Ein Kind adopieren?

Wir möchten uns langsam an dieses Thema herantasten
und suchen daher die wesentlichen/wichtigen Informationen:

  1. ein deutsches Kind zu adoptieren am liebsten so jung wie möglich
    wie fangen wir so etwas an und welche Paare haben hier die besten
    Chancen?
    Wie lange kann so etwas dauern, bis eine solche Adoption
    abgeschlossen ist?
    Gibt es sehr viele Eltern, die adoptieren wollen,
    wie in etwa ist das Verhältnis Kinder-Eltern?
  2. Wie ist das mit ausländischen Kindern, in welchem Land hat man
    bessere Chancen?

Vielen Dank für Antwort!

Grüße
Fred

Hallo Freddie,

  1. ein deutsches Kind zu adoptieren am liebsten so jung wie
    möglich

Laut deiner Vika seid ihr (bist du) schon zu alt. Und zwar etliche
Jaehrchen. Es gibt Unterschiede von Organisation zu
Organisation, aber so pi mal Daumen ist mit 38 (=wenn das Kind
kommt, nicht Antragstellung) der Markt verlaufen.

wie fangen wir so etwas an und welche Paare haben hier die
besten
Chancen?

Junge, gesunde, mit fester Anstellung, mit mehreren Jahren
Ehe hinter sich.

Wie lange kann so etwas dauern, bis eine solche Adoption
abgeschlossen ist?

Bis die Adoption abgeschlossen ist oder Wartezeit bis man
ein Kind bekommt?
Letzteres mehrere Jahre. Die Wartezeiten sind lang.
Von da bis zur Adoption unterschiedlich, mehrere Monate bis
mehrere Jahre. Weniger wenn das Kind aelter ist oder
behindert ist.

Gibt es sehr viele Eltern, die adoptieren wollen,

Ja.

wie in etwa ist das Verhältnis Kinder-Eltern?

Ich kenne keine verlaesslichen Zahlen (vielleicht jemand
anderes?), aber ich habe vor einigen Jahren gelesen, dass
auf ein neugeborenes deutsches Kind ueber 100 adoptions-
willige Eltern kommen.

  1. Wie ist das mit ausländischen Kindern, in welchem Land hat
    man
    bessere Chancen?

Es gibt Organisationen, die sowas regeln. Hier hilft googeln.
Auslandsadoptionen sind allerdings umstritten.

Deine Frage zeigt, dass ihr ganz, ganz am Anfang von
euren Fragen steht. Leider bleibt euch nicht die Zeit,
euch langsam vorzutasten, wie du schreibst. Je serioeser
die Organisation, desto eher zaehlt Zeit (Alter) gegen euch.
Einen Gang zum Jugendamt der naechsten groesseren Stadt
koennte man euch theoretisch empfehlen, praktisch werdet
ihr da nur frustriert und abgewimmelt werden. Allerdings
haben die dort gedrucktes Infomaterial. Es gibt auch eine
Reihe Buecher, die sich mit dem Thema beschaeftigen. Sucht
in eurer Naehe nach Adoptivelternorganisationen, dort gibt
es oft Unterabteilung fuer wartende Eltern, die haben auch
die besten Ratschlaege.

Insgesamt muesst ihr euch zweigleisig Informieren:

  1. die Legalitaeten
  2. der ganze Rest:
    was es heisst zu adoptieren,
    was es heisst, adoptiert zu sein
    was es heisst, ein Kind zur Adoption freizugeben

Leider kann ich fuer Deutschland wenig praktischen Rat geben.

Ich wuensche euch viel Glueck.

Gruesse
Elke

Alter
Hallo,

ich habe vor kurzem gehört, daß Kanzler Schröder das Höchstalter heraufsetzen möchte, da er selbst ja nicht mehr der Jüngste ist und auch seine Frau wäre theoretisch aus dem Alterraster rausgefallen als sie kürzlich die Kleine adoptiert haben.
Daher möchte er eine Gesetzesänderung auf den Weg bringen die es auch älteren Paaren ermöglicht Kinder zu adoptieren.

Gruß
M.

Hallo Fred,

schau mal hier vorbei: http://www.adoption.de/

Ansonsten vermute ich wie Elke, dass du/ihr allein schon einmal als zu alt eingestuft wirst/werdet.
Freunde von mir haben vor Jahren versucht, ein Kind zu adoptieren. Zu diesem Zeitpunkt war er 30 und sie 32 Jahre alt. Beide berufstätig, sie dazu noch erfolgreich selbstständig als Hörgeräteakustikerin. Letzteres galt, wenn ich mich recht entsinne, schon alleine als „Out“-Kriterium. Auch das Alter war wohl schon kritisch, dazu kam noch eine Reihe von anderen „Kleinigkeiten“ in den Auflagen, die nicht den Vorstellungen entsprachen. Die Anforderungen sind umfangreich. Über Sinn und Unsinn mag man streiten wollen, aber ändern kann man es wohl kaum.

Grüße,
Christiane

Hi Marianne,

wieso? Es ist ihm ja gelungen.
Soweit ich weiss, gibt es keine gesetzliche
Altersgrenze, sondern nur eine, die in den verschiedenen
Organisationen durchgesetzt wird.
Das liegt daran, weil fuer Fremdadoption und Adoptionen
innerhalb von Familien (z.B. Ehemann adoptiert das Kind
seiner Frau aus einer frueheren Beziehung) die gleichen
Gesetze gelten.

Gruesse
Elke

Hallo

Daher möchte er eine Gesetzesänderung auf den Weg bringen die
es auch älteren Paaren ermöglicht Kinder zu adoptieren.

Es muß gar kein Gesetz eingebracht werden, da es schlicht und ergreifend kein gesetzlich vorgesehenes Alter gibt, ein Adoptivkind zu bekommen - nur angesichts der großen Zahl potentieller Adoptiveltern und der wenigen Kinder kann man eben die auswählen, von denen man sich das Beste für das Kind verspricht.

Und ich denke, es ist unmöglich dagegen zu klagen, warum Du keins bekommst und jemand anderes schon.

Grüße

Wendy

hallo fred
hier im internet denke ich bist du schon riochtig und kannst eine menge infos sammeln.jemand hat dir ja schon den link für die adoptionsseite gegeben.
mein mann und ich warten zur zeit auf ein kind aus nepal und ich hoffe daß es anfang 2005 losgeht.die wartezeit ist nicht einfach und dauch das papiere sammeln, die ganzen behörden kann ziemlich nervenaufreibend sein, wenn man denkt was man alles angeben muß-aber ich denke wenn man ein ziel vor augen hat-dann lohnt das durchhalten.
es gibt verschiedene organisationen in deutschland , die verschiedene länder anbieten, nur um ein paar zu nennnen

icco
eltern kind brücke
efk ( eltern für kinder )
evangelischer verein düssldorf

auch kann ich dir empfehlen, mal bei yahoo groups vorbei zu schauen da gibt es auch ein adoptionsforum.

viel erfolg
liebe grüße
katrin

wir haben auch zuerst versucht über unser jugendamt in unserem landkreis zu adoptieren, aber damals wurde gesagt, daß zb damals in unserem landkreis im jahr 2000 nur ein kind vermittelt wurde

Ueberlegungen zum Alter
Hallo Marianne,

dein Hinweis auf Kanzler Schroeder hat mir keine
Ruhe gelassen und ich hab mich ein bisschen umgesehen.
Bei
http://www.adoption.de/information.htm
(danke fuer den Tipp, Christiane!)
habe ich den Artikel gefunden, wo Folgendes steht:

"Angesichts des demografischen Wandels in Deutschland will die Bundesregierung es künftig auch älteren Paaren ermöglichen, Kinder zu adoptieren. „Wir wollen die Adoptionsrichtlinien den Gegebenheiten anpassen und sind im Moment dabei, sie zu überarbeiten“, sagte Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) im Gespräch mit der Berliner Zeitung. In einem „Land des langen Lebens“ gehöre es nun einmal dazu, dass es nicht nur junge Eltern gebe.

Eine Höchstaltersgrenze für Adoptiveltern ist zwar in keinem Gesetz vorgeschrieben. In der Praxis werden Säuglinge und Kleinkinder jedoch nur an Ehepaare vermittelt, die nicht älter als 35 Jahre sind."

Insofern lag ich also richtig, dass es keine gesetzliche
Alters-Regelungen gibt, was Adoption betrifft. Andererseits
hat in Deutschland das Jugendamt Mitspracherecht auch bei
Auslandsadoptionen, von daher sind die amtlichen Richtlinien
recht bedeutsam.

Die „35-Jahre-Altersgrenze“ ist an sich laecherlich.
Da diese Altersgrenze sich nicht auf den Zeitpunkt bezieht,
an dem der Antrag gestellt wird.
Geht man von einer durchschnittlichen Wartezeit von drei oder
vier Jahren aus (und 6,7 Jahre sollen keine Seltenheit sein),
muss so ein Antrag also bereits mit spaetestens Anfang 30
gestellt werden.
Wenn man sich andere demographische Zahlen im Zusammenhang ansieht:
Eheschliessung, Eintritt in den Beruf usw. gekoppelt mit
immer mehr Versprechungen der Medizin, was Fruchtbarkeits-
behandlungen betrifft, wieviel Menschen koennen dann schon
mit 30 wirklich eine Entscheidung fuer eine Adoption treffen?
Entweder man verpasst den Zeitpunkt oder man beantragt
die Adoption erstmal halbherzig, falls biologisch ‚doch nichts
laeuft‘ - denkbar schlechte Voraussetzung fuer eine Adoption.
Was mich schon immer bedrueckt hat: wie laeuft das,
wenn man mit z.B. 33 den Antrag stellt – wie fuehlt man sich
dann, wenn die Monate ins Land ziehen, ohne dass eine Adoption
sich zu materialisieren beginnt? (zum Vgl.: in Suedafrika lag
das maximale Alter bei 38 - zum Zeitpunkt der Antragsstellung,
IMO eine wesentlich menschenfreundlichere Regelung)

Andererseits hat der Kanzler ja vorgefuehrt, dass es mit
gutem Willen seitens der Behoerden (bzw. Beziehungen um nicht
schlimmere Worte in den Mund zu nehmen) einiges laeuft.
35 mag heutzutage nicht mehr ‚der Demographie‘ zu entsprechen,
60 aber auch nicht.

Adoptionsagenturen werden oft in der Oeffentlichkeit
als „Kinderbeschaffungsstellen“ dargestellt, aber hier liegt
der Denkfehler: es geht nicht darum, Kinder fuer kinderlose
(oder allgemeiner: adoptierwillige) Eltern zu beschaffen,
sondern Familien fuer Kinder zu finden, die aus verschiedensten
Gruenden nicht bei ihren ersten Familien leben koennen.
Und deshalb sollte immer unter den Adoptierwilligen eine
Auswahl getroffen werden.
Ueber die Kriterien bzw. die Grenzen dieser Kriterien laesst
sich streiten. Sie sind immer situationsbezogen - frueher gab
es in westlichen Laendern viel mehr Kinder, die Adoptiveltern
suchten, als willige Adoptiveltern. Das hat sich geaendert.
Wohlgemerkt, das hat sich in den westlichen Laendern geaendert,
es trifft nachwievor auf viele Laender nicht zu. Je weniger
Kinder es gibt, die adoptiert werden koennen, je strenger
werden die Kriterien sein.
Und Alter ist ein Auswahlkriterium, das legitim ist.

Gruesse
Elke

Überschrift archivtauglich gemacht.

SCNR

Nelly

Wir möchten uns langsam an dieses Thema herantasten

  1. Wie ist das mit ausländischen Kindern, in welchem Land hat
    man
    bessere Chancen?
    Hallo Fred, ich empfehle Dir Kontakt aufzunehmen mit Familien, die eine Adoption geschafft haben. Hier eine Adresse eines Freundeskreises, alles Familien, die ein Kind aus Peru adoptiert haben. Inzwischen ist es aber komplizierter geworden, aber nicht unmöglich.

Siehe: www.puente-peru.de

Alles Gute, und verlier nicht den Mut!
Regina

Hallo Fred,

frohes Neues! :smile:

Ich kann dir nur mit weiterführenden Adressen helfen, so z.B. Bundeszentralstelle für Auslandsadoption:
http://www.bundeszentralregister.de/bzaa/index.html

Gemeinsame Zentrale Adoptionsstelle Rheinland-Pfalz und Hessen:
http://www.lsjv.de/frameset/menue1/kinder/menue2/gem…

Weitere Links zu dem Thema findest du auch hier:

http://www.geburtskanal.de/index.html?mainFrame=http…

oder noch besser: http://www.geburtskanal.de/ dann auf Menüpunkt *links* klicken und dann nach unten scrollen (Spezielle Themen: Adoption)

Gruß,
Maja

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Fred,

wir sind damals einfach zum Jugendamt gegangen, ohne Termin. Haben den Pförtner gefragt, der hat kurz telefoniert und uns zum richtigen Zimmer geschickt. Dort sind wir bestens beraten worden. Das ganze ist jetzt 14 Jahre her.
Uns wurde eine Wartezeit von ca. 8 Jahren genannt.
Aber zuerst kamen diverse Gespräche mit einer Mitarbeiterin des Jugendamtes. Sowohl zusammen wie auch getrennt, und auch Termine bei uns zu Hause. Ich fand das ganze damals zwar sehr intim, man mußte ganz schön „die Hosen runter lassen“. Aber diese Mitarbeiterin war sehr sympathisch und nur wenig älter als wir. Ich war damals 27 und meine Frau 25.
Zm Schluß bekamen wir einen Bescheid vom Jugendrichter, der uns die Befähigung zur Adoption attestiert.

Es ist aber heute so, das immer weniger Säuglinge zur Adoption kommen. Die Hilfen für junge Mütter sind erheblich verbessert worden. Auch ältere KInder werden seltener adoptiert. Integration wird groß geschrieben. Selbst die Eltern von Heimkindern behalten in der Regel das Sorgerecht. Ihnen wird nur das Aufenthaltsbestimmungsrecht entzogen. Dann wird gemeinschaftlich an einer Familienzusammenführung gearbeitet. Das ist grundsätzlich ganz gut gedacht, manchmal gehts auch.

Beim Jugendamt haben wir auch die privaten Vermittlungsstellen erfahren. Deswegen würde ich Euch diesen Weg zu allererst empfehlen. Die sagen Euch auch ob ihr evtl. zu alt seit.

Viel Erfolg,
Stephan

PS: Wir haben dann kein Kind adoptiert. Kurz nach dem Befähigungsbescheid war meine Frau schwanger. Heute habe ich 2 Kinder (9 und 12 Jahre alt) Bin seit 5 Jahren staatl. anerk. Erzieher und habe auch im Kinderheim gearbeitet.

Hallo Stephan,

Das erinnert mich an unseren Versuch bei
einem deutschen Jugendamt.

wir sind damals einfach zum Jugendamt gegangen, ohne Termin.

Wir hatten uns vorher telephonisch angemeldet. Aber sonst
ziemlich aehnlich unbedarft reingestolpert, es sollte
ein erster Informationsversuch werden.

Haben den Pförtner gefragt, der hat kurz telefoniert und uns
zum richtigen Zimmer geschickt.

Das war bei uns schon das Problem. Die Frau hinter dem
Schreibtisch fragte als Erstes:
„Sie hatten angerufen?“
Wir nickten.
Dann fragte sie (noch bevor sie nach Namen gefragt hatte,
noch bevor sie uns eigentlich richtig ins Zimmer gebeten
hatte): „Wie lange sind sie verheiratet?“
Wir waren damals im 8. Ehejahr, das sagten wir.
Ohne richtig Atemzuholen, kam dann:
„Ihnen ist schon klar, dass in dieser Zeit ihr
Kinderwunsch sich in eine Obsession ausgewachsen hat.
Psychologische Beratung finden sie ein paar Tueren
weiter…“
Ach ja, das war lustig!

Dort sind wir bestens beraten
worden. Das ganze ist jetzt 14 Jahre her.

Glueck gehabt.

Uns wurde eine Wartezeit von ca. 8 Jahren genannt.

Das ist aber schon mal eine Zumutung, oder?
Ihr haettet es dann gerade mal schaffen koennen,
denn nach 8 Jahren waerst du 35 gewesen und damit fast
zu alt.

Nur der Vollstaendigkeit halber: Da wir damals nicht in
Deutschland wohnten, sondern in Suedafrika, haben wir uns
auf diesem Deutschlandurlaub weiterhin informiert und wurden
ueberall ziemlich aehnlich behandelt.
In Suedafrika gingen wir dann ziemlich zaghaft an die
Sache heran - und stell dir vor, dort wurden wir wie Menschen
mit einem legitimen Anliegen behandelt. Keineswegs war Child
Welfare dort eine Kindervermittlungsagentur, aber trotzdem
haben sie es geschafft, uns als Menschen und unseren Kinder-
wunsch nicht als abartige Psychose zu behandeln.

Gruesse
Elke