Ich habe schon oft versucht, Literatur zu finden, die nicht tendenziös in irgend eine Richtugn geht… zum Thema Judenverfolgung.
Das ist ja keine deutsche Erfindung! Mag sein, dass wir es perfektioniert haben. Aber das reicht zurück, bis zu den Römern. Gut, damals war es fast ausschließlich militärisch. Ein aufständisches Volk wurde besiegt und nachdem es nicht parrierte vertrieben. Aber je weiter die Geschichte fortschreitet, um so mehr Vorurteile und Progrome gab es. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass nur immer die anderen „schuld“ sind! Auch die Juden müssen gravierende Fehler gemacht haben.
Nur findet man da keine möglichst neutrale Literatur! Wozu es kommen kann, wenn man auf pseudowissenschaftliche Literatur vertraut, brauche ich ja nicht erwähnen! Das haben Deutsche ja „1000 Jahre“ täglich lernen müssen! Vermeiden kann man so etwas aber nur, wenn man möglichst „gefühllos“ (bitte mich richtig zu verstehen) an das Thema herangeht. Wem ich so eine Abhandlung zutrauen würde, wäre Herr Wolfssohn (ich glaube: Christian). Nur, hat er zu dem Thema etwas geschrieben? Seine Adresse ist ja verständlicherweise geheim.
Ich will jetzt bitte keine Sites von irgend welchen „Wehrsportgruppen“ oder solchen gleichwertigen von der anderen Seite! Dass jeder das Thema in seiner Meinungsfarbe färbt (unbewußt oder bewußt) ist mir klar.
Grüße
Raimund
Sie zeigen ja schon mit Ihrer Anfrage, wie man „gefühllos“ mit dem Thema umgehen kann.
Das Muster hinter Ihrem Denken ist, „da mußt doch irgendwas mit dem Opfer los sein“. Fragen Sie doch mal, was die Täter zu Tätern macht.
Wir können das Ganze auch von einer anderen Seite betrachten:
Warum werden Obdachlose ermordet, weil sie obdachlos sind.
Warum werden Ausländer umgebracht?
Warum werden Schwule / Lesben diskriminiert?
Das läßt sich noch viel weiter fortsetzen.
Iris
hallo, Iris,
Deine Antwort war leider Themaverfehlung!
Ich suche konstruktive Antworten!
Grüße
Raimund
Hallo!
Mal ganz abgesehen davon, dass sich das alles nach geschickt getarntem Anti-Semitismus anhört und Herr Wolfssohn imho an der Hochschule der Bundeswehr in München lehrt, also nicht besonders geheim ist, beschäftigt sich die Kriminologie seit langem mit der Frage, warum wer wie zum Opfer eines Verbrechens wird. Der Fachausdruck dafür ist so weit ich weiss Viktimodogmatik.
Dabei geht es allerdings nicht um ein „Verschulden“ des Opfers, sondern schlicht um seinen Beitrag zur Tat. Es ist zum Beispiel bekannt, das sehr ungebildete Menschen oft Opfer für Betrügereien (Haarwuchsmittel, Entfettungsbäder, Hexereien) sind und die Täter sich diese Menschen ganz gezielt aussuchen.
Das „Problem“ der Juden ist nun, dass die junge christliche Religion sich vom Judentum abgrenzen mußte, denn die potenziellen „Kunden“ fragten natürlich, was denn der Unterschied Christentum - Judentum sei. So kam der Antisemitismus durch Paulus in die Welt. Und ist bis heute aktiv, wie man ja auch in diesem Medium feststellen kann.
Der „Beitrag“ der Juden zur Judenverfolgung bestand darin, dass sie sich nicht assimilieren konnten oder wollten - und selbst wenn, dann hat ihnen das meist nicht viel genützt. Wieso aber assimilieren sich Minderheiten nicht? Die Antwort ist ökonomischer Natur: Jede Mitgliedschaft in einer Gruppe ist etwas „wert“: Freunde, Schutz, Geschäfte. Wer nun die alte Gruppe verläßt und sich einer neuen Gruppe anschließen will, der hat zuerst mal einen Verlust und - ökonomisch gesprochen - Transaktionskosten zu tragen, aber keine Gewißheit, dass er in der neuen Gruppe aufgenommen wird und also den Verlust kompensieren kann. Um so mehr galt das im Mittelalter oder davor, wo die Gesellschaft sowieso in unveränderbare Gruppen segmentiert war (Stände, Zünfte usw.).
(Dasselbe Phänomen tritt heute bei den jungen Türken auf.)
Das Grausame an den Verbrechen des NS ist ja auch, dass sie eigentlich die „Falschen“ trafen, nämlich bei den Juden in Deutschland Menschen, die Deutsche waren und sind; Leute die dieses ihr Land liebten und z.B. im I. Weltkrieg in Massen für dieses ihr Land gestorben waren … und die daher die spezifisch „östliche“ Variante des Anti-Semitismus, nämlich die Betonung des völkischen Aspekts samt des Ausrottungs-Effekts der „Fremden“ völlig hilflos und ungläubig gegenüberstanden.
Kurz und schlecht: Der „Fehler“ der Juden war, dass sie aufgrund ihrer Diaspora Fremde waren in einer Gesellschaft, in der es aus religiösem Absolutheitsanspruch oder aus politischem Kalkül (so z.B. die katastrophale „multi-kulti“ Politik der KuK-Monarchie) eigentlich gar keine Fremden gaben durfte und in der eine Assimilierung ökonomischen Suizid bedeutete.
Nach dem „gravierenden Fehlern“ der Juden wird man also ziemlich lange und letztlich vergeblich forschen.
frank
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heikle Antwort
RAIMUND, was hast denn da für einen XXXXXXXXX geposted
so, jetzt geht´s mir besser
Hi Raimund
Bemerkung vorab: Geschichtsschreibung ist immer tendenziös, das geht gar nicht anders.
Nachdem ich mich selber intensiv mit diesem Themenkomplex beschäftigt habe, gebe ich doch mal meinen Senf dazu.
Verfolgung von Menschen jüdischen Glaubens gibt es bereits seitdem die Assyrer die Israeliten deportierten.
Dir geht es aber um die mehr ideologisch motivierte Verfolgung, nehm ich mal an. Nachdem die Juden bereits seit knapp 2000 Jahren wg. ihres Glaubens immer wieder verfolgt werden, haben sie deiner Meinung nach schwerwiegende Fehler gemacht.
Hm.
Den einzigen „Fehler“, den ich fand, war ganz simpel: Sie gaben ihren Glauben nicht auf. Dadurch wurden sie in nahezu jeder Gesellschaft zu Aussenseitern, bzw dazu gemacht. nachdem es Juden überall auf der Welt gab aber nirgens eine Mehrheit, war das ein weltweites Phänomen. Und wenn dann mal wieder alles schiefläuft, dann sucht man einen „objektiven Feind“ und Sündenbock usw usw.
In „Christlichen Ländern“ waren Juden ja von nahezu allen Berufen ausgeschlossen, Sie nahmen logischerweise das einzige an, was sie durften, Handel und geldverleihen (man könnte ihnen ja jetzt Wucher zum Vorwurf machen, aber bevor man verhungert…)
Kurz gesagt, wenn man trotz tiefen Grabens nichts findet, dann ist da auch sehr wahrscheinlich auch nichts. meiner Meinung nach jagst Du einem Trugbild nach.
Gruss
Mike
Nein, Die Judenverfolgung ist wirklich keine deutsche Erfindung, zumindest keine aus diesem Jahrhundert.
Trotzdem machst Du einen Denkfehler. Objektive Geschichtsschreibung gibt es nämlich nicht, irgendwie spielt immer der Standpunkt des Ausors eine gewisse Rolle.
Im Übrigen haben die Juden nur eine „Fehler“ geamcht: Sie haben sich nicht angepasst. Sie vertreten seit über 2000 hartnäckig ihren Glauben als den einzig Richtigen und sehen sich als auserwähltes Volk. Sie missionieren dabei nicht einmal. Aber sie erkennen keine Kompromisse an. Dadurch ecken sie bei Machthabern und normalen Nachbarn regelmäßig an. Sie sind einfach anders, und damit erstklassige Haßobjekte. Das ist der einzige Grund für die Judenverfolgung.
Eine einzige Ausnahme dazu gäbe es eventuell: Das heutige Israel und die Araber. Darüber kann man wohl wirklich geteilter Meinung sein.
Also wirst Du nur zwei Sorten von Literatur finden:
Die große Masse, die die Juden einzig als Opfer sieht, die überwiegend schuldlos sind (von einzelnen Schweinehunden mal abgesehen, die gibt es in jedem Volk) und
die stark rechtslastige Literatur, die versucht, den Juden mit allen mitteln irgend eine Schuld zuzuweisen.
Mehr ist da nicht
Gernot Geyer
hallo, Gernot
es ist mir klar, dass jede Geschichtsschreibung nach irgend einer Seite tendiert. Deswegen sollte man ja auch mehr Infos holen, als nur ein Buch!
Deine Begrundung ist übrigens nicht ganz richtig: im Mittelalter kam ein Teil des Hasses daher, dass die Christen kein Geld verleihen durften, die Juden schon. Und Geldverleiher sind noch nie beliebt gewesen. Das kann es aber nicht nur sein.
Grüße
Raimund
Hallo, Frank
Mal ganz abgesehen davon, dass sich das alles nach geschickt
getarntem Anti-Semitismus anhört
Wenn Du meine Postings verfolgst, wirst Du feststellen, dass Du hier gänzlich daneben liegst!
und Herr Wolfssohn imho an
der Hochschule der Bundeswehr in München lehrt
Ich habe mal bei der Zeitschrift FOCUS nachgefragt: Da bekam ich die Antwort, Sie dürften das nicht sagen, ich sollte mich an den Zentral der Juden wenden. Ich wollte nur eines: ihn, den ich als Fachmann, und die vielen Fernsehauftritte haben mir gezeigt, dass er einer ist, nach Literatur zu fragen.
also nicht
besonders geheim ist,
Dabei geht es allerdings nicht um ein „Verschulden“ des
Opfers,
ich suche nicht Schuld und Schuldige wie ein Kriminologe, sonder möchte ganz einfach wissen, wie es zu dieser Katastrophe kommen konnte, die im Prinzip heute noch anhält!
Der „Beitrag“ der Juden zur Judenverfolgung bestand darin,
dass sie sich nicht assimilieren konnten oder wollten -
Es gibt auch andere Gruppen, die sich nicht assimilieren wollen. Außerdem gibt es viele Juden, die sich angepasst haben.
der hat zuerst mal einen Verlust und - ökonomisch gesprochen -
Transaktionskosten zu tragen, aber keine Gewißheit, dass er in
der neuen Gruppe aufgenommen wird und also den Verlust
kompensieren kann. Um so mehr galt das im Mittelalter oder
davor, wo die Gesellschaft sowieso in unveränderbare Gruppen
segmentiert war (Stände, Zünfte usw.).
(Dasselbe Phänomen tritt heute bei den jungen Türken auf.)
Das Grausame an den Verbrechen des NS ist ja auch, dass sie
eigentlich die „Falschen“ trafen, nämlich bei den Juden in
Deutschland Menschen, die Deutsche waren und sind; Leute die
dieses ihr Land liebten und z.B. im I. Weltkrieg in Massen für
dieses ihr Land gestorben waren … und die daher die
spezifisch „östliche“ Variante des Anti-Semitismus, nämlich
die Betonung des völkischen Aspekts samt des
Ausrottungs-Effekts der „Fremden“ völlig hilflos und ungläubig
gegenüberstanden.
Ich weiß, ich kenne einen, leider nicht persönlich, mit dem schönen namen Müller. Er verlor im ersten Weltkrieg ein Bein als deutscher Soldat. Er reagierte so, wie du es beschreibst.
Kurz und schlecht: Der „Fehler“ der Juden war, dass sie
aufgrund ihrer Diaspora Fremde waren in einer Gesellschaft, in
der es aus religiösem Absolutheitsanspruch oder aus
politischem Kalkül (so z.B. die katastrophale „multi-kulti“
Politik der KuK-Monarchie) eigentlich gar keine Fremden gaben
durfte und in der eine Assimilierung ökonomischen Suizid
bedeutete.
Nach dem „gravierenden Fehlern“ der Juden wird man also
ziemlich lange und letztlich vergeblich forschen.
Das glaube ich auch! Und leider auch, wie sich das so hochschaukeln konnte.
Totzdem, danke. gute Erklärung!
Grüße
Raimund
hallo, Michael,
warum habt Ihr nur alle Angst, dieses Thema anzusprechen. Nur was durchdiskutiert wird, kann verstanden und mit dem modernen Wort „bewältigt“ werden.
Ist denn der Versuch einer Begreifens schon falsch?
Ich frage mich doch auch, warum es z.B. zum Boxeraufstand in China kam. Da schreit allerdings niemand!
Du weißt genau, dass ich keine Angst vor heiklen Theman habe.
Auch auf die Gefahr hin, dass ich mal wieder falsch verstanden werde.
Den heißen Brei umrunden, macht nicht satt!
Aber wnns Euch lieber ist, dann lassen wir das Thema.
Dann frage ich lieber so wichtige Themen wie: hatte Eva schon die Periode oder kam das erst später! Nur bei solchen Themen schweige ich lieber!
Grüße
Raimund
und jetzt wird´s Zeit ins Bett zu gehen!
Hallo Raimund,
leider habe auch ich keine Antwort auf Deine Frage nach passender Literatur, moechte Dir aber trotzdem ein Buch empfehlen: „Die Unfaehigkeit zu Trauern“ von Alexander und Margarete Mitscherlich (vielleicht kennst Du’s ja schon?).
Darin geht es zwar hauptsaechlich um die Taeter, aber da dieses Buch einen allgemeinen psychoanalytischen Deutungsversuch der Vorgaenge im Dritten Reich und der damit zusammenhaengenden psychischen Konstitution der Deutschen im besonderen, aber auch letztendlich des Menschen im allgemeinen, darstellt, halte ich es in jedem Fall fuer sehr lesenswert.
Mir war danach vieles klarer. Vielleicht findest auch Du auf diesem Umweg wenigstens allgemeine Antworten auf Deine sehr konkreten Fragen.
Uebrigens fand ich Deine Frage sehr gut und durchaus berechtigt.
Dass das Thema fuer viele noch immer so „heikel“ ist, legt mir die Empfehlung (an jedermann) des obengenannten Buches noch mal so nahe.
mfG,
Lilly
Hallo Raimund:
Wenn du meine Antwort gelesen hast, dann würdest du nicht sagen, das ich mich um das Thema herumgedrückt habe. Allerhöchstens, das ich etwas kurz angebunden war und mir bei deiner Frage das Zäpfle runtergefallen ist.
Du hast behauptet, auch die Juden hätten gravierende Fehler gemacht, weil sie ja seit 2000 jahren verfolgt werden. Die Formulierung deutete stark darauf hin, das dies für dich eine feststehende Tatsache ist, obwohl du dafür keine ernstzunehmenden Hinweise gefunden hast.
Wenn man aber einen beliebigen Pogrom oderwasauchimmer herausgreift, dann findet man nichts, bis auf die übliche Greuelpropaganda und Neidparolen der Verfolger.
Das Wesentliche hat übrigens Frank (Hi Frank *wink*) in seiner Antwort gebracht, gibt eigentlich nichts weiter dazu zu sagen.
Wo nix ist, kann man nix finden.
Der Vergleich Judenverfolgung-Boxeraufstand hinkt übrigens ganz erheblich, denn das Wesentliche war ja die Formulierung deiner Frage (Die, milde gesprochen, etwas deftig war).
Hättest Du formuliert, wieso werden die Juden seit 2000 Jahren verfolgt, und es dabei belassen, hättest du sicherlich auch etwas weniger emotionale Antworten gekriegt. Durch die Äusserung deiner Ansicht, das „die Juden“ eine Mitschuld an ihrem Schicksal hätten, forderst Du eine heftige Reaktion geradezu heraus, also beschwer dich nicht.
Gruss
Mike
Hallo Raimund,
sicher ist an der Geschichte mit den Geldverleihern was dran. Aber das kann eigentlich nur eine Randerscheinung sein. Erstens gab es ja auch die großen Handelshäuser wie die Fugger, die nun wirklich keine Juden waren. Außerdem waren da noch andere geignete Haßobjekte, z,B. Feudalherren oder einfach reiche Leute, die Schulden auch stundeten. Und die hat schließlich auch keiner massiv verfolgt oder umgebracht. Außerdem waren unter den Juden auch viele echt arme Hunde, was war mit denen? Mal ganz abgesehen davon, daß die Juden ja gar keine ehrbaren Berufe ausüben durften.
Außerdem gibt es über das Ausmaß und die Bedeutung der Geldzirkulation im Mittelalter sehr verschiedene Ansichten. Die Fürsten (auch die geistlichen Herren) nahmen die Dienste der Juden ja ganz gern in Anspruch. Und das einfache Volk? Das war so arm, dennen hätte auch ein Jude kein Geld geliehen, der großen Masse davon jedenfalls nicht.
Ein wichtiges Motiv dürfte damals das Festhalten am jüdischen Glauben gewesen sein. Juden waren eben keine Christen und somit erstens nur Menschen zweiter Klasse und zweitens sowieso mit dem Teufel im Bunde. Außerdem hatten Schuld am Tode Jesus Christi. Das war zwar lange her, aber im Mittelalter allemal ein ausreichender Grund zum Haß. Es sind schließlich Kriege zwischen christlichen Staaten geführt worden, nur wegen des Glaubens. Da kann man sich ausrechnen, wie diejenigen geächtet wurden, die nicht mal Christen waren.
Von massiven Judenverfolgungen aus religiösen Gründen wird noch zur Zeit August des Starken aus Polen berichtet. Sie galten den katholischen Polen als Verräter, weil sie angeblich im nordischen Krieg den protestantischen Schweden geholfen haben sollen.
In Rußland sind organisierte Judenhetzen der „Rechtgläubigen“ Russen noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts und wohl auch in den Revolutionswirren nachgewiesen.
Ich habe wirklich verzweifelt versucht, ein anderes Motiv als den Glauben zu finden, aber da ist nicht viel. Gelegendlich dienten allerdings Glaubensfragen wohl mehr als Ablenkung. Wer die Juden verjagte, konnte sich ja anschließend ihren Besitz aneignen. Aber auch hier sehe ich keinen aktiven Beutrag der Juden.
Im Übrigen ist bezeichnend, daß in Europa mit der Entwicklung der bürgerlichen Demokratie die Judenverfolgung aufhört und der offene Haß schwindet. In dem Moment, wo der Glaube zur persönlichen Sache wird und mit der persönlichen Freiheit und Stellung des Einzelnen nichts mehr zu tun hat, ist Ruhe. Die Juden waren zum Teil immer noch Händler und Bankiers, und sie waren in ihrer Umgebung auch als Juden bekannt, aber mit Ausnahme des Dritten Reiches gibt er keine organisierte Bewegung mehr gegen sie. Wobei einzelne Zwischenfälle immer auftreten, auch andere Zeitgenossen liegen sich gelegendlich in den Haaren. chwarze Schafe gibt es wie schon gesagt überall.
Gernot Geyer
Hallo Frank und Raimund,
ich habe die Wissenschaft als „Viktimologie“ kenngelernt und es geht darin, wie Frank ganz richtig sagt, nicht um Schuldzuweisung, sondern um den sogenannten „victim´s appeal“, den Opferanreiz, den das potenzielle Opfer für eine bestimmte Tätergruppe ausstrahlt. Je höher der Opferanreiz, desto größer die Wahrscheinlichkeit zum Opfer gemacht zu werden. In der modernen Kriminalistik benützt man diese Wissenschaft dazu die Opfer zu warnen und ihnen zu zeigen, wie sie ihren gefährlichen „victim´s appeal“ verringern können.
gruß,
bb
ein so garnicht 'heikles ’ Buch:wink:
Hallo Raimund,
dies ist eines der besten Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe und das ich Dir wärmstens empfehlen möchte:
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/392721731X/qid…
Ich kam auf die Idee es zu kaufen, als ich eine Radiosendung mit eben diesem Gad Granach hörte. In einer unnachahmlichen Weise schildert er die Geschehnisse aus der Sicht des Betroffenen, hütet sich jedoch vor schlichter „gut“ und „böse“ Zuweisung.
Wie ich eben auf der Suche nach dem Buch entdeckte, gibt es jetzt auch eine CD seiner Tour und die habe ich mir gleich bestellt:wink: Diesen Mann muss man gehört haben!
Gruss
Eve*
Hallo Frank,
Das „Problem“ der Juden ist nun, dass die junge christliche
Religion sich vom Judentum abgrenzen mußte, denn die
potenziellen „Kunden“ fragten natürlich, was denn der
Unterschied Christentum - Judentum sei. So kam der
Antisemitismus durch Paulus in die Welt.
Du hast zwar im Prinzip recht.
Aber es war nicht Paulus, der den Antisemitismus ins Christentum gebracht hat. Wenn Du die Schriften des Paulus liest, wirst Du sehen, das er seinem Volk sehr viel Liebe entgegenbrachte.
Den Antisemitismus haben erst die späteren Kirchenväter eingebracht, indem sie einige Zitate aus den Paulusbriefen fehlinterpretiert haben.
Die jungen Christen brauchten auch keine Anstrengung unternehmen, sich von den Juden abzugrenzen. Das besorgten die Juden schon selber.
Aber während die ersten Christen noch Jerusalem als ihre „heilige Stadt“ bezeichneten, setzten die Kirchenfürsten ihren Ehrgeiz darein, Rom als „Heilige Stadt“ zu etablieren.
Aber das ist wieder ein anderes Thema.
Gruss Harald
.
Hallo, Gernot,
Außerdem hatten Schuld am Tode Jesus
Christi. Das war zwar lange her, aber im Mittelalter allemal
ein ausreichender Grund zum Haß.
Das schein mir einer der wichtigsten Gründe zu sein. Ich habe vor ca. 2 Jahren von einer Kroatin einen Spruch gehört, da sind mir die Haare zu Berge gestanden: die Juden sind deshalb so in alle welt zerstreut, weil sie von Gott bestraft wurden, dass sie Christus getötet haben!!! Ich dachte ich flipp aus! Sie sagte, das hätte sie im Religionsunterricht gelernt!
Grüße
Raimund
Hallo, Michael,
Ich gehe von der Erkenntnis aus, dass die Schuld nie zu 100% auf einer Seite zu suchen ist. Es soll auch keie Verurteilung sein, sondern ganz einfach herausfinden, wie es zu so einer Katastrophe kommen konnte!
Mein Hinweis auf die „Wehrsportgruppen“ sollte eigendlich schon alles sagen! Ich will keine Hetze! Wenn ich die wollte, bräuchte ich diese Frage nicht zu stellen. Da findet man genügend Sites im Internet. Ich werde von einem Hisbolla wohl kaum eine sachliche Antwort erhalten, genausowenig von einem jüdischen Fundamentalisten! Deswegen bin ich auch so von Herrn Wolfsohn überzeugt! Er macht mir den Eindruck, als wenn er versucht, neutral zu sein. Und es ist mir vollkommen klar, dass es keine 100%ige „Neutralität“ gibt. Jeder Mensch ist ein Produkt seiner Umgebeng!
Aber inzwischen habe ich chon einen Hinweis auf ein solches Buch erhalten (s.o.)
Grüße
Raimund
Die Sache mit den „jüdischen“ Geldverleihern ist ein gutes Beispiel dafür, dass man es als Minderheit NIE richtig machen kann. Erst wurde den Juden der „ehrbare“ Broterwerb verboten, also mußten sie Banker und Händler werden - im übrigen lukrativere und krisensichere Jobs als Bauer oder Handwerker, aber das haben die doofen Christen dank des Einflusses des Klerus ja nicht kapiert. Kaum waren sie Banker und Händler hieß es, dass sie die Bauern und Handwerker „aussaugen“.
Das ist genau wie mit den Asylanten heute: Leben sie von Sozialhilfe, beuten sie uns aus - arbeiten sie, nehmen sie uns den Arbeitsplatz weg.
Oder in den USA: Die „Nigger“ sind verhaßt, weil sie faul sind und von staatlicher Unterstützung leben - die Asiaten aber sind verhaßt, weil sie arbeitseifrig sind bis zum umfallen. Ergo: Wie man’s macht, macht man’s verkehrt!
Beim Anti-Semitismus lassen sich beide Argumente finden: Die erfolgreichen Juden (Rothschild!) sind wegen ihres Erfolges verhaßt, die verarmten osteuropäischen Juden (also die, die z.H. Hitler in seiner Jugend sah) waren wegen ihrer Erbärmlichkeit verhaßt.
frank
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hallo Raimund,
ein bisschen spät das Antwort-Posting, trotzdem.
Du hast ein heikles Thema angesprochen und dann auch noch den Begriff „Schuld“ auf die Opfer angewendet, was angesichts der Monströsität der Nazi-Verbrechen natürlich problematisch ist. „Schuld“ ist etwas Individuelles, auf kleine Gruppen bedingt anwendbar, auf Völker nicht - 99,99 % Unschuldige sind dann immer davon betroffen. Besser wäre der Begriff „Ursachen“, und davon gibt es eine Menge! Keine erklärt das ganze alleine, eine so lange Geschicht ist komplex, man kann bestenfalls über die jeweiligen Anteile diskutieren.
Den größten Anteil hat sicher der christliche Antisemitismus. Es läßt sich ja Einiges aus der Bibel herauslesen (Johannes), auch wurde vom Papst einiges Böse gesagt, und es gibt eine erdrückende Anzahl von Beispielen/Vorgängen, die das unterstützen. Auch viele scheinbar zunächst nicht mit Christentum oder Kirche verbundene Ursachen (z.B. dass die Juden für die Pest verantwortlich gemacht wurden) gehen indirekt doch darauf zurück. Man bedenke, dass bis zur Aufklärung praktisch ALLE Lebensbereiche unter dem Einfluss der Kirche(n) standen. Letztendlich war alles wohl darin begründet, dass „die Juden Jesus umgebracht haben“ (ich kenne Leute, die das heute noch so sehen und gegen alle Argumente verteidigen!!).
Aber es gibt da auch Gegenbeispiele: Als Peter von Amiens mit seinen Kreuzzugshorden in Köln einfiel, fanden die Juden Schutz beim Bischoff. Erst als dieser sich absetzte, weil die Kreuzzügler ihn sonst gelyncht hätten, war’s um sie geschehen. Im 2. Weltkrieg fanden viele Juden aus dem von den Deutschen besetzten Frankreich Schutz bei den (katholischen) Italienern in Südfrankreich!
Übrigens hat Hitler seinen Judenhass erst relativ spät verstärkt, nachdem er vom jüdischen Weltkongress (Jahr?) hörte, dass dort angeblich was über „Erlangung der Weltherrschaft“ oder so ähnlich gesagt wurde, was - wie man heute weiss - eine Fälschung war.
Gruss, Stucki