Ein Märchen mit Scheiben

Ein König hatte die bildhübscheste aller Töchter, und als sie alt genug wurde, beschloß er, sie zu verheiraten. Da sie keine Lust dazu hatte, ließ sie verlautbaren, daß sie nur den allerklügsten Bewerber heiraten würde. Es kamen Scharen von Prinzen und Edelleute aus der gesamten Welt, und sie wurden vielen Prüfungen unterzogen. Am Ende blieben nur noch drei Prinzen übrig, und sie bekamen folgende Aufgabe:
Aus einem Stapel mit 5 Scheiben, 2 weiße und 3 schwarze, wurde wahllos eine herausgeholt und jedem Prinzen auf dem Rücken gebunden, so daß er sie nicht sehen konnte. Die Prinzen wurden in einer Reihe aufgestellt, so daß der älteste die beiden anderen, der mittlere nur den jüngsten, und der jüngste nichts sehen konnte. Die Aufgabe lautete, die Farbe der eigenen Scheibe herauszufinden.

Nach einer längeren Denkpause meldete der jüngste Prinz seine Farbe und durfte die Prinzessin heiraten, und wenn sie nicht gestorben sind, dann treiben sie sich heute noch in Foren herum.

Was hat der Prinz gesagt, und warum?

Märchenhaften Gruß

J.

Ein König hatte die bildhübscheste aller
Töchter, und als sie alt genug wurde,
beschloß er, sie zu verheiraten. Da sie
keine Lust dazu hatte, ließ sie
verlautbaren, daß sie nur den
allerklügsten Bewerber heiraten würde. Es
kamen Scharen von Prinzen und Edelleute
aus der gesamten Welt, und sie wurden
vielen Prüfungen unterzogen. Am Ende
blieben nur noch drei Prinzen übrig, und
sie bekamen folgende Aufgabe:
Aus einem Stapel mit 5 Scheiben, 2 weiße
und 3 schwarze, wurde wahllos eine
herausgeholt und jedem Prinzen auf dem
Rücken gebunden, so daß er sie nicht
sehen konnte. Die Prinzen wurden in einer
Reihe aufgestellt, so daß der älteste die
beiden anderen, der mittlere nur den
jüngsten, und der jüngste nichts sehen
konnte. Die Aufgabe lautete, die Farbe
der eigenen Scheibe herauszufinden.

Nach einer längeren Denkpause meldete der
jüngste Prinz seine Farbe und durfte die
Prinzessin heiraten, und wenn sie nicht
gestorben sind, dann treiben sie sich
heute noch in Foren herum.

Was hat der Prinz gesagt, und warum?

Dass er 'ne schwarze Scheibe trägt!

A sieht weiss/weiss: weiss er dass er schwarz trägt. Wäre dann sofort mit der Antwort raus.
A sieht schwarz/weiss; B sieht weiss:
Da A mit der Antwort nicht rüberkommt, muss B selber schwarz tragen
A kriegt’s nicht gebacken; B nach längerer Bedenkzeit auch nicht - bleiben nur noch folgende Kombi’s:
A sieht schwarz/schwarz
oder
A sieht weiss/schwarz; B sieht schwarz
In beiden Fällen trägt C, der jüngste schwarz.

Hoffentlich taucht seine Prinzessin auch was.

Ja!
Mensch, noch nicht mal eine halbe Stunde.
Dafür habe ich soooolange getippt!
Die Prinzessin ist erste Sahne.

Gruß

J.

Bitte Erklärung für einen Dummen…
A sieht schwarz/weiss; B sieht weiss:

Da A mit der Antwort nicht rüberkommt,
muss B selber schwarz tragen

Was soll das bedeuten, wo ist der unterscheid s/w und w/s ?

Gruss
Zaphod

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Die Prinzen hießen Alfons, Bodo und Carsten, um Tipparbeit zu sparen A, B und C.
Nehmen wir an, Alfons hätte zwei weiße Scheiben gesehen. Da hätte er sofort „Schwarz!“ geschrien, denn es gab ja nu zwei Weiße. Also muß er entweder zwei Schwarze oder je eine schwarze und eine weiße gesehen haben. Er überlegte und überlegte, kam aber leider nicht weiter.
Bodo seinerseits ist das Warten von Alfons aufgefallen, wußte also, daß nicht zwei Weiße auftreten konnten. Hätte er eine weiße Scheibe gesehen, so hätte er sofort gewußt, daß seine Scheibe schwarz war, denn zwei Weiße waren ja nicht drin. Er dachte angestrengt nach, kam aber auch nicht weiter.
Carsten stellte genau diese Überlegungen an und wußte nach der längeren Pause der beiden anderen, daß Bodo schwarz gesehen hatte - im wahrsten Sinne.

Gruß
J.

Eigentlich logisch, nur Schorschs Erklärung ist nicht ganz wasserfest gewesen.

Resultalt: nicht der klügste hat gewonnen, sondern der glücklichste, denn wäre die Aufstellung eine andere gewesen…

Gruss

Zaphod :wink:

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Eigentlich logisch, nur Schorschs
Erklärung ist nicht ganz wasserfest
gewesen.

Finde ich nicht. Zwar ist seine Erzählweise für ein Märchen etwas spröde, aber deshalb nicht weniger richtig.

Was er tut, ist, alle Möglichkeiten durchzugehen. Wenn er sagt:

A sieht weiss/weiss: weiss er dass er :schwarz trägt. Wäre dann sofort mit der :Antwort raus.

meint er, daß WENN A weiss/weiss gesehen HÄTTE, dann A gleich mit der Antwort raus gewesen WÄRE - womit er sicherlich recht hat.

Wenn Du seine Liste in diesem Sinne durchgehst, sieht seine Lösung genau richtig aus.

Resultalt: nicht der klügste hat
gewonnen, sondern der glücklichste, denn
wäre die Aufstellung eine andere
gewesen…

Nun, wie gesagt, der klügste. Allerdings darf bezweifelt werden, ob die bildhübsche Prinzessin an dem Erzählstil des Prinzen ihre Freude gehabt hätte…

Gruß
J.

Nun, wie gesagt, der klügste. Allerdings
darf bezweifelt werden, ob die
bildhübsche Prinzessin an dem Erzählstil
des Prinzen ihre Freude gehabt hätte…

Gruß
J.

Fair war das tatsächlich nicht. Welche Farbe A auf dem Rücken trägt spielt keine Rolle. Nur was A sehen kann:
W/W
S/W
W/S
S/S
Auf W/W gewinnt A
Auf S/W gewinnt B
Auf beide restlichen Kombinationen gewinnt der Jüngste.

Der Erzählstil war aber meiner. Ich war nur der Ratgeber des Jüngsten. Und so blumenhaft orientalisch, wie er das dann der Prinzessin verklickert hat - ich bin auf den Arsch gefallen vor Neid.

Hallo José

Deine Begründung ist in sich logisch und schlüssig - trotzdem kann ich mir eine Gegenrede nicht verkneifen :wink:)

A, B und C stehen dumm im Dreieck 'rum und überlegen, welche Farbe die Scheibe hat. Nach wenigen Bruchteilen von Sekunden brüllt A seine Antwort in die Landschaft. Welche und warum?

Sieht A bei den anderen zwei weiße (Fall 1), so kann er nur eine schwarze Scheibe haben, und er ruft „Schwarz“. Sieht er zwei schwarze Scheiben, brüllt er „Weiß“ (Fall 2). Sieht er je eine schwarze und eine weiße Scheibe, so ruft er „Schwarz“ (Fall 3). Warum?
Die Chancenverteilung steht 60 zu 40 zugunsten von Schwarz. Im Fall 1 ändern sich die Konditionen auf 100 zu 0 zugunsten von schwarz. Im Fall 2 steht es 66 zu 33 zugunsten von Weiß, im Fall 3 66 zu 33 zugunsten von Schwarz. Will A überhaupt eine Chance haben, die Prinzessin zu kriegen, muß er pokern und schneller als die Konkurrenten agieren - oder mit anderen Worten: Mut zur Lücke!

So long!