Hallo!
Das Bronchialsystem neigt leider nach überstandenem akuten Infekt oft zur vermehrten Empfindlichkeit und Chronifizierung von Beschwerden. Es macht dann nicht allzu viel Sinn nach einer genauen Ursache zu forschen, sondern es ist dann besser vor allem mit physikalischen Massnahmen die Bronchien wieder zu beruhigen.
Nach jahrelangen leidvollen Erfahrungen mit den eigenen Atemwegen, haben sich bei mir folgende Maßnahmen als hilfreich bewährt.
1.Kühle, feuchte und frische Luft
Da eine Entzündung der Atemwege vorliegt, wird kühle, feuchte und frische Luft als lindernd empfunden. Meistens schläft man warm eingepackt bei offenem Fenster am besten. Es sei denn, es herrscht sehr kalte trockene Winterluft unter −10 Grad Celsius. Trockene, warme Luft wird als unangenehm betrachtet und gemieden. Zugluft wir als unangenehm empfunden. Die Empfindlichkeit gegenüber Luftschadstoffen wie beispielsweise Zigarettenrauch ist erhöht.
Stichwort:Schlafen bei offenem Fenster - Auf einen Sonnenbrand hält man auch keinen Heißlüfter
2.Anpassung der Temperaturregulation
Im Rahmen eines Infektes herrscht ein Durcheinander der Temperaturregulation im Körper. Man kann gleichzeitig an den Füßen frieren und am Kopf schwitzen. Die Schwitzneigung ist generell verstärkt. Bereits bei geringer Anstrengung kommt man vermehrt ins Schwitzen, um kurz danach wieder zu frieren, da man mit verschwitzter Kleidung schnell friert. So muss man ständig in Sachen Temperaturregulation nachhelfen: Ist der Körper zu warm und verschwitzt, sollte man ihn kalt abwaschen und wieder trockene Kleidung anziehen. Friert man, dann sollte man sich warm anziehen, sich bewegen oder ins Bett legen, um die Körpertemperatur wieder anzuheben.
Stichwort: Gegen die Berg-und Talbahn der Körpertemperatur ankämpfen.
3.Kaltwasseranwendungen (Kneippsche Güsse)
Kurzfristige Kaltwasseranwendungen wie Arm-, Bein- oder Oberkörpergüsse führen zu einer Aktivierung des Leistungsnervs ( Sympathikus ), damit zu einer Abschwellung der Nasenhöhlen und Bronchien und werden meistens als angenehm und krankheitsverkürzend empfunden. Vorsicht ist geboten bei ansteigendem Fieber und bei bereits vorhandenen kalten Füssen oder Händen. Hier sollte man sich vor den kalten Güssen erst wieder komplett aufwärmen.
Stichwort:Ein kurzer Kältereiz ist gut, lange Kälte ist schlecht.
Allzu lange Bettruhe ist zu vermeiden
Da man bei leichter Körperaktivität die Bronchien und Nasenhöhlen erweitert, besser Luft bekommt und besser abhustet, ist ein gemütlicher Spaziergang im Wald 2–3 mal täglich von etwa 30–60 Minuten Dauer wahrscheinlich besser als eine dauernde Bettruhe. Allerdings sollte dazu kein hohes Fieber vorliegen und der Kreislauf sollte nicht instabil sein. Man darf dabei nicht frieren, sondern muß warm angezogen sein.
Stichwort:Lange Bettruhe macht krank.
Ausreichend Trinken
Genügend Flüssigkeit erleichtert es, zähen Schleim abzuhusten. Zudem benötigt man bei erhöhter Temperatur und Fieber mehr Flüssigkeit. Als Faustformel kann man sagen, dass man für jedes Grad über 37°c einen halben bis einen Liter mehr Flüssigkeit pro Tag zu sich nehmen soll. Bei einer Apetittlosigkeit können gesüßte Fruchtsäfte oder Kakao auch den Kalorienbedarf decken. Aber auch Jogurt, Suppen, Pudding u.a.m. erfüllen ihren Zweck.
Stickwort 2 Liter Trinken, bei hohem Fieber oder starkem Schwitzen auch mehr.
Nahrungsmittel, die im Rachen nicht reizen
Da bei einem Atemwegsinfekt meistens auch der Rachen mit entzündet ist, werden flüssige Nahrungsmittel wie Wasser und Milch, Apfelbrei und Joghurt als angenehm, hingegen bröselige, trockene oder auch salzige Nahrungsmittel als unangenehm empfunden. Jedes Verschlucken von Nahrungsmitteln in die Luftwege löst einen sehr unangenehmen Hustenanfall aus und sollte vermieden werden.
StichwortRachen mit Sahne ölen.
Vielleicht helfen Ihnen diese Ratschläge, ihre Atemwege wieder zu beruhigen.
Mit freundlichen Grüßen R.Hoffmann