(ein)flößen

Hallo!
Ich meine mit „flößen“ nicht den Transport von Baumstämmen auf einem Fluss, sondern möchte wissen, ob man „flößen“ im Sinne von „eine Flüssigkeit in etwas/durch etwas praktizieren“, auch ohne „ein“ benutzen kann oder ob das strikt verboten ist :smile: Habe leider kein Wörterbuch zur Hand.

Gruß,
Eva

Hallo Eva,

Habe leider kein Wörterbuch zur Hand.

warum in die Ferne schweifen, wenn der Duden ist so nah? ;o)

Und der kennt unter diesem Eintrag nur die Sache mit den Baumstämmen: http://www.duden-suche.de/suche/trefferliste.php

Beste Grüße

=^…^=

Hi
einflößen:
flößen (zu: fließen): fließend machen, schwemmen, übergießen.
Holz flößen daher eigentlich: Holz schwimmend machen (vloezen)
Verwandte Wörter: Flosse, Floß, Flößer, fließen
lg O

… wenn der Duden ist so nah? ;o):

Liebes Kätzchen … der Rechtschreibung … kringeln sich gerade die Fußnägel hoch … es dichtet die Dichtung …
Lachende Grüße, Sonja

Hallo, Eva,
wie willst Du dass denn machen „Er flößte ihm Furcht.“ hört sich unvollständig an.
Sicher erkennst Du, dass dieses „flößen“ mit „fließen“ zu tun hat.
Der „Kluge“ schreibt:
einflößen Vsw Std. (13.Jh) mhd. vloezen in. Kausativ zu einfließen (s. Einfluß) also eigentlich „einfließen lassen“ von Flüssigkeiten, dann auch von abstrakten Dingen (Furcht, Respekt).

Also „flößen“ ohne ein geht nur mit Baumstämmen :smile:

Übrigens das Verb „einfließen“ (von Einfluß) ist erst seit dem 18.Jh. belegt.

Gruß
Eckard

Noch etwas aus dem Kluge:

flößen² Vsw „fließen lassen“ per. arch. (13.Jh.) […] Kausativ zu fließen, also „fließen machen, schwimmen machen“. Modern praktisch nur noch in einflößen.

Das dürfte dann die Sache klären.
Gruß
Eckard

Hallo Sonja,

was ist das Problem?

Jeder wird doch wohl selbsttätig das Wort ‚flößen‘ eingeben können; er erhält dann folgendes Ergebnis: 1. flö|ßen [mhd. vlœen, vlœtzen = fließen machen] : 1. a) Baumstämme als →Flöße …

Anders lässt es sich für Nichtabonnenten leider nicht verlinken.

Und vor einer solchen Frage einen ersten Blick in den Duden zu werfen, schadet nie … ;o)

Beste Grüße

=^…^=

Da habt ihr mir was eingeflößt :smile:
Hallo!
Aber klar doch habe ich bei duden.de nachgeschaut, aber wie ihr selbst zugebt, für Nichtabonnenten kommt nur die absolute Basisinformation, und gerade daran war ich nicht interessiert, das wusste ich schon.
Ich wollte wissen, ob dieses Wort noch Geheimnisse birgt. Zitat: " Modern praktisch nur noch in einflößen." Daraus folgt, früher konnte man es auch anders verwenden?

Mein Kontext: „Sie flößte einen Teil ihrer Essenz durch das warme Fell des Tierchens, breitete sich in dem kleinen Körper aus, um …“ Es handelt sich um florfeine, fast ätherische Essenz, und ich möchte die Assoziation bewirken, dass dieses ätherische Wesen ein bisschen prokeln muss, um dieses Bisschen seiner Essenz durch die Poren in den Körper zu kriegen. „fließen lassen“, „einsickern lassen“ u.ä. ist zu passiv, denn es steht ein sehr zielstrebiger Wille dahinter. "Dieses „flößen“ hat so was von „fädeln“, letzteres brauche ich dann aber später noch. Na ja, nicht so wichtig. Ich bin noch im Versuchsstadium :wink:

Gruß,
Eva

Grins ; )

Hallo Sonja,

was ist das Problem?..
=^…^=:

War doch nur ein kleiner Spaß auf dein „… wenn der Duden ist so nah? ;o):“
Wenn der Duden so nah ist …
Alles klar? : ) Sonja

Re: Da habt ihr mir was eingeflößt :smile:
Hallo,

Ich wollte wissen, ob dieses Wort noch Geheimnisse birgt.
Zitat: " Modern praktisch
nur noch in einflößen." Daraus folgt,
früher konnte man es auch anders verwenden?

ja, siehe z. B. Goethe:

Vertraun und Sorge flößen sie zugleich
In meinen Geist, der gern sich unterwirft.
(Tasso http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=899&kapitel=12…)

… allein die Sonne ging wieder
Herrlicher auf als je und flößte mir Mut in die Seele
(Hermann und Dorothea http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfg…)

Gruß
Kreszenz

Hallo,

War doch nur ein kleiner Spaß auf dein „… wenn der Duden ist
so nah? ;o):“
Wenn der Duden so nah ist …

man kann das - statt als lustigen Satzbaufehler - auch als Abwandlung des (angeblichen Goethe-*)Zitats ansehen: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?

(*im Original:
Willst du immer weiter schweifen?
Sieh, das Gute liegt so nah.
)

Gruß
Kreszenz

N´Abend auch,

wie schon gesagt, ist flößen das Kausativum zu fließen.
Wie in anderen Beispielen:
fällen zu fallen
schwemmen zu schwimmen
wägen zu wiegen
tränken zu trinken
säugen zu saugen
usw.
Die Kausativa merkt man manchmal nicht:
wie hängen zu hängen (hier zu merken an der Partizipform: etwas hat gehangen, man hat aber etwas aufgehängt).
Einige Kausativa verschwinden auch wieder aus der Sprache; so klingt flößen ungewohnt.
Ebenso ist es bei wiegen. Mit einer Waage wägt man, obwohl ich immer wieder höre, man würde damit wiegen. Die Waage wiegt zwar auch etwas, aber beim Benutzen wägt man.

Bleibt mir gewogen,
der Vieux

Hallo Kreszenz,

man kann das - statt als lustigen Satzbaufehler - auch als
Abwandlung des (angeblichen Goethe-*)Zitats ansehen:
Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so
nah?

ja, machmal überkommt es mich einfach … ;o)

Beste Grüße

=^…^=

Hallo,

ja, machmal überkommt es mich einfach … ;o)

Dito :wink:

Aber was hast Du damit angerichtet: Einer armen Leserin die Fußnägel hochgekringelt! *tsts*

Gruß
Kreszenz

Re: Da habt ihr mir was eingeflößt :smile:
Hallo Eva,

tja, dass es alterthümlich sein soll, ist schon eine Information, die Du uns nicht unterschlagen solltest! ;o)

Für solche Fälle empfiehlt sich das gute alte Grimm’sche Wörterbuch, welches auch online und für Nichtabonnenten zu haben ist.

In diesem Fall: http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbu…

Beste Grüße

=^…^=

Wie immer -

  • ganz lieben Dank für euren Input. Ich bin geholfen :wink:))

Grüßle,
Eva