergund (so wie das Raiko auch schreibt von seinen Erfahrungen) und werden durch die Musik und die nachfolgenden Festlichkeiten getröstet, fühlen sich geborgen in der Gemeinschaft und werden daran erinnert, das das Leben weiter gehen muss.
Nun, vielleicht kennst Du bisher auch noch keine anderen kulturelle Traditionen,flieg doch mal selber hin (das Leben ist dort wahrlich nicht teuer-und die Menschen unvorstellbar gastfreundlich.-
lieber Francesco, ich kann JEDES EINZELNE wort das du schriebst unterstreichen. wunderbar wie du das sagst!!, herzlichsten dank!
ich bin entsetzt, über diese verhärtung von Coach, dieses meinen- nicht mehr mensch sein zu dürfen, sobald man christ sei!
Jesus WEINTE auch um Lazarus!!!
und dutzende von menschen in der bibel weinten um ihre verstorbene angehörigen!! aber auch um anderes kann man weinen. in der begriffskonkordanz zur bibel (von H:L:wilmingten) kann man 77 einträge mit "…weinte/trauerte/schrie um… " nachlesen!
wer nicht weinen/trauern kann, kann auch nicht richtig und von HERZEN lachen. er kann nicht mitfühlen, nicht liebend andere tragen und ertragen.
Coach, deine behauptung, dass das weinen um den verlust eines verstorbenen nur mitleid mit sich selber sei, das ist das liebloseste , was ich je hörte!!
ein mensch der dazustehen kann, dass er leidet unter eineem verlust, der beweist, dass er noch lebendig ist!!
mfG lydia h.
ps noch etwas zu dem „schreien im netz“ die grossbuchstaben können aber auch, wie ich es hier auch tat, als hervorhebung/betonung eines wortes benutz werden. ich glaube aber, dass der leser diesen unterschied schon herausspürt. in dem falle von coach empfand ich dies aber auch eindeutig als sehr lautes anschreien, zumal es ja nicht nur einzelne worte in grossbuchstaben waren, sondern ein ganzer satz! aus welchem ich übrigens sogar ein innerer schrei- nach diesem verlorenen trauern zu können- zu spüren/hören glaube.
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cabochon nicht coach , sorry!
sorry cabochon, dass ich deinen namen nicht richtig schrieb, ich konnte nicht mehr nachschauen, sonst hätte ich den eintrag neu verfassen müssen, wenn ich auf zurück geklickt hätte. also mit coach meinte ich natürlcih cabochon.