Ein Jahr lang Husten seit Keuchhusten

Hallo,

Ich weis eine Ferndiagnose ist immer schwierig, ja eigntlich unmöglich, aber vielleicht kommt es ja doch zu dem ein oder anderen Denkanstoß.

Vor etwa einem Jahr hatte ich starken Husten und starken Leistungsabfall beim Sport. Der Arzt wies damals per Bluttest Keuchhusten nach und verschrieb Antibiotika zur vorbeugung einer Infektion. Nachdem die Symptome nach 12 Wochen nicht weg waren, ging ich zu einem Lungefacharzt. Er führte in der folgenden Zeit alle möglichen Tests durch, überwies mich zum HNO und zum Kardiologen, verschrieb Protonenpumpenhämmer und machte zuletzt eine Bronchioskopie. Alles blieb ohne Befund, bis auf die Feststellung das die Bronchien wohl leichte entzündliche Veränderungen zeigen. Er verschrieb mir Cortison zum inhalieren und empfahl mir eine Einnahme über 8 Wochen und sportliche Betätigung.

Vor kurzem hatte ich dann eine Erkältung, die mich echt aus den Latschen geworfen hat, wobei ich normalerweise wenig empfindlich darauf reagiere und die Personen aus meiner Umgebung alle völlig gesund blieben. Nach der Erkältung war ich wundersamerweise fast eine Woche beschwerdefrei, allerding änderte sich die auch nach dieser Zeit wieder.

Was ist sonst noch zu sagen?

  • Sport fällt mir nicht so schwer wie früher und auch nicht so wie mein Husten klingt
  • Der Reiz ist nicht immer da, jedoch hauptsächlich zum Abend. Sobald er einmal da war bleibt er auch erstmal eine Weile, meist in verbindung mit dem Gefühl der erschwerten Atmung
  • Starkes Ausatmen verursacht teilweise eine „röhriges“ Geräusch
  • ich bin seit 3 Jahren Nichtraucher
    -…und achja ich bin 23

Habt ihr noch Ideen was ich machen könnte? Ich bin es nach einem Jahr nun echt richtig Leid.

liebe Grüße
F.

hallo! Ich kann dir da nur zu einem andern LungenFachArzt raten.
Oder mal zur gründlichen Untersuchung in eine Klinik einweisen lassen.
Mit kommen deine Beschwerden sehr nach COPD vor. Das würde von einem Zweiten Arzt
Untersuchen lassen.
Mehr kann ich dir nicht sagen, bin ja auch nur COPD Patient und kein Fachmann.
Ich wünsche dir alles Gute und dass du bald eine genauere Diagnose erhältst.
Gute Besserung LG Walter Ries

Hallo,erstmal Gute Besserung!!
Ich bin selbst MTA bei einem Lungenfacharzt und versuche Ihnen so gut wie möglich zu helfen.
Dazu habe ich aber noch ein paar Fragen:
Nehmen Sie derzeit ein Lungenspray?Wie heißt es?Wie ist der Lungenarzt mit Ihnen nun verblieben?
Haben Sie Allergien oder irgendetwas Neues in Ihrem Umfeld,z.B. Tiere,Pflanzen,Zimmerbrunnen etc?
Haben Sie Husten auch tagsüber,oder meist nachts?Mit Auswurf?Auch Schnupfen,Augentränen dabei?

Also,ich denke der Keuchhusten ist nicht mehr der Grund für für Problematik.Er kann zwar schon ein halbes Jahr andauern,aber ich denke,das dürfte schon überschritten sein,oder?Ggf. könnte man den Titer nochmal überprüfen.
Haben Sie denn Sodbrennen?Wurde es hei Einnahme der Protonenpumpenhemmer besser?Und nehmen Sie Blutdruckmittel ein?Wie heißt es?
Entschuldigung,dass ich heute erstmal so viele Fragen stelle…
mfg Tatjana

Hallo!
Das Bronchialsystem neigt leider nach überstandenem akuten Infekt oft zur vermehrten Empfindlichkeit und Chronifizierung von Beschwerden. Es macht dann nicht allzu viel Sinn nach einer genauen Ursache zu forschen, sondern es ist dann besser vor allem mit physikalischen Massnahmen die Bronchien wieder zu beruhigen.
Nach jahrelangen leidvollen Erfahrungen mit den eigenen Atemwegen, haben sich bei mir folgende Maßnahmen als hilfreich bewährt.

1.Kühle, feuchte und frische Luft

Da eine Entzündung der Atemwege vorliegt, wird kühle, feuchte und frische Luft als lindernd empfunden. Meistens schläft man warm eingepackt bei offenem Fenster am besten. Es sei denn, es herrscht sehr kalte trockene Winterluft unter −10 Grad Celsius. Trockene, warme Luft wird als unangenehm betrachtet und gemieden. Zugluft wir als unangenehm empfunden. Die Empfindlichkeit gegenüber Luftschadstoffen wie beispielsweise Zigarettenrauch ist erhöht.
Stichwort:Schlafen bei offenem Fenster - Auf einen Sonnenbrand hält man auch keinen Heißlüfter

2.Anpassung der Temperaturregulation
Im Rahmen eines Infektes herrscht ein Durcheinander der Temperaturregulation im Körper. Man kann gleichzeitig an den Füßen frieren und am Kopf schwitzen. Die Schwitzneigung ist generell verstärkt. Bereits bei geringer Anstrengung kommt man vermehrt ins Schwitzen, um kurz danach wieder zu frieren, da man mit verschwitzter Kleidung schnell friert. So muss man ständig in Sachen Temperaturregulation nachhelfen: Ist der Körper zu warm und verschwitzt, sollte man ihn kalt abwaschen und wieder trockene Kleidung anziehen. Friert man, dann sollte man sich warm anziehen, sich bewegen oder ins Bett legen, um die Körpertemperatur wieder anzuheben.
Stichwort: Gegen die Berg-und Talbahn der Körpertemperatur ankämpfen.

3.Kaltwasseranwendungen (Kneippsche Güsse)
Kurzfristige Kaltwasseranwendungen wie Arm-, Bein- oder Oberkörpergüsse führen zu einer Aktivierung des Leistungsnervs ( Sympathikus ), damit zu einer Abschwellung der Nasenhöhlen und Bronchien und werden meistens als angenehm und krankheitsverkürzend empfunden. Vorsicht ist geboten bei ansteigendem Fieber und bei bereits vorhandenen kalten Füssen oder Händen. Hier sollte man sich vor den kalten Güssen erst wieder komplett aufwärmen.
Stichwort:Ein kurzer Kältereiz ist gut, lange Kälte ist schlecht.

Allzu lange Bettruhe ist zu vermeiden
Da man bei leichter Körperaktivität die Bronchien und Nasenhöhlen erweitert, besser Luft bekommt und besser abhustet, ist ein gemütlicher Spaziergang im Wald 2–3 mal täglich von etwa 30–60 Minuten Dauer wahrscheinlich besser als eine dauernde Bettruhe. Allerdings sollte dazu kein hohes Fieber vorliegen und der Kreislauf sollte nicht instabil sein. Man darf dabei nicht frieren, sondern muß warm angezogen sein.
Stichwort:Lange Bettruhe macht krank.

Ausreichend Trinken
Genügend Flüssigkeit erleichtert es, zähen Schleim abzuhusten. Zudem benötigt man bei erhöhter Temperatur und Fieber mehr Flüssigkeit. Als Faustformel kann man sagen, dass man für jedes Grad über 37°c einen halben bis einen Liter mehr Flüssigkeit pro Tag zu sich nehmen soll. Bei einer Apetittlosigkeit können gesüßte Fruchtsäfte oder Kakao auch den Kalorienbedarf decken. Aber auch Jogurt, Suppen, Pudding u.a.m. erfüllen ihren Zweck.
Stickwort 2 Liter Trinken, bei hohem Fieber oder starkem Schwitzen auch mehr.

Nahrungsmittel, die im Rachen nicht reizen
Da bei einem Atemwegsinfekt meistens auch der Rachen mit entzündet ist, werden flüssige Nahrungsmittel wie Wasser und Milch, Apfelbrei und Joghurt als angenehm, hingegen bröselige, trockene oder auch salzige Nahrungsmittel als unangenehm empfunden. Jedes Verschlucken von Nahrungsmitteln in die Luftwege löst einen sehr unangenehmen Hustenanfall aus und sollte vermieden werden.
StichwortRachen mit Sahne ölen.

Vielleicht helfen Ihnen diese Ratschläge, ihre Atemwege wieder zu beruhigen.
Mit freundlichen Grüßen R.Hoffmann

Hallo,

Ich danke Ihnen vielmals für Ihre Mühe. Ich denke ich werde mir in naher Zukumpft auf jeden Fall noch einmal eine zweite Meinung einholen.

Ok ! Ich wünsche eine gute Diagnose.
Wenn du willst, lass es mich wissen was da raus gekommen ist.
LG Walter

Hallo Tanja,

vielen Danke für Ihre Mühe.
Zurzeit nehme ich ein Cortisonspray namens Budes Easyhaler, kann aber keine wesentliche Linderung feststellen. Wir sind so verblieben, dass ich das Medikament nun erstmal 8 Wochen lang 2 mal täglich inhaliere.

Ich habe durchaus häufiger mal Sodbrennen, aber auch die Einnahme von Protonenpumpenhemmern brachte kurzfristig keine Besserung. In meinem Umfeld hat sich eigntlich bewusst nichts geändert. Blutdruckmittel nehme ich keine.

Hauptsächlich merke ich den Husten im Sitzen oder Liegen unabhängig von der Tageszeit.

Als der Keuchhusten damals festgestellt wurde vor einem Jahr hies es bereits, ich sei „über den Berg“

Gruss
F.

Ich

Hallo Herr Hoffmann,

Ich danke Ihnen für diese Umfangreichen Tips. Ich werde versuchen einige davon zu beherzigen, soweit es möglich ist.

Tatsächlich geht es mir bei Bewegung immer ziemlich gut, sogar beim Joggen, nur danach kommen die Beschwerden wieder.

Hallo
Meine vorschläge sind keine Wundermittel. Aber auf Dauer helfen sie ganz gut. Man muß nur ein tägliches Therapieprogramm daraus zusammenstellen und konsequent 2 Wochen durchziehen. Dann merkt man mit Sicherheit eine Besserung. Wenn das nichts hilft bleibt einem eigentlich nur der Gang zum Lungenfacharzt oder der Aufenthalt in einer Lungenklinik übrig. Mit freundlichen Grüßen