Ein hypothetischer Fall

Ich schreibe an einer Geschichte für einen Literaturwettbewerb. Sie handelt von einem Jungen, der fest davon überzeugt ist, sein bisheriges Leben in einer Art Fantasymittelalter verbracht zu haben, aus der er dann plötzlich in unsere Welt versetzt wurde.
Nun meine Fragen: Kommt soetwas (als psychische Störung) vor? Wie wird in so einem Fall behandelt? Ist es möglich, den Jungen von der „Realität“ zu überzeugen? Wie wahrscheinlich ist das? Könnte er sich an seine tatsächliche Vergangenheit erinnern, oder hätte er weiterhin nur seine Mittelalter-Erinnerungen, bzw. womöglich sogar beides?

Danke schonmal, Discordia

Hallo Discordia
Abgesehen, dass es ja bekanntlich nichts gibt, was es nicht gibt, ist dieser von Dir konstruierte Fall doch recht unrealistisch. Damit stehst Du aber in guter Tradition mit den meisten Autoren:wink:.
Was Du beschreibst, ähnelt noch am ehesten einer Psychose, und iese sind dann leider meiustens schwer zu beeinflussen bzw. zu heilen.An Deiner Stelle würde ich ja dann fast eher versuchen, die Story als durch und durch Phantasy-Story zu konzipieren und auf alle realitischen Psycho-Auflöungen ganz zu verzichten.
Natürlich gibt es Meister wie Stephen King oder als Filmemacher David Lynch, aber da darf man auch nicht allzu kritisch sein (Beispiel „Mulholland Drive“ von D. Lynch - spannend gemacht, toll fotografiert, aber völlig unlogisch ziwschen Psychiatrie und Phantasy zusammengewürfelt.).
Gruß, Branden

Ich schreibe an einer Geschichte für einen
Literaturwettbewerb. Sie handelt von einem Jungen, der fest
davon überzeugt ist, sein bisheriges Leben in einer Art
Fantasymittelalter verbracht zu haben, aus der er dann
plötzlich in unsere Welt versetzt wurde.

Hmm, die Geschichte ist der BtVS-Episode „Normal again“ (Season 6, Episode 117) ähnlich: Buffy wird von einem Dämon vergiftet und halluziniert, sie sei in einer Psychiatrie, ihre Eltern lebten und ihr Leben als Jägerin sei nur Ausdruck einer Psychose. Nur, daß Buffy natürlich wirklich die Jägerin ist und Dein Junge in Wirklichkeit psychotisch. Obwohl: So ganz sicher waren wir uns am Ende der Episode ja nicht, ob Buffy nicht doch in der Psychiatrie sitzt. Wie auch immer - Sarah spielte natürlich phantastisch.

http://www.tvtome.com/tvtome/servlet/GuidePageServle…

Übrigens läuft ihr neuer Film in den USA prima an:

http://www.buffy.nu/article.php3?id_article=7121

Noch ´was Fachliches zum Dessert: Ich habe in den letzten zwei Wochen jetzt 3 Psychotiker gesehen. Keiner hatte dermaßen ausgeprägte Wahnvorstellungen und Halluzinationen, wie Du sie beschreibst. Bei Schizophrenie sind szenische Halluzinationen eher selten, beim Alkoholdelir häufiger. Bei Schizophrenie dominieren akustische Halluzinationen (Stimmen: u.a. imperative, dialogisierende, kommentierende), auch wenn Halluzinationen in allen Sinnesmodalitäten vorkommen können. Wahnvorstellungen sind durch Gespräche nicht veränderbar (Zitat Psychiaterin: Wahn = „personaler unkorrigierbarer Irrtum“, personal: wird nur durch die Person selbst so vertreten) und können in den floriden Phasen der Störung ein komplexes System annehmen. Behandelt wird symptomatisch mit hoch- und niederpotenten Antipsychotika, z.B. Haloperidol (klassisches hochpotentes Antipsychotikum), Risperdal (atypisches Antipsychotikum), Zyprexa (atypisches Antipsychotikum).

Weiteres / näheres:

http://people.freenet.de/oliverwalter/Psychologie/Ps…

Achtung! Psychosen stellen eine große und uneinheitliche Gruppe dar. Schizophrene Psychosen bilden darin eine Untergruppe.

Grüße,

Oliver Walter