Ein nettes Gedicht zum Thema “Denglisch”

Ein nettes Gedicht zum Thema “Denglisch”:

Ein Stückchen Indentität,
wertvolles Erbe geht uns verloren,
die schöne deutsche Sprache
für uns als Kulturschatz auserkoren.

Meine Freundin ist mega happy,
ich kann sie sehr gut verstehen
weil sie auf einem hippen Event
einen coolen Mann gesehen.

Sie kaufte sich per Call-by-Call
am Service-Point der Bahn
ein Tiket für den EuroNigth-Express,
es war der erste Date mit diesem Mann.

Er hat ein Auto mit Head-Up-Display,
Common-Rail-Einspritzsystem
auch mit Dynamic Drive,
das wollte sie unbedingt sehn.

Immer mehr Englisch schleicht sich
in unsere deutsche Sprache ein.
Und alle machen mit: Werbeagenturen,
Firmen, Medien, Behörden - muß das sein?

Weltgewandt sagt man, soll es klingen,
eine moderne und kompetente Sache,
ist es nicht Imponier-Gefasel,
Worthülsen für die eigene Muttersprache?

Natürlich muss Sprache lebendig bleiben,
um viele englische Begriffe kommen wir nicht rum,
aber dass man ohne Fremdsprachen-Kenntnisse
nicht mehr einkaufen kann, ist wirklich dumm.

Wirkt denn die Anti-Aging-Solution besser
als eine einfache Anti-Falten-Crem,
bringt ein Power-Snack mehr Energie
als ein Müsli-Riegel? Ist das zu verstehn?

Lasst uns die deutsche Sprache
die wir an unsere Kinder weitergeben,
hört auf schludrig damit umzugehen
wir können auch ohne “Denglisch” leben.

Hat mich irgendwie ziemlich nachdenklich gemacht. :frowning:

der mich auf die palme bringt.

folgende wörter hat mein fremdwortsuchgerät gefunden:

Indentität

latein

Kultur

latein

mega

griechisch

Auto

griechisch

agenturen

latein

Firmen, Medien

beides latein

kompetente

latein

Imponier

latein

Natürlich

latein

Anti

griechisch

Crem

französisch

Energie

griechisch

aber ich kanns verstehen:

Tiket
Nigth

wenn jemand nicht englisch kann, dann läuft er dagegen sturm!

gruß
datafox

was soll das?

folgende wörter hat mein fremdwortsuchgerät gefunden:

Indentität

latein

Ja und? Meines Wissens nach (ich bin kein Historiker) war Latein
und danach Französisch die Sprache der Oberschicht, mit der diese
sich (erfolgreich) ggüber der Unterschicht abheben wollte. Das da
einiges quasi „durchgesickert“ ist, ist wohl logisch. Aber das war
früher und kann nunmehr nicht geändert werden, zumal es für Wörter
wie Identität, Kultur,… wohl kaum einen „deutschen“ Ersatz gibt.

Aber in der heutigen Zeit sollte wohl niemand dadurch diskiminiert
werden, der kein Englisch kann, oder? Werbung, u.a. wollen
die Eigenschaft des Menschen ausnützen, daß er alles was er nicht versteht als „wichtig“, „kompliziert“ oder „richtig“ annimmt. Ist es
jedoch normalerweise nicht.

Vor allem gegen diese dummen Slogans „Come in and find out“ wehre ich
mich, wo doch ein „'reinkommen und 'rausfinden“ doch um vieles
symphatischer wäre. Aber ich muß dort ja nicht einkaufen.

Greetz :wink:
Gerald

Moin, moin, Gerald,

in die Diskussion will ich mich in der Sache nicht einmischen, sie geht mir an einem gewissen Körperteil vorbei, weil ich grundsätzlich die Dinge nicht kaufe, die in dieser Mixtur aus Deutsch und Englisch angepriesen werden.
Nein, etwas anderes wollte ich sagen, weil wir hier doch im Deutschbrett sind, und, bitte, halt mich nicht für besserwisserisch oder gar einen Beckmesser: es heißt entweder „meinem Wissen nach“ oder „meines Wissens“; „meines Wissens nach“ ist unterm Strich und könnte nicht mal als österreichische Sonderform durchgehen.

Nix für ungut - ich mag Dich trotzdem! - Rolf

ups

…es heißt entweder
„meinem Wissen nach“ oder „meines Wissens“; „meines Wissens
nach“ ist unterm Strich und könnte nicht mal als
österreichische Sonderform durchgehen.

Natürlich, da ist mir wohl …
Gruß
Gerald

ps.: Ein klares: „Wos i waas…“ wäre österr. gewesen, aber das gehört ja ins Dialektbrett.

Ja und? Meines Wissens nach (ich bin kein Historiker) war
Latein
und danach Französisch die Sprache der Oberschicht, mit der
diese
sich (erfolgreich) ggüber der Unterschicht abheben wollte.

genau wie heute englisch eben. es ist modern, man hebt sich damit als mann/frau „von welt“ vom ungebildeten, rückständigen rest ab. exakt dasselbe phänomen.

zumal es für
Wörter
wie Identität, Kultur,… wohl kaum einen „deutschen“ Ersatz
gibt.

gibts einen ersatz für scanner, fitness, ticket?

Aber in der heutigen Zeit sollte wohl niemand dadurch
diskiminiert
werden, der kein Englisch kann, oder?

und warum sollte man dann diskriminiert werden wenn man kein griechisch kann? :smile:

Werbung, u.a. wollen
die Eigenschaft des Menschen ausnützen, daß er alles was er
nicht versteht als „wichtig“, „kompliziert“ oder „richtig“
annimmt.

das ist nicht der grund für die verwendung von englisch in der werbung. es geht darum zu suggerieren, daß das produkt folgende eigenschaften hat: es ist am neuesten stand, modern, beliebt, weltweit zuhause, kommt aus amerika, ist wertvoll, macht einen „cool“ und damit attraktiv, richtet sich an menschen, die viel reisen und sprachen können usw.

Ist es
jedoch normalerweise nicht.

da es von der werbung verwendet wird, hat es auch erfolg. hätte es keinen, würde es nicht verwendet.

Vor allem gegen diese dummen Slogans „Come in and find out“
wehre ich
mich, wo doch ein „'reinkommen und 'rausfinden“ doch um vieles
symphatischer wäre. Aber ich muß dort ja nicht einkaufen.

du kannst dich wehren so viel du willst. das gesetz des marktes ist stärker. wenn der spruch (oder slogan *g*) wirkt, dann wird er benutzt.

gruß
datafox

naja, verbuchen wir es als Eigentor. Wer sich in polemischer Absicht mit dem Fluch der sicherlich teilweise sehr ärgerlichen Anglizismenflut lyrisch auseinandersetzen will, sollte tunlichst darauf verzichten, „crem“ (= „Creme“) auf „verstehn“ zu reimen. Das „wertvolle Erbe“ will besser gepflegt werden!
Gruß Andre

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Mag der Hintergrund auch noch so ernst und sinnvoll sein - das Ganze in so eine schlecht gestaltete „Hülse“ zu packen ist ein Armutszeugnis seiner selbst - dann noch Creme als urdeutsches Wort aus dem Wortstamm der Ostfriesendialekte Husums …
*G *

Toll rausgesucht Data, aber u.U. sollte man auch differenzieren - zwischen ursprünglichen und neuen Wörtern aus anderen Sprachen . . .
Die griechische Sprache und Latein sind nun mal der Ursprung für den Großteil unserer Sprache bzw. der Sprachstämme, die den Ausdruck in unseren Breitengeraden bestimmen !
Für viele Wörter gibt es nun mal kein konkreteres besseres , als das, das wir in diesen Sprachen gefunden haben !
Für viele der englischen schon…

genau wie heute englisch eben. es ist modern, man hebt sich
damit als mann/frau „von welt“ vom ungebildeten, rückständigen
rest ab. exakt dasselbe phänomen.

Also ich habe Verständnis für meine Eltern und Großeltern, die
nur wenig Englisch verstehen.

gibts einen ersatz für scanner, fitness, ticket?

Wie wärs mit Fahrkarte? Dieses Wort ist nicht nur äußerst beliebt,
sondern auch wohlbekannt. Für Scanner und Fitness fällt mir nichts
ein, aber ich bestreite ja nicht, daß es nicht sinnvoll ist, neue
Wörter zu übernehmen, wenn es im Deutschen mangelt!

Aber in der heutigen Zeit sollte wohl niemand dadurch
diskiminiert
werden, der kein Englisch kann, oder?

und warum sollte man dann diskriminiert werden wenn man kein
griechisch kann? :smile:

Wirst Du aber, spätestens wenn Dir Dein Arzt einige griech.-lat.
Fachvokabeln an den Kopf wirft. Und Du dann wie ein Trottel dastehst.
Dabei hast Du Dir nur den Finger verstaucht (was ich Dir aber nicht wünschen würde).

gruß
datafox

Auch viel Grüße
Gerald

Neue Studie
Hallo datafox,

da es von der werbung verwendet wird, hat es auch erfolg.
hätte es keinen, würde es nicht verwendet.

Vor allem gegen diese dummen Slogans „Come in and find out“
wehre ich
mich, wo doch ein „'reinkommen und 'rausfinden“ doch um vieles
symphatischer wäre. Aber ich muß dort ja nicht einkaufen.

du kannst dich wehren so viel du willst. das gesetz des
marktes ist stärker. wenn der spruch (oder slogan *g*) wirkt,
dann wird er benutzt.

lass dich doch mal hier eines Besseren belehren:
http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,31…

Nicht alles, was Englisch ist, ist auch erfolgreich… Jedenfalls nicht in Deutschland.

Grüße
Uschi

Also ich habe Verständnis für meine Eltern und Großeltern, die
nur wenig Englisch verstehen.

das ist nicht überall so, daß alles über 30 kein englisch (mehr) kann. (aber DAS ist ein anderes thema und wurde in anderen threads ausführlich behandelt!)

Wie wärs mit Fahrkarte?

flugticket zb. ist ein feststehender begriff. „fahrkarte“ würde in dem zusammenhang keiner verstehen.

Wirst Du aber, spätestens wenn Dir Dein Arzt einige
griech.-lat.
Fachvokabeln an den Kopf wirft.

das wäre eher peinlich für ihn, wenn er denkt, ich würde da nicht einigermaßen mitkommen :smile: bin zwar kein arzt, aber lateinische und griechische fremdwörter kann ich sehr gut auseinanderklauben und die bedeutung erahnen.

gruß
datafox

lass dich doch mal hier eines Besseren belehren:

ich denke, die werbeindustrie wird besser als „Statistikerin Isabel Kick in ihrer Diplomarbeit“ wissen was wirkt. alles was du siehst, das wirkt, sonst würdest du es nicht sehen! macdonalds „ich liebe es“ - darüber habe ich schon schmunzeln dürfen. ich denke im gesamten rest der welt steht da „I’m lovin’ it“…

gruß
datafox

Ach, datafox,

mit dir zu diskutieren ist nicht einfach. Du bist von etwas überzeugt… und basta! Nicht wahr?

Dass McDonalds ausgerechnet in Deutschland den Spruch „ich liebe es“ nimmt und NICHT den englischen Werbespruch, hat dann welche Begründung? Das bestätigt doch genau das, was im besagten Spiegel-Artikel steht.

Im übrigen irrst du auch, wenn du glaubst, dass McD nur in Deutschland abweicht von „I’m lovin it“. In Frankreich wirbt man auch in der Landessprache um Kundschaft (c’est tout ce que j’aime). Und nu?
Sind die Franzosen also auch nur widerspenstig und altmodisch?

Weiter unten behauptest du auch, dass „Flugticket“ ein feststehender Begriff sei. Ist er das wirklich? Die Lufthansa z.B. nennt das Dokument, das sie ihren Kunden ausstellt, Flugschein und auch in deutschen Reisebüros ist der Flugschein gang und gäbe.

Weißt du, datafox, ich persönlich habe gar nichts gegen Englisch - ich bin sogar „gelernte“ Englischlehrerin, auch wenn ich diesen Beruf jetzt nicht mehr ausübe. Aber ich habe etwas gegen absolut überflüssige und meistens auch recht dümmliche Anglizismen in der deutschen Sprache. Ich wäre mir da auch gar nicht so sicher, ob dieser Trend sich wirklich fortsetzt in Deutschland. Sobald mehr Unternehmen wie McD dahinter kommen, dass man sich auch auf Deutsch gut verkaufen kann, wird es bald vorbei sein mit der vermeintlich kosmopolitischen Sprachmischerei. Ich hoffe es zumindest.

Grüße
Uschi

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi,

wie Uschi schon erwähnt, ists nicht leicht zu diskutieren mit Dir,
aber ich respektiere natürlich Deine Meinung …

Wirst Du aber, spätestens wenn Dir Dein Arzt einige
griech.-lat.
Fachvokabeln an den Kopf wirft.

das wäre eher peinlich für ihn, wenn er denkt, ich würde da
nicht einigermaßen mitkommen :smile: bin zwar kein arzt, aber
lateinische und griechische fremdwörter kann ich sehr gut
auseinanderklauben und die bedeutung erahnen.

Und daß Du keine Dumme bist, nehm ich Dir sofort ab! :wink:

gruß
datafox

Gruß
Gerald