Fortsetzung für die anderen
aber dann erklaer doch mal, wie sich die sprache wirklich
entwickelt hat.
Ganz irgendwann mal früher - vermutlich in vorschriftlicher
Zeit - kam die deutsche Sprache ohne Artikel aus, wie die
lateinsche etwa auch und Person, Nummerus, Genus und Kasus
wurden durch die Endungen signalisiert.
Die phonetische Entwicklung, vorne weg die germanische
Initialbetonung, brachte es mit sich, dass die Formenvielfalt
der Endungen, vor allem der Reichtum an Vokalen,
zusammenschrumpfte auf einen kläglichen Rest, bei dem die
Person, der Nummerus, das Genus und der Kasus nicht mehr
erkennbar waren.
Diesen Mangel behob man auf zweierlei Weise.
Man stellte entweder das Zahlwort „ein, eine, ein“ oder das Demonstrativum „der, die, das“ vor die Nomen.
Da das Demonstrativum „der, die, das“ bereits die Endungen für Singular und Plural, für Maskulin, Feminin, Neutrum, für Nominativ, Akkusativ, Dativ und Genitiv anzeigte, erschien es aus Gründen der Sprachökonomie unnötig, auch noch am Adjektiv diese Merkmale anzubringen.
Das Zahlwort „ein, eine, ein“ dagegen entbehrt der kennzeichnenden Endungen weitgehend, also hat man danach bei einigen Fällen das Adjektiv mit den entsprechenden Endungen versehen.
Wenn kein Artikel vor dem Adjektiv steht, bekommt das Adjektiv ganz selbstverständlich die kennzeichnenden Endungen.
Und dass jetzt keiner glaubt, damit sei die Frage nach dem „Warum?“ beantwortet! Hier wurde bloß das „Wie“ beschrieben. Warum die alten Germanen und Deutschen das so machten und nicht anders, weiß niemand!
Und dann noch generell:
Die Frage „Warum“ im Zusammenhang mit Sprachregeln und dem Sprachgebrauch ist sehr oft nicht beantwortbar und daher unstatthaft.
Dazu die alte Anekdote:
A: Warum heißt die Nudel Nudel?
B: Narr, schau sie dir an! Sie sieht aus wie eine Nudel, sie fühlt sich an wie eine Nudel, sie ist hergestellt wie eine Nudel, man kann sie kochen wie eine Nudel und sie schmeckt wie eine Nudel!
Warum also soll sie nicht Nudel heißen?
Gruß Fritz