Ein Thema zum 'Kotzen'

…wörtlich gemeint! :wink:
Vielleicht hätte ich auch im Medizinbrett posten können; aber ich denke, hier kann es ebenso gut stehen.

Hallo!

Wer kennt das nicht: Einer kotzt, ein anderer sieht’s - und könnte seinen Haufen direkt daneben setzen! Der Geruch in Verbindung mit der Optik läßt den meisten Menschen direkt etwas hochsteigen. Als scheinbar naheliegende Begründung macht man den Ekel dafür verantwortlich. Aber so ganz kann das nicht stimmen. Ekel ist großteils ein erzieherisches Produkt. Kinder haben damit in der Regel (noch) nicht viel zu tun. Sie können alles anfassen, mit allem spielen, alles untersuchen. Und trotzdem wird auch den Kleinen kotzübel… obwohl sie doch gar nicht wissen, daß es eklig ist.

Worin begründet sich also die Reaktion?

Gruß!
Tino

Hi Tino,
Deine Überlegung trifft genau ins Schwarze.
Im üblen Mageninhalt befindet sich eine Substanz, die bei anderen den bewussten Reflex auslösen kann.
(Leider habe ich den Namen vergessen, wenn er mir einfällt, poste ich nochmal. RAINER schau rein, du weißt das bestimmt).
Offenbar ist das angeboren und soll alle, die aus dem selben Fressnapf gespeist haben, vor Vergiftung schützen :wink:
Aber tröste dich:
Den Reflex kann man/frau abtrainieren. Bei langjähriger Übung kommt es dann nicht automatisch, z.B. im Krankenhaus etc.
Baba
Vo.

Hi Vo
Das ist bei mir auch ein „wunder Punkt“, ich zucke total aus, wenn ich jemanden kotzen höre, sofort ist mir auch schlecht u. meine Nerven spielen total verrückt, - auch wenn ich den Geruch nicht rieche - u. das Ergebnis nicht sehe - ich könnte zB aus dem Klo rennen, ohne Unterhose, wenns grad unten wäre. Ist´n bißchen peinlich in der Arbeit … u. ich brauche dann Zeit bis ich mich wieder einkriege.

Hast du ein paar Tipps wg. Abtrainieren?

LG
M

Hi Tino,

zunächst hätte ich früher auch am liebsten mitgekotzt, wenn ich jemanden gesehen habe wie er sich erbricht. Es ekelte mich und ich bekam selbst Würgegefühle. Erst vor wenigen Tagen sah ich an der Bushaltestelle eine alte Frau, die im hohen Bogen kotzte. Sie lief ein paar Meter und wieder kotzte sie. Die Mengen die aus ihr kamen, waren auch nicht unbedingt klein.

Ich wußte nicht was ich tun sollte. Einerseits wollte ich mich nicht einmischen, beobachtete die Situation von außen und dachte dennoch bei mir, vielleicht ist sie sehr krank und braucht Hilfe? Später gingen Menschen an dem Erbrochenen vorbei, erschraken sich teils oder reagierten auch etwas angewidert.

Teils wissen kleine Kinder schon sehr viel. Vielleicht spüren sie auch nur den Ekel der Erwachsenen und übernehmen dieses Ekelgefühl?

Wahrscheinlicher erscheint mir allerdings der Gedanke, daß in grauer Vorzeit vor allem bei „schlechtem“ Essen gekotzt wurde. Und wer einen empfindlicheren Magen hatte, kotzte zuerst, und hat möglicherweise auf diese Weise anderen aus der Sippe eine Magen-Darm-Grippe oder gar Schlimmeres erspart?

Aber es kann alles auch ganz anders sein. :smile:

Ciao,
Romana

Hi Michaela,
Abtrainieren ist was für Profis (z.B. Krankenpfleger/innen) oder wenn Du Mama wirst. Säuglinge rülpsen und rinnen auch oft über.
Gegen die Substanz selbst (deren Name mir immer noch nicht eingefallen ist) kannst du nichts unternehmen, außer Deinerseits die Atmung trainieren.
Tägliches Üben ist aber doch eher was für Masochist/inn/en.

V.

Oh danke für das appetitanregende Thema, ich werde es sogleichbausdrucken und meiner derzeitigen Quartalsabschnittsgefährtin vor dem Essen verlesen.

Aber es stimmt, als Kind hatte ich eine Riesenfurcht vor anderen, denen aus Körperöffnungen etwas herauskam, wo sonst nur etwas eingefüllt wird. Zumal es mir absolut selten passierte, und schon gar nicht, wenn andere dabei waren. Bereits sehr früh lernte ich in allen Lebenslagen die Contenance zu wahren *gggg Auf einer Ausfahrt mit dem Kindergarten stopfte ein Mädchen meines Alters unablässig Pfirsische in sich hinein, das ganze wurde mit Schokolade, Eis und Limonade abgerundet und sollte nicht ohne Wirkung bleiben. Den Ablick des Bussitzes und des Kleides ihrer Sitznachbarin wird mir ewig im Gedächtnis bleiben, vor allem das zartsäuerliche Aroma, das sie für den restlichen Tag umgab … Von diesem Tag an ekelte mich so sehr vor ihr, das es mit jetzt noch einen Schauer über den Rücken bereitet.
Selbst kann ich essen und trinken was und soviel ich will, auch wenn andere Menschen sagen, dass es verdorben ist ( "Wenn Mozzarella nach etwas schmeckt, ist er hinüber " ), es passiert nichts - vielleicht hat mein Magen eine Asbesthülle oder so. Lediglich im Jahre 1996 hatte ich mal 3 Tage lang Durchfall im Urlaub in einem südlichen Land, da muss wohl doch was gewesen sein. Das kann aber auch vom eisgekühlten Bier gekommen sein, eine Unsitte, wie sie in manchen Restaurants praktiziert wird. Aber wenn die Hitze groß und der Durst noch größer ist … Aber wann ich mich zum letzten Mal … Ihr wisst schon … wüsste ich jetzt auf Anhieb gar nicht zu sagen.

Mittlerweile kann mich kaum noch etwas schocken, das heißt weder das Geräusch noch der Geruch, nur vor einem Haufen ekelt mich eventuell. Also scheinbar ist es doch lernbar. Oder man stumpft ab, was ja eigentlich auch ein Lernprozess ist (???)

Wer kennt das Gericht „Saure Flecke“ ? Wenn dieses zubereitet wird, entsteht ein ähnlicher Geruch. Die ess ich übrigens für mein Leben gern.

Gruß

HM :smile:

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