folgendes „Problem“ loeste heute im Kollegenkreis ziemliche
Ratlosigkeit aus: Sohnemann muss fuer den Deutschunterricht
„die Faelle“ lernen. Mutter gibt ihm einen beliebigen
Zeitungstext zum Ueben. Der Kleine prueft also die Substantive
in dem Text durch: Fragt man „wer“, „wessen“, „wen“ oder „wem“?
Dann geraet er an den Satz: „Im Dorf steht eine Kirche.“ Und
stellt fest: Huch - beim Dorf passt eigentlich nur die Frage
„wo?“!
Jetzt ist er so ratlos wie wir: Ist das nun ein fuenfter Fall?
Sowas wie’n Lokativ, falls es das gibt? Oder kann man
schlichtweg nicht jedem Substantiv einen Fall zuordnen?
Das ist vermutlich eine dumme Frage, aber unsere Schulzeit -
und damit die bewusste Beschaeftigung mit deutscher Grammatik -
ist schon seeeehr lange her.
im Deutschen nur vier Fälle; im Polnischen haben wir z. B. sieben, darunter auch den Lokativ von Dir erwähnten, die dazu gehörige Frage lautet allerdings ‚über wen/was (spreche ich)‘.
Außerdem glaube ich, daß Ihr da ein paar Sachen durcheinanderbringt:
a) OK, sowohl die Kirche als auch das Dorf sind Substantive, aber
b) Subjekt ist in diesem Satz ‚die Kirche‘ und schließlich
c) ‚im Dorf‘ ist in diesem Satz eine Lokaladverbiale (also ein Satzglied).
den Lokativ gibt es wirklich, in Latein. Im deutschen dürfte es sich aber wohl um die Frage „in wem oder was“ handeln, also um den Dativ handeln. Aber ich bin beiliebe kein Grammatik-Experte.
folgendes „Problem“ loeste heute im Kollegenkreis ziemliche
Ratlosigkeit aus: Sohnemann muss fuer den Deutschunterricht
„die Faelle“ lernen. Mutter gibt ihm einen beliebigen
Zeitungstext zum Ueben. Der Kleine prueft also die Substantive
in dem Text durch: Fragt man „wer“, „wessen“, „wen“ oder
„wem“?
Der erste Fall (Nominativ) kann auch mit „wer oder was“ abgefragt werden.
Dann geraet er an den Satz: „Im Dorf steht eine Kirche.“ Und
stellt fest: Huch - beim Dorf passt eigentlich nur die Frage
„wo?“!
im Fall der „Kirche“ stimmen wir dir voll zu: das ist der
Nominativ. Das „Dorf“ ist es, das uns Kopfzerbrechen macht.
Diesem verflixten Substantiv koennen wir einfach keinen Fall
zuordnen.
Was fuer ein Fall ist es nur, wenn die Fragen wer, was, wessen,
wen und wem nicht greifen, sondern einzig und allein *wo*?
die „Lokaladverbiale“ war das Stichwort. Jetzt sehen wir
klarer. Manchmal bin ich wirklich froh, schon so alt zu sein,
dass ich so ein Zeug nimmer unbedingt wissen muss.
Ich hab jetzt ein Link zu einem Grammaktik-Grundkurs an meine
Kollegen verteilt. Zur Auffrischung. Damit wir uns vor den
Kindern nicht mehr so fuerchterlich blamieren. http://home.pfaffenhofen.de/schyren-gym/gramm/
Hallo, Edith,
auch wenn’s mittlerweile schon klar ist …
Von rechts wegen müßte man den Satz ja erst mal auf richtige Länge bringen: „In dem Dorf steht …“
und damit fällt es einem (wem?) wie Schuppen aus den Haaren (wem?): das ist dem Dativ sein Fall
… haben gleich 16 davon (dafür aber keine Präpositionen).
Das sind aber wohl eher die Suffixe einer agglutinierenden Sprache, die sehr viel einfacher und logischer aufgebaut sind als die „echten“ Fälle unserer Flexion.
Ich glaube nicht, daß die 16 schwieriger sind als die polnischen 7, im Gegenteil.
… haben gleich 16 davon (dafür aber keine Präpositionen).
Das sind aber wohl eher die Suffixe einer agglutinierenden
Sprache, die sehr viel einfacher und logischer aufgebaut sind
als die „echten“ Fälle unserer Flexion.
Ich glaube nicht, daß die 16 schwieriger sind als die
polnischen 7, im Gegenteil.
Danke für den Link. Es sind 15 Fälle. Zwar gibt es doch etliche Ausnahmeregeln und einige unregelmäßige Wörter (hier lag ich falsch), aber im Großen und Ganzen gilt die Regel: Eine Endung für einen Fall, eine eineindeutige Zuordnung (hier lag ich richtig).
Ich habe das Ganze nur überflogen, aber ich würde glaube ich immer noch lieber finnisch als polnisch lernen (rein aufgrund dieses Aspektes natürlich!).