Ein Gefühl von 'Ableben'

Hallo
Wußte nicht so recht wie ich die Überschrift verfassen sollte.
Und zwar folgendes Problem: Ich bin 36 Jahre alt, nicht so super Gesund, aber auch nicht „Sterbenskrank“… So kleine „Weh-Wehchen“ hat man halt im Laufe der Zeit bekommen.

Nun habe ich seit längerer Zeit immer so ein „Gefühl von Ableben“, wenn ich Nachts zu Bett gehe. Das ist ein wirklich sonderbares Gefühl, das ich denke das ich jetzt sterben würde.
Wenn ich das selber lese merke ich erstmal, wie schwer das ist das zu umschreiben, was ich fast jede Nacht „durchmache“. Ich bekomme plötzlich eine Riesenangst, dann staut sich in mir eine Art „Druck“ auf und dann denke ich „Gleich ists vorbei“…
Wie gesagt, ohne das wirklich etwas vorliegt oder ich irgendwelche Schmerzen habe (bis auf Rückenschmerzen, Sehnenscheid und was so bei harter Körperlicher Arbeit so dazu kommt).
Was mich daran eigentlich am meisten fertig macht ist der von mir verlorene Glaube an das „Leben nach dem Tod“, der meiner Meinung nach ein wenig „Selbstbeschiss“ ist um nicht so viel Angst vor den Tod zu haben… Aber irgendwie spüre ich, das da nix mehr nach kommt und DAS macht mich dabei wirklich fertig. Einfach „Peng“ und dann ist nix mehr. Alles was man im Leben aufgebaut hat oder irgendwie wichtig ist, ist nichts mehr wert. Ein wirklich furchtbares Gefühl.

Ist das vielleicht irgendeine „Vorahnung“ und kann/soll ich was dagegen tun?

Vielleicht hat ja jemand eine Idee

Gruß
Andreas

Lieber Andreas
MIt diesem Gefühl bist du nicht allein. Wir Menschen verdrängen im allgemeinen dieses schmerzliche Gefühl, dass wir sterben müssen. Ein wenig Serotonin im Kopf hilft uns dabei wohl, diesen Schmerz, diese Art Deprimiertheit, zu verdrängen.
Trotzdem sollte man dies auch als eine Art Depression begreifen und daher konstruktiv damit umgehen, z.B. indem man eine Therapie deswegen beginnt.
Meistens hilft einem das.
Es grüßt dich
Branden

Ich
bekomme plötzlich eine Riesenangst, dann staut sich in mir
eine Art „Druck“ auf und dann denke ich „Gleich ists vorbei“…

Bist Du dabei wach und die Gedanken fangen an zu kreisen oder schläfst/träumst Du und wachst „schweißgebadet“ auf?

Also letzteres, nämlich dass ich regelmaäßig träumte ich würde sterben, bis hin dass ich glaubte mein Herz habe aufgehört zu schlagen, mein Köper würde sich auflösen, ich würde in ein dunkles Nichts stürzen etc. und bei denen ich dann schreiend aufwachte, ließen sich bei mir auf Schlafapnöe zurückführen.

Nasentropfen und eine „Aufbissschiene“ haben mir sehr dabei geholfen.

Gruß,

Hallo
Nein, nein, es ist schon „vor“ dem einschlafen…
Nicht mal wenn ich so „schlaftrunken“ bin, sondern auch mal, wenn ich sozusagen bei „vollem Bewusstsein“ bin …

Hi,

Nein, nein, es ist schon „vor“ dem einschlafen…
Nicht mal wenn ich so „schlaftrunken“ bin, sondern auch mal,
wenn ich sozusagen bei „vollem Bewusstsein“ bin …

Nunja, ob das - wie Branden sagt - an einem zu niedrigen Serotonin-Spiegel liegt, kann ich nicht beurteilen.

Allerdings ist es - denke ich - für (beinahe) jeden erschreckend, wenn er realisiert, dass er irgendwann einmal den letzten Atemzug machen wird, ja machen muss. Besonders wenn man Nachts im dunklen Bett liegt und die Gedanken sich intensiv mit diesem Thema beschäftigen.

Da hilft IMHO nur Verdrängung oder ein starker Glaube an ein Leben nach dem Tod (was ja auch nur Verdrängung ist).

Gruß,

Hallo an dich,

interessante Frage die sicher alle betrifft die das lesen und auch nicht lesen und die auch mich beschäftigt und noch nicht gelöst habe, dazu habe ich u.a einiges von Epikur gehört u.a. folgendes (zitat:
Ziel des Lebens ist die absolute Lust, die durch Abwesenheit von körperlichem Leid und durch eine Seele, die frei von Furcht, also ausgeglichen ist, entsteht.

Der Körper will nur:

,Nicht hungern, nicht dürsten, nicht frieren."

Die Seele will:

,Nicht Angst haben."

Dieses Ziel darf der Mensch nie aus dem Blick verlieren, vor allem muß er jede seiner Handlungen sorgfältig abwägen, da bloße Sinnenlüste keinen wirklichen Schmerz beseitigen können, aber durchaus seine Ursache sein können. Deshalb muß man auch oft verzichten, manchmal sogar momentanen Schmerz in Kauf nehmen, um später einen größeren Lustgewinn zu erreichen.
Wie ist dieses Ziel nun zu erreichen?
Die Abwesenheit körperlichen Leides ist für Epikur kein besonderes Problem: die Intensität von Schmerz ist immer antiproportional zu dessen Dauer; das macht ihn nicht nur erträglich, dieses Bewußtsein sorgt auch dafür, daß Schmerz für die Glückseligkeit bedeutungslos wird.

,Den glückseligen Tag feiernd und zugleich als letzten meines Lebens vollendend schreibe ich euch dies: ihn begleiten Blasen- und Darmkoliken, die keine Steigerung zulassen. Doch all dem widersetzt sich die Freude meines Herzens über die Erinnerung an die von uns abgeschlossenen Erörterungen…" Epikur

Schwieriger wird es mit der Ausgeglichenheit der Seele. Sie ist zu erreichen durch die Befreiung von der Furcht vor dem Tod und den Göttern, was durch das Studium der Natur zu erreichen ist und die Befreiung von nichtigen Bedürfnissen; dies gelingt durch philosophische Einsicht.
Erstrebenswert sind für Epikur in erster Linie nur die Dinge, die zur Erfüllung unserer grundlegenden Bedürfnisse dienen. Diese sind aber leicht zu erreichen, so daß sie uns keine Schwierigkeiten machen. Alles was darüber hinausgeht, ist für unser Glück nicht von Bedeutung:

,Den Menschen nutzt der naturwidrige Reichtum ebensowenig wie das Nachfüllen von Wasser in ein schon gefülltes Gefäß, denn offenbar fließt beides wieder nach außen ab." Epikur

Epikur empfiehlt also ein genügsames Leben, der Mensch soll unabhängig von äußeren Einflüssen werden . So ist auch sein Ausspruch:

,Lebe im Verborgenen!"

zu deuten.
Ist die Glückseligkeit einmal erreicht, lebt der Mensch wie Zeus selbst; ihre Qualität wird von ihrer Dauer nicht beeinflußt. Sie ist der Höhepunkt des Lebens, der Mensch ist vollkommen von ihr erfüllt und hat keine Wünsche mehr; er kann dann ruhig sterben

vermutlich ist es insgesamt eine frage der wahrnehmung, der sicht auf die Dinge und das Leben die den Umgang mit dem bevorstehéndem Tod besser gelingen lässt, denn dieser ist nun mal unausweichlich .-))

Evtl ist es auch eine Frage der Persönlichkeitsstruktur ob das gut oder icht so gut gelingt, aber da kenne ich mich leider nicht so gut aus .-((

viele liebe grüße MC

Du solltest jeder sollte mehr an das Leben vor dem Tode glauben.

Hallo Andreas,

Also zunächst mal,eine Vorahnung ist das bestimmt nicht.
Deine Angst wird den Tod nicht herbeiführen.
Denk man drüber nach,welche Lebensängste du nachts ins Bett transportierst.Wenn dein Körper zur Ruhe kommt,und der Geist nicht mehr abgelenkt werden kann,kommt das hoch,was deine Seele wirklich beschäftigt.

Alles was man im Leben
aufgebaut hat oder irgendwie wichtig ist, ist nichts mehr
wert.

Sieh doch mal in deinem Leben nach,ob das was du dir aufgebaut hast,dir wirklich wichtig und von Wert ist.Oder ob da Entscheidendes fehlt.Egal ob Epikur oder Serotononspiegel,es meint beides das Gleiche. Das Glück im Innern ist der stärkste Gegner der Angst.
Und lass dir u.U. helfen. Kann ja sein,dass du am Beginn eines bedeutsamen Prozesses stehst.

grüsse
Heidi

Hi,

Aber irgendwie spüre ich, das da
nix mehr nach kommt und DAS macht mich dabei wirklich fertig.
Einfach „Peng“ und dann ist nix mehr.

Vielleicht tröstet Dich dieser Text:
http://www.re-wi.de/Epikur.htm

Gruß,

Anja

Hallo Andreas,

ich halte das nicht für eine Vorahnung, würde aber aus zwei Gründen trotzdem einen Hausarzt meines Vertrauens aufsuchen:

  1. Ich finde es etwas komisch, dass diese Angst nur in einer Situation kommt und würde darum einem Arzt das Problem schildern und ihn/sie bitten, körperliche Ursachen, die Panikattacken auslösen könnten (Herz/Schilddrüse/usw.) auszuschließen.
  2. Wenn diese Untersuchung nichts ergibt, weißt Du wenigstens auf sachlicher Ebene das alles körperlich okay ist und kannst Dich dann ganz auf die „spirituelle“ Ebene konzentriere.

Viel Erfolg, hoffentlich geht es Dir bald wieder besser!

Sieh doch mal in deinem Leben nach,ob das was du dir aufgebaut
hast,dir wirklich wichtig und von Wert ist.Oder ob da
Entscheidendes fehlt

Hallo
Das ist ja gerade die Sache. Ich habe im Leben überhaupt nichts aufgebaut oder geschafft. Wenn ich Tod bin, wird sich wohl nach einer Woche niemand mehr an mich erinnern.
Als ewiger Aussenseiter hatte ich keinerlei Freunde. Später hatte ich dann auch kein Interesse mehr dran mich mit irgendwelchen einzulassen.
Dennoch hätte ich gerne etwas „hinterlassen“, das man sich an mich erinnert…

Hallo Andreas,

Das ist ja gerade die Sache. Ich habe im Leben überhaupt
nichts aufgebaut oder geschafft. Wenn ich Tod bin, wird sich
wohl nach einer Woche niemand mehr an mich erinnern.

Demzufolge gibt es dann aber auch nichts, was anschließend deiner Ausssage nach seinen Wert verliert.

Als ewiger Aussenseiter hatte ich keinerlei Freunde. Später
hatte ich dann auch kein Interesse mehr dran mich mit
irgendwelchen einzulassen.
Dennoch hätte ich gerne etwas „hinterlassen“, das man sich an
mich erinnert…

Wenn deine Furcht ist, daß eben diese Dinge durch das Ableben nichts mehr wert sind, so wären sie doch nichts, was ein anlaufwürdiges Ziel ausmacht.

Meiner Auffassung nach ist deine Furcht deshalb unbeeinflußt davon, was und wieviel du dir im Leben aufgebaut und erworben hast.

Noch so ein Gedanke:
Der Kenntnisstand der Wissenschaft ist, in der Gesamtheit betrachtet, mit ziemlicher Sicherheit auch heute noch parktisch = 0.
Wann ist überhaupt vor, zwischen, nach? Letztendlich weiß ich nicht eimal, ob das, was ich wahrnehme, überhaupt wahr ist. Scheinbar wider den Verstand, galten diese Fragestellungen leicht als unsinnig, wer sie anspricht, macht sich angreifbar. Dennoch ist es ein alter Hut, daß der Verstand des Menschen ein begrenztes Fassungsvermögen hat und solltest du dich nicht voreilig allzu sehr fürchten.

Gruß,
RV

Hallo Andreas,

Als ewiger Aussenseiter hatte ich keinerlei Freunde. Später
hatte ich dann auch kein Interesse mehr dran mich mit
irgendwelchen einzulassen.
Dennoch hätte ich gerne etwas „hinterlassen“, das man sich an
mich erinnert…

so eine Aussage kann ein 80jähriger machen,in der Zwischenzeit sollte man anderen Dingen seine Aufmerksamkeit schenken.
Ich verstehe nicht…du wünschst dir,dass du jemandem wichtig bist.
Aber du wünschst es dir nach dem Tod.Wieso nicht vorher?
Nicht vorstellbar? Du solltest dich auf die Socken machen und deinem Leben eine Wendung verpassen.Ob Therapie oder raus aus der sozialen Isolation,irgendwas wirst du machen müssen.Ich glaube,deine Todesängste wollen dich darauf aufmerksam machen,dass du dich für völlig bedeutungslos hältst.Das stimmt aber nicht.Niemand ist bedeutungslos.Vielleicht ist es ja nur eine vorübergehende Sinnkrise,aber so ein schlechtes Selbstbild geht auf Dauer gar nicht.

grüsse
Heidi

Hallo Andreas,

dann fange jetzt an daran etwas zu ändern. Öffne dich deinen Mitmenschen. Ich weiß, das ist nicht einfach. Aber wenn der Wunsch in dir ist wirst du das auch schaffen.

Gruß

Samira

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