Hallo!
Ich habe Drehbank, Fräse, :Maschinen, Für Holz Sögen, :Frösen etc. Tiefziehanlage
Selbst gebaut: :Kühlschrankkompressor),
Platinenätzstation, :Schmiedeamboss und ich baue :gerne.
Jede einzelne Möglichkeit und Fähigkeit wirst Du gewiß gut gebrauchen können und zwar für den eigenen Betrieb, für Vorrichtungen und Ausstattungsgegenstände, aber nicht zur Auftragsbearbeitung. Mit einem Sammelsurium an Werkstattausstattung läßt sich kein Angebot für eine konkrete Zielgruppe ersetzen. Wer in alles beißt, was Auftrag heißt, wird zum Bastler, investiert sich tot, ohne die Chance, auf einem Gebiet wirklich gut zu sein. Natürlich ist es hilfreich, mal eine Platine selbst ätzen zu können. Aber die ist dann zweiseitig mit mäßiger Passergenauigkeit, ohne galvanische Durchkontaktierungen, ohne professionellen Oberflächenschutz, ohne Lötstoplack, auschließlich rechtwinklich mit vermutlich grausig aussehenden Kanten und mit Leiterbahnbreiten aus der Zeit der Dampfradios. Ich will nichts herunter machen, aber man muß die engen Grenzen sehen. Soll das Ergebnis professioneller und auch nur kleinserientauglich sein, investierst Du satt 6stellig und findest Dich in einem überbesetzten Marktsegment mit heftigen Umweltschutzauflagen wieder, wo sich die Investition niemals rechnen wird.
Das Gleiche beim Drehen und Fräsen. Wunderbar, wenn man die Maschinen hat. Man kann sich in vielen Situationen helfen. Aber man kann damit keine Auftragsarbeiten annehmen. Ich muß Dir wohl nicht erzählen, was alleine ein paar Spannzangen kosten, daß man für Drehstähle und Fräser ohne weiteres tausende bezahlt, daß jeder Rundtisch, jedes angetriebene Werkzeug ein Vermögen kostet. Trotzdem bleiben die Grenzen des Machbaren eng gesteckt. An Deiner Fräsbank, sofern es keine CNC-Maschine ist, bringt Dich ein einziger anzufräsender Außenradius ins Schwitzen und von weiteren Freiheitsgraden an der Maschine darfst Du nicht einmal träumen oder mußt in S-Klasse-Größenordnung investieren.
Als geschickter Handwerker kannst Du ein Holzhäuschen bauen. Um das aber gewerblich zu machen, reichen ein paar semiprofessionelle Heimwerkermaschinen nicht mehr.
Deine Werkstatt ist eine wertvolle Hilfe, aber tue Dir selbst den Gefallen und verwechsle die Möglichkeiten zur Selbsthilfe nicht mit Fertigungsmöglichkeiten und dem erforderlichen Know-How in den einzelnen Disziplinen. Das ist wirklich eine ganz andere Welt. Es gibt heute kein Marktsegment mehr, in dem sich als Hans-Dampf-in-allen-Gassen außer Ärger noch etwas verdienen läßt. Manche Leute fingen nach dem Krieg mit Leistungen aller Art an und vergleichbar strukturierte Hinterhofbetriebe aus Osteuropa versuchen sich bis heute in der Allroundkunst. In von Mangel an Gütern gekennzeichneten Zeiten und Gegenden funktioniert das, aber nicht heute in Deutschland. So kann man allenfalls den Dummen August für geizige Privatleute oder mittellose Erfinder machen, aber Geld verdienen kann man so nicht. Schlimmer noch: Jeder akquirierte Kunde ist absehbar ein verlorener Kunde.
Was ich Dir erzähle, ist übrigens keine graue Theorie. Ich hab das alles hinter mir und bei etlichen anderen Betrieben beobachtet. Viele Minibetriebe zeigen stolz eine vielseitige Preisliste mit zig Optionen vor, aber kaum etwas ist wirklich lieferbar und nichts ist wirklich fertig und erfüllt professionelle Ansprüche. Regelmäßig ist zu beobachten, daß bei den wenigen am Markt Überlebenden nach ein paar Jahren nichts mehr übrig ist von dem Gemischtwarenladen, statt dessen Spezialisierung. Man kann eben nur auf einem begrenzten Gebiet wirklich gut sein. Alles andere ist Stümperei, für die niemand Geld ausgeben will. Vertrieb und Marketing sind in zu bunt gemischten Marktsegmenten schlicht unmöglich. Das wird Kratzen an der Oberfläche mit bestenfalls Zufallserfolgen. Man wird keinen Kunden erreichen, während es bei Fokussierung aller Kraft auf ein schmales Marktsegment plötzlich funktioniert.
Dein Augenmerk sollte sich auf einen begrenzten Bereich konzentrieren. Schau Dir die gewerbliche Infrastruktur Deiner Region an, um zu Ideen für ein Produkt- und Dienstleistungsangebot zu kommen und versuche gar nicht erst, diese Konzeptfindung durch eine Mischung aus Hilti-Bohrmaschine und Kreissäge zu ersetzen.
Gruß
Wolfgang