Der Spruch „Es werden wohl noch zehntausend Jahre ins Land gehen, und das Märchen vom Jesus Christus wird immer noch dafür sorgen, dass keiner so richtig zu Verstande kommt“ wird in mehreren Zitatsammlungen im Internet Goethe zugeschrieben, unter anderem bei Wikiquote. Ich habe das Zitat aber selber noch nicht in Goethes Werk gefunden - und auch noch nirgendwo anders einen Hinweis.
Goethe hat sich in seinen Dichtungen hin und wieder des Kreuzes bedient und dabei auf Schwachstellen und Angriffspunkte im Christentum aufmerksam gemacht. „Willst du mir zum Gotte machen, solch ein Jammerbild am Holze!“ fragt er in den „Venezianischen Epigrammen“ und im „Divan“. Mit dem Fundament des Christentums, der Theologie des Gottessohns und Erlösers, dem „Märchen von Christus“, konnte er sich nie befreunden und noch weniger mit dem leidigen Marterholz. Laut Goethe war dies „das Widerwärtigste unter der Sonne“, das kein vernünftiger Mensch auszugraben und aufzupflanzen bemüht sein sollte. Das war ein Werk für eine bigotte Kaiserin-Mutter; wir sollte uns schämen, ihre Schleppe zu tragen…". - „Es werden wohl noch zehntausend Jahre ins Land gehen, und das Märchen vom Jesus Christus wird immer noch dafür sorgen, dass keiner so richtig zu Verstande kommt.“
Ansonsten frag mal hier unter Kontakt oder Pressearbeit nach
in einem Brief an Johann Gottfried Herder vom 4. September 1788.
Der volle Wortlaut ist übrigens bei der von Dir genannten Quelle nicht wiedergegeben:
Es bleibt wahr: das Märchen von Christus ist Ursache, daß die Welt noch 10000 Jahre stehen kann und niemand recht zu Verstand kommt, weil es ebenso viel Kraft des Wissens, des Verstandes, des Begriffs braucht, um es zu verteidigen als es zu bestreiten.