Ein paar Fragen zu Wortursprüngen

Woher kommt …

  1. „Fünfe grade sein lassen“? - Wer bleibt dabei grade?!

  2. „Mein Freund und Kupferstecher“ - Hab noch nie mit jemandem zusammen Kupfer gestochen …

  3. „Wacker- und Backsteine“ - Sind die einen wacker (tapfer?) und die anderen gebacken?

Danke!! :smile: Matthias

Hi Matthias,

  1. „Fünfe grade sein lassen“? - Wer bleibt dabei grade?!

nun fünf ist eine ungerade Zahl und wenn man fünfe gerade sein läßt, ist man großzügig und sieht über den einen oder anderen Mangel hinweg.

  1. „Wacker- und Backsteine“ - Sind die einen wacker (tapfer?)
    und die anderen gebacken?

Wackerstein hab ich im Moment nicht parrat, aber ein Backstein ist wirklich gebacken, sprich gebrannt. So was nenn man auch Ziegelstein.

Gandalf

Wackerer Kupferstecher
Hallo Matthias,

  1. „Mein Freund und Kupferstecher“

Der Kupferstecher ist einer, dem der Künstler vertrauen können muss, da er für die korrekte Abbildung und Verbreitung des Originals verantwortlich ist. Vermultlich ist da immer Misstrauen dabei, denn wer garantiert dem Künstler, dass der Kupferstecher nicht viel mehr Abzüge hergestellt und verkauft hat, als er mit dem Künstler abrechnet. Es besteht also immer ein etwas ambivalentes Verhältnis.

Dazu:
Kupferstecher
Mein lieber (oder alter) Freund und Kupferstecher!: eine im mittleren und nördlichen Deutschland, besonders in Berlin und Sachsen, gebräuchliche, halb ironische, halb vertrauliche Anrede an jemanden, mit dem man sich irgendwie auseinandersetzt. Literarisch z.B. 1892 bei Th. Fontane in ‚Frau Jenny Treibel‘ (8. Kapitel): »Das hat so sein sollen, Freund und Kupferstecher; mitunter fällt Ostern und Pfingsten auf einen Tag«. Es ist noch nicht geklärt, warum sich gerade der Beruf des Kupferstechers in dieser Formel erhalten hat. Zweifellos ist in dieser Redensart der Beruf des Kupferstechers gemeint, denn aus dem Obersächsischen sind zwei sehr verwandte Ausdrücke bezeugt, die genaue Parallelen zu unserer Wendung darstellen: ‚Alter Freund und Bildermann!‘, schon 1803 bei L. Lorenz in ‚Ein Denkmal aus dem Erzgebirge‘ belegt: »do biste freilich of’n Holzwag, alter Freund und Bildermann«. Der Bildermann war ein auf den Jahrmärkten anzutreffender Schausteller, der die Erzeugnisse der Kupferstecherei verkaufte. Eine weitere obersächsische Redensart lautet: ‚Alter Freund und Petschaftsstecher‘.
[Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten: Kupferstecher, S. 1. Digitale Bibliothek Band 42: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten, S. 3599 (vgl. Röhrich-LdspR Bd. 3, S. 911) © Verlag Herder]

Auch bei den anderen beiden Beispielen mischt sich Vertrauen und Misstrauen.

  1. „Wackersteine“

Den Back- oder Ziegelstein hat Gandalf schon geklärt; der Wackerstein kommt von:

_Wa|cke, die; -, -n [mhd. wacke, ahd. wacko, H.u.] (landsch., sonst veraltet): kleinerer [verwitternder] Gesteinsbrocken.

© Duden - Deutsches Universalwörterbuch 2001_

ist also pleonastisch ein: Gesteinsbrockenstein. Man kann in manchen Gegenden auch noch hören: Das ist aber ein Wackes!

Gruß Fritz

Hallo Matthias,

  1. „Wacker- und Backsteine“ - Sind die einen wacker (tapfer?)
    und die anderen gebacken?

*hihi* Neee Du, mit Heldentum und Tapferkeit hat das nix zu tun. Wackerstein kommt von Wacke (das ist verwitterter Basalt, aus dem Lehm entsteht).

Beste Grüße

Tessa

  1. „Fünfe grade sein lassen“? - Wer bleibt dabei grade?!

nun fünf ist eine ungerade Zahl und wenn man fünfe gerade sein
läßt, ist man großzügig und sieht über den einen oder anderen
Mangel hinweg.

Hallo Gandalf,

und ich dachte immer, man meint die fünf Finger der Hand, die man nicht krumm macht, also faulenzt.

Grüße McSofa

Hi Fritz,

Man kann in
manchen Gegenden auch noch hören: Das ist aber ein Wackes!

bei uns in der Gegend (westlliches Rheinland) haben die Belgier den schönen (Schimpf)namen Wagges, was soviel wie Kopfstein oder grober Brocken bedeutet.

Gandalf

Interessanter Ansatz

Hallo Gandalf,

und ich dachte immer, man meint die fünf Finger der Hand, die
man nicht krumm macht, also faulenzt.

Grüße McSofa