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- Der Weg zum Waffenstillstand am 11.11.1918
Bis Ende 1916 versuchen die neutralen USA unter Präsident Wilson zwischen den Kriegsparteien zu vermitteln. Dafür fordert er von allen Kriegsteilnehmern die jeweiligen Kriegsziele ein. Das deutsche Kaiserreich kommt dieser Aufforderung nach und erklärt im Februar 1917 die Wiederaufnahme des unbegrenzten U-Boot-Krieges (so sollen auch US-amerikanische Schiffe angegriffen werden, wenn diese in Richtung Großbritannien laufen). Als Folge des uneingeschränkten U-Boot-Krieges erklären die USA dem Deutsche Reich am 6.April 1917 den Krieg.
Obwohl die Verlagerung amerikanischer Truppen nur sehr langsam in Gang kommt (die USA hatten damals eine nur sehr kleine Armee), weiß man auf deutscher Seite um die neue Gefahr. Kommt die amerikanische Militärmaschine erst einmal ins Rollen, ist der Krieg definitiv verloren. Daher entschließt man sich, im Frühjahr 1918 zu einer deutschen Großoffensive, um den Krieg zu beenden, bevor US-Truppen in größerer Zahl in Frankreich eintreffen. Die Offensive beginnt im März 1918. Im Juni hat sie sich festgelaufen, und nun gehen die Alliierten zum Gegenangriff über.
Den Briten gelingt es mit den neuen Panzern, die deutschen Linien zu durchbrechen. Ende Juli greifen 1,4 Millionen frische amerikanische Truppen in die Kämpfe ein. Die deutsche Armee muss Nordwestfrankreich und Teile von Belgien räumen. Dies sind seit Herbst 1914 erstmalig größere Gebietsgewinne.
Am 14.August 1918 erklärt Ludendorff dem Kaiser und der Reichsregierung, dass der Krieg militärisch nicht mehr zu gewinnen ist.
Ende September brechen die Verbündeten der Deutschen (Österreich-Ungarn, Bulgarien, das Osmanische Reich) zusammen.
Am 3.Oktober 1918 wird Max Prinz von Baden Reichskanzler und soll über Präsident Wilson einen Waffenstillstand aushandeln. Die Verhandlungen ziehen sich über vier Wochen hin.
Als Anfang November der deutschen Flotte in Kiel das Auslaufen befohlen wird, kommt es zur Meuterei. Die Matrosen befürchten, dass sie zu Kriegsende in einer letzten Schlacht verheizt werden sollen. Dieser Aufstand greift um sich und führt zur Novemberrevolution in Berlin. Wilhelm II. wird zur Abdankung und Flucht nach Holland gezwungen, sein Sohn verzichtet auf jegliche Thronansprüche.
Am 11.November 1918 wird im Wald von Compiegne der Waffenstillstand unterschrieben. Die Deutschen müssen sich bis hinter den Rhein zurückziehen und alle entstandenen Schäden ersetzen. Genaueres soll ein Friedensvertrag regeln (Vertrag von Versailles 1919).
- Was war der Notenwechsel mit den USA und wie kam es dazu?
Mit Noten ist hier der Schriftwechsel der Diplomaten gemeint. Konkret geht es um die Waffenstillstandsverhandlungen zwischen dem Deutschen Reich unter der Regierung von Max Prinz von Baden und der US-amerikanischen Regierung. Gründe und Ablauf siehe oben.
- Was war der Umsturz am 9.11.1918
Am 4.November 1918 kam es in Kiel zum Aufstand der Matrosen (siehe auch oben). Diese Aufstand schwappte ein paar Tage später nach Berlin.
Am 7.November 1918 kam es in Berlin zu Demonstrationen, auf denen „Frieden und Brot“ gefordert wurde - von einem Ende des Kaiserreiches oder einer Abdankung Wilhelm II. war bei den Demonstranten keine Rede.
Am 8.November 1918 griffen sozialdemokratische und kommunistische Politiker die Unruhen auf, um eine Abdankung des Kaisers zu erzwingen. Die Telefon- und Telegrafenverbindungen sowie der Eisenbahnverkehr von und nach Berlin werden unterbunden. Öffentliche Gebäude werden vom Militär besetzt. Kampfhandlungen auf den Straßen Berlins stehen unmittelbar bevor.
Am 9.November 1918 verkündet Max Prinz von Baden gegen Mittag eigenmächtig die Abdankung Kaiser Wilhelm II., um die Lage zu entspannen. Nachfolger des Kaisers wird Friedrich Ebert (SPD) als Reichspräsident. Wilhelm II. wird nahegelegt, mit seiner Familie das Land zu verlassen. In einer nicht mit seiner Partei abgestimmten Aktion - und gegen den ausdrücklichen Rat Eberts - ruft der SPD-Politiker Philip Scheidemann von einem Balkon des Reichstages die demokratische Republik aus. Damit kommt er der Ausrufung der freien sozialistischen Räterepublik durch Karl Liebknecht nur wenige Stunden zuvor. In Berlin beginnt der Generalstreik.
Am 10.November 1918 fährt die Kaiserfamilie ins holländische Exil. Im ganzen Reich bilden sich Soldaten- und Arbeiterräte. Die SPD-Politiker Ebert, Scheidemann und Landsberg sowie die drei parteilosen Haase, Barth und Dittmann bilden den Rat der Volksbeauftragten, also eine provisorische Regierung.
Am 11.November 1918 wird der Waffenstillstand in Compiegne unterzeichnet.
Grüße
Heinrich