Guten Tag,
ich habe dieses Forum über Google gefunden, weil hier schon mal jemand eine ähnliche Frage gestellt hat. (mein kind will immer nur essen) Leider waren die Antworten nicht wirklich hilfreich.
Ich betreue im Rahmen einer SPFH ein Kind, das wirklich immer Hunger hat. Es kennt kein Sättigungsgefühl. Das Kind ist männlich, 8 Jahre alt, leicht entwicklungs- und sprachverzögert bei durchschnittlicher Intelligenz. (willi-prader-syndrom ist unzutreffend) Er hat eine niedrige Frustrationstoleranz und neigt zu Aggressionen, ist aber grundsätzlich gut zu motivieren, freundlich und höflich. Er ist schon seit dem Säuglingsalter nicht satt zu bekommen. Nach dem Essen jammert und weint er nach mehr essen und er würde so lange essen, bis er platzt. Er kennnt kein Sättigungsgefühl. Auch der Vater isst sehr viel. Hat jemand eine gute Idee, mögliche Diagnosen oder Fachstellen, die weiterhelfen können? Bisherige Arztbesuche der Eltern und auch Vorstellung im SPZ haben noch keine Lösung gebracht.
also ich war früher auch weniger satt zu bekommen und habe gefuttert, wie ein Scheunendrescher. Das kann schon sein, dass das Kind kein Sättigungsgefühl kennt. Die einfachste möglichkeit wäre, ihn einfach abzulenken und/oder kein essen zu geben. Er muss lernen, dass 1 Teller z.B: Sphagetti reicht. Ansonsten kann es, wie es auch mal in meinem Fall war, dass er im späteren Alter übergewichtig wird und dann darunter physisch und psychisch leiden wird.
Es war auch für mich keine schöne Zeit, als ich Übergewicht hatte. Da ich glücklicherweise gewachsen bin, hat sich das gebessert und habe „Normalgewicht“ erreicht. Ich persönlich habe aus dieser Sache gelernt. Aber wie will man die evt. späteren Leiden einem 8-jährigen klar machen? Man versteht es in dem Alter nicht. Erst wenn es zu spät ist, spührt ein Kind die Folgen von Übergewicht.
es gibt tatsächlich eine Krankheit, auf die diese Symptome zutreffen. Und zwar geht es dabei um eine Resistenz gegenüber dem Hormon Leptin, bzw. um die komplette Störung der Herstellung des Hormons. Leptin ist ein aus dem Fettgewebe stammendes Hormon, das an der Steuerung von Hunger- und Sättigungsgefühl beteiligt ist.
Leider finde ich gerade den genauen Namen dieser Erkrankung nicht, kann mich aber erinnern, dass ich kürzlich etwas über ein Kind (oder Zwillinge??) gelesen habe, die erfolgreich diagnostiziert und gut behandelt werden konnten. Ich glaube, in diesem Fall war es sogar so, dass das Kind (die Kinder?) überhaupt kein Leptin produziert hatte(n). Nachdem das Hormon regelmäßig gespritzt wurde, regulierte sich auch das Essverhalten.
Zitat aus dieser Seite http://www.fit-4-you.eu/wellness_grundlagen_wellness… :
Leptin
Das Hormon Leptin (aus dem Griechischen leptos = dünn) wurde 1994 entdeckt. Es hemmt das Auftreten von Hungergefühlen und spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Fettstoffwechsels. Hoffnungen, dass Leptin sich als wirkungsvolles appetitzügelndes Medikament erweisen könnte, haben sich zerschlagen, als man feststellte, dass die meisten fettleibigen Menschen einen hohen Spiegel dieses Hormons aufweisen. Diese Menschen, die trotz häufigen Essens hungrig sind, leiden an einer so genannten Leptinresistenz. Bei dieser Art der Störung stellt sich das nötige Sättigungsgefühl nicht ein.
na, wenn die Eltern das schon vormachen. Und wenn das Kind nach der Mahlzeit mehr will und seinen Willen bekommt, dann gewöhnt es sich dran. Ein deutliches „Nein“ sollte reichen. Allerdings mit 8 Jahren sollte das Abgewöhnen etwas schwieriger werden.
Meine Tochter will auch immer was zu essen. Aber sie bekommt nur zu den Mahlzeiten was. Und auch nicht zu viel.
hallo,
ich würde mir auch eine schilddrüßenüberfunktion vorstellen können. nimmt das kind nebenbei zu???
bei einer SDÜ hat man für gewöhnlich mehr appetit und stopft daher alles in sich rein, man nimmt aber nicht zu. sowas sollte zumindest auch mal abgeklärt werden.
Was mich vor ein Rätsel stellt, ist die Tatsache, dass das Kind schon (kinder)ärztlich und psychologisch untersucht worden sein soll.
Selbst wenn keine physischen Probleme bzw. eine Krankheit dahinter stecken sollten, sind wir wohl alle hier der Meinung, dass ein solches Verhalten außerhalb der Norm liegt.
Daher würde ich zumindest nochmals einen speziellen Kinderpsychologen (mit möglichst gutem Ruf und guten Referenzen) zu Rate ziehen.
Hallo,
Du wärst mit Deiner Frage besser im Medizin Brett aufgehoben.
Ist denn das Kind auf Grund dieses Problems ärztlich untersucht worden?
Ist es übergewichtig? Ist der Vater übergewichtig?
Was bekommt es zu essen (Vollwertkost oder „Zucker“)?
Kann das Kind sich beschäftigen? Bewegt es sich viel?
Isst es aus Langeweile?
Eine niedrige Frustrationsgrenze hat erstmal nicht viel mit Ernährung zu tun, Aggressionen auch nicht.
Diese Fragen würde ich erstmal klären, vielleicht bringen sie ja auch die Antwort.
Hallo,
Du meinst sicher die Schilddrüsenunterfunktion, denn da ist eine Gewichtszunahme üblich. Bei der Schilddrüsenüberfunktion ist das genau umgekehrt.
na, wenn die Eltern das schon vormachen. Und wenn das Kind
nach der Mahlzeit mehr will und seinen Willen bekommt, dann
gewöhnt es sich dran. Ein deutliches „Nein“ sollte reichen.
Das finde ich ganz schön hart. Wenn ein Kind sich mit Süßkram und Chips vollstopft muss man, wenn man verantwortungsvoll sein will, eingreifen. Aber bei einer Mahlzeit, die vollwertig zubereitet ist, kann man so viel essen wie da ist und schmeckt. Ich vermute eher schlechte Ernährung und das hat nichts mit der Erziehung der Kinder zu tun, sondern die der Eltern - ich schreibe das unter Vorbehalt, dass das Kind nicht wirklich eine physische Störung hat.
Allerdings mit 8 Jahren sollte das Abgewöhnen etwas
schwieriger werden.
Essen abgewöhnen? Auch hier wäre es für die Diskussion hilfreich zu erfahren WAS gegessen wird und ob der Junge übergewichtig ist.
Meine Tochter will auch immer was zu essen. Aber sie bekommt
nur zu den Mahlzeiten was. Und auch nicht zu viel.
„Zu viel“ ist sehr relativ - zu viel als was? Ich kenne auch Kinder, die nie Süßigkeiten von ihren Eltern bekommen und es sind dieselben Kinder, die sich hemmungslos außer Haus mit Süßkram den Magen vollschlagen (Geburtstage u.ä.). Ein Kind soll wie jeder Erwachsene eine abwechslungsreiche Ernährung erhalten und in unseren Breitengraden darf es auch satt werden. Das Übergewicht kommt durch falsche Ernährung (Bestandteile) und nicht durch die Menge, sowie mangelnde Bewegung.
Ob immer alles eine Krankheit ist…?
Immer nicht, aber es muss in allen Extremphänomenen eine Krankheit ausgeschlossen werden.
Wenn der Junge nicht nur einen großen Appetit hat, sondern auch schlapp, müde und übergewichtig ist, dann KANN es Schilddrüsenunterfunktion sein.