Ein langer schwerer Weg

Moin Wissende,

in einer Unterhaltung, in der es eigentlich (wie so oft) um etwas ganz Anderes ging, kam die Frage auf, warum es zwar heißt:
der lang e schwer e Weg
wenn man aber den bestimmten Artikel „der“ ersetzt durch den unbestimmten Artikel „ein“ den beschreibenden Worten „lang“ und „schwer“ ein r anhängt:
ein lange r schwere r Weg
(ähnlich beim Neutrum: das klein e Kind, ein kleine s Kind).
Wir haben uns nicht einigen können und hoffen jetzt auf Euren Sachverstand.

Danke für Antworten.

Ciao

Reinhard

hi,
nach einem stark flektierten einleitewort der nominalphrase (best. rtikel oder pronomen) wird das adjektiv schwach flektiert. nach einem schwach (oder gar nicht) flektierten einleitewort (unbest. artikel, präposition) wird das adjektiv stark flektiert.

der gute rat
dieser gute rat
ein guter rat
mit gutem rat
dem guten rat

ich kann nix dafür. das ist so.
stellt euch bloß vor, wie schwer das für ausländer sein muss.

m.

„der schoener ball“ waere ja doppelt gemoppelt, denn der „bestimmte“ artikel bestimmt schon das geschlecht.

„ein“ ist maennlich und saechlich. das heisst, eine unterscheidung muss durch die attribute(adjektive usw.) erfolgen.

jedoch wird nicht mehr als die entwicklung der sprache dran schuld sein,dass wir das so sprechen, keine besondere regel oder reform.
mfg
rene
dass da jetzt ein komma zwischen langer und schwerer kommt, ist jedoch eine regel:smile:))

Moin, Reinhard,

die bisherigen Antworten sind zum einen zu „wissenschaftlich“, also unnötig kompliziert formuliert, die andere bringt nur die halbe Wahrheit.

Darum noch ein Ansatz.

Im Deutschen gibt es drei verschiedene Möglichkeiten, wie ein Adjektiv vor einen Nomen dekliniert, sprich mit Endungen versehen, wird.

Und diese drei Möglichkeiten hängen davon ab, was vor den Adjektiv steht.

Da können nämlich stehen:

  1. kein Artikel (-, -, -) (starke Flektion*)
  2. der bestimmte Artikel (der, die, das) (schwache Flexion*)
  3. der unbestimmte Artikel (ein, eine, ein) (gemischte Flexion*).

Die Formen zu 1. lauten:

schöner Mann, kluge Frau, liebes Kind

Die Formen zu 2. lauten:

der schöne Mann, die kluge Frau, das schöne Kind

Die Formen zu 3. lauten:

ein schöner Mann, eine schöne Frau, ein schönes Kind

* Diese Terminologie ist aber veraltet und eigentlich auch irreführend, so dass man heute einfach von Typ 1, Typ 2 und Typ 3 spricht.

Es gibt eine ganze Reihe von Artikelwörtern, die sich ebenfalls in diese Typisierung einreihen lassen.

Bei Bedarf und auf Wunsch kann ich dir gern ein entsprechendes Übersichtsblatt zukommen lassen.
Es hier zu posten brächte nichts, da die schöne Formatierung verloren ginge.

Gruß Fritz

Halbwahrheiten verwirren
mehr, als dass sie helfen!

„der schoener ball“ waere ja doppelt gemoppelt, denn der
„bestimmte“ artikel bestimmt schon das geschlecht.

Das ist sehr ungeschickt formuliert: Das Geschlecht wird nicht durch den Artikel bestimmt, sondern das Wort „Ball“ ist maskulin und hat deshalb den Artikel „der“.
Der Artikel „der“ (bestimmter Artikel) bestimmt dann, dass es nicht „schöner“, sondern „schöne“ heißt.
Grund dafür ist, dass das Geschlechtsmerkmal, nämlich die Endung „-r“ schon am Artilel zu sehen ist.

„ein“ ist maennlich und saechlich. das heisst, eine
unterscheidung muss durch die attribute(adjektive usw.)
erfolgen.

Das ist ja nun offensichtlicher Quatsch. Es ist nicht im Geringsten Aufgabe und Funktion der Adjektivendungen den Unterschied zwischen männlich und sächlich zu signalisieren.
Umgekehrt wird ein Schuh daraus. WEIL Wörter männlich bzw sächlich sind, hat das Adjektiv jeweils andere Endungen.
Dass der Nominativ des unbestimmten Artikels im Maskulin und Neutrum gleich ausschauen spielt dabei keine Rolle.

Du solltest dich wirklich etwas zurückhalten mit deinen Verunklärungen und das Motto zu Herzen nehmen:
Erst denken, evtl. nachsclagen und dann schreiben und posten!

Fritz

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Unsere armen, nicht mit der Fachterminologie, die hier sogar
auf die Spitze getrieben wird, vertrauten Leser!

nach einem stark flektierten einleitewort der nominalphrase
(best. artikel oder pronomen) wird das adjektiv schwach
flektiert. nach einem schwach (oder gar nicht) flektierten
einleitewort (unbest. artikel, präposition) wird das adjektiv
stark flektiert.

So sollte ich mal vor meinen Schülern reden! Zur Teminologie
„stark/schwach“ siehe oben.

der gute rat
dieser gute rat
ein guter rat
mit gutem rat
dem guten rat

Nach welchen Kriterien hast du gerade diese Beispiele
ausgewählt? Sie sind weder vollständig noch repäsentativ.

ich kann nix dafür. das ist so.

Da hast du Recht!

stellt euch bloß vor, wie schwer das für ausländer sein muss.

Mit deiner Erklärung: unmöglich, ja unmenschlich!

Fritz

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lieber fritz,
wie mans macht isses falsch.
auch deine erklärung ist nicht ganz richtig und / oder vollständig. die nominalphrase (die hauptwortgruppe) kann auch durch pronomina oder präpositionen eingeleitet werden.
mir war schon klar, dass meine formulierung terminologisch nicht ganz einfach war; ich hab mir gedacht, für einen sprachlich interessierten muttersprachler müsste sie das wesentliche zusammenfassen.

Nach welchen Kriterien hast du gerade diese Beispiele
ausgewählt? Sie sind weder vollständig noch repäsentativ.

kurz: für alle möglichkeiten der einleitung (bis auf die 0-variante) ein beispiel.
repräsentativ sind die beispiele wohl.

m.

Mit deiner Erklärung: unmöglich, ja unmenschlich!

das ist nicht nur mit meiner erklärung unmenschlich. das ist fast nicht vermittelbar.

m.

Das, bester Michael,

wie mans macht isses falsch.

könnte wahr sein! :wink:

auch deine erklärung ist nicht ganz richtig und / oder
vollständig. die nominalphrase (die hauptwortgruppe) kann auch
durch pronomina oder präpositionen eingeleitet werden.

Schon recht!

Es ging aber hier um die Endungen der Adjektive; und das hat nur mit den Artikeln bzw dem 0-Artikel zu tun.

Fritz

lieber fritz, der einzige, der es hier auf die spitze treibt, bist du.
wieso schliesst du nicht jeden threat sofort und beantwortest jede frage selbst.da wuerdest du dir die zeit, von der du anscheinend genuegend hast, sparen.

reihnhard ist, wie der name schon sagt, deutscher. das bedeutet, dass er weiss, wie es heisst. du musst es ihm nicht erklaeren. er wollte wissen, warum.

dann sage bitte, warum heisst es : ein schneller, aber der schnelle.(bitte keine dudenzitate)

die erklaerung, dass „ein“ unzureichend fuer die feststellung des geschlechts ist(da maennlich und saechlich) und deshalb die endung am adjektiv haengt, ist sicher unwissenschaftlich, aber dann erklaer doch mal, wie sich die sprache wirklich entwickelt hat.

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Gebührenpflichtige Antwort für Chatairliner

lieber fritz, der einzige, der es hier auf die spitze treibt,
bist du.

Nun, das kann auch nicht ein jeder!

wieso schliesst du nicht jeden threat sofort und beantwortest
jede frage selbst.da wuerdest du dir die zeit, von der du
anscheinend genuegend hast, sparen.

Das habe ich mir auch schon gedacht. Und außerdem sollte ich eine Gebühr verlangen. Dies verstieße aber gegen die Geschäftsbedingungen hier

er wollte wissen, warum.

Und ich habe die Regel genannt. Die Regel ist der Grund.
Und diese Regel ist irgendwann, irgendwie von irgendwem aufgestellt und vorgestellt worden und die anderen Sprachteilnehmer habe das übernommen.
Und Schluss, Basta, Ende der Diskussion.

aber dann erklaer doch mal, wie sich die sprache wirklich
entwickelt hat.

Ganz irgendwann mal früher - vermutlich in vorschriftlicher Zeit - kam die deutsche Sprache ohne Artikel aus, wie die lateinsche etwa auch und Person, Nummerus, Genus und Kasus wurden durch die Endungen signalisiert.

Die phonetische Entwicklung, vorne weg die germanische Initialbetonung, brachte es mit sich, dass die Formenvielfalt der Endungen, vor allem der Reichtum an Vokalen, zusammenschrumpfte auf einen kläglichen Rest, bei dem die Person, der Nummerus, das Genus und der Kasus nicht mehr erkennbar waren.

Den Rest der Antwort bekommst du, wenn du 10 Euro auf mein Konto (das ich die gern privat mitteile) überwiesen hast.

Gruß Fritz

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Fortsetzung für die anderen

aber dann erklaer doch mal, wie sich die sprache wirklich
entwickelt hat.

Ganz irgendwann mal früher - vermutlich in vorschriftlicher
Zeit - kam die deutsche Sprache ohne Artikel aus, wie die
lateinsche etwa auch und Person, Nummerus, Genus und Kasus
wurden durch die Endungen signalisiert.

Die phonetische Entwicklung, vorne weg die germanische
Initialbetonung, brachte es mit sich, dass die Formenvielfalt
der Endungen, vor allem der Reichtum an Vokalen,
zusammenschrumpfte auf einen kläglichen Rest, bei dem die
Person, der Nummerus, das Genus und der Kasus nicht mehr
erkennbar waren.

Diesen Mangel behob man auf zweierlei Weise.
Man stellte entweder das Zahlwort „ein, eine, ein“ oder das Demonstrativum „der, die, das“ vor die Nomen.

Da das Demonstrativum „der, die, das“ bereits die Endungen für Singular und Plural, für Maskulin, Feminin, Neutrum, für Nominativ, Akkusativ, Dativ und Genitiv anzeigte, erschien es aus Gründen der Sprachökonomie unnötig, auch noch am Adjektiv diese Merkmale anzubringen.

Das Zahlwort „ein, eine, ein“ dagegen entbehrt der kennzeichnenden Endungen weitgehend, also hat man danach bei einigen Fällen das Adjektiv mit den entsprechenden Endungen versehen.

Wenn kein Artikel vor dem Adjektiv steht, bekommt das Adjektiv ganz selbstverständlich die kennzeichnenden Endungen.

Und dass jetzt keiner glaubt, damit sei die Frage nach dem „Warum?“ beantwortet! Hier wurde bloß das „Wie“ beschrieben. Warum die alten Germanen und Deutschen das so machten und nicht anders, weiß niemand!

Und dann noch generell:

Die Frage „Warum“ im Zusammenhang mit Sprachregeln und dem Sprachgebrauch ist sehr oft nicht beantwortbar und daher unstatthaft.

Dazu die alte Anekdote:

A: Warum heißt die Nudel Nudel?
B: Narr, schau sie dir an! Sie sieht aus wie eine Nudel, sie fühlt sich an wie eine Nudel, sie ist hergestellt wie eine Nudel, man kann sie kochen wie eine Nudel und sie schmeckt wie eine Nudel!
Warum also soll sie nicht Nudel heißen?

Gruß Fritz

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*freu*
es freut mich, dass du mich bestaetigst:smile:denn das hatte ich reinhard auch geschrieben, was du dann mit halbwahrheit denunziert hast:smile:
ich denke, dass in der antwort mehr darum drin ist, als du denkst, denn, da „ein“ keine endung hat und deshalb das adjektiv verwendet, ist das ein guter und logischer grund.

schoenen abend noch…

Nur halblang! Off topic)

es freut mich, dass du mich bestaetigst:smile:

Das sehe ich nicht so.

was du dann mit halbwahrheit denunziert hast:smile:

Welch ein Wort! Sag „entlarvt“!

dass du immer das letzte wort haben musst…nur gut, dass ich nicht so bin!

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