Ein Verb gesucht?

Hallo zusammen,

ich bin auf der Suche nach einem gewissen Verb. Man verwendet das Verb „erhören“ in Verbindung „Gebete“ Also Gott erhört die Gebete. Ich suche ein Verb, welches in Verbindung mit „Fasten“ gebraucht wird. Ich wäre sehr dankbar, wenn ihr mir dabei helfen könntet.

Beste Grüße
Hussein

Moin, Hussein,

da kenne ich nur Fasten brechen im Sinne von unterbrechen.

Gruß Ralf

Hallo, Hussein,
Dir ist schon bewusst, das „fasten“ auch ein Verb ist? Also die „Tätigkeit“ keine Nahrung zu sich zu nehmen.

Das „Erhören“ von Gebeten ist ja eigentlich der (gewünschte) Effekt, der durch das Beten hervorgerufen wird.

Was wäre dann denn der erwünschte Effekt des Fastens, wenn ich Deine Analogie aufgreife? (Geistige) Reinigung? Der Kluge (etym. WB) rückt „fasten“ in die Nähe der lateinischen Wörter „purus -> rein, lauter“ und „pius -> rechtschaffen, heilig“.

Vielleicht kannst Du erläutern, welches Wort Dir da fehlt. Ansonsten bleibt Dir wirklich nur Ralfs Assoziation mit „fastenbrechen“

Gruß
Eckard

Servus,

in diesem Zusammenhang bittet man im konservativen Katholizismus, das Opfer (sei es Fasten, sei es eine Wallfahrt, sei es eine Gabe für die Kirche oder irgendeinen Bedürftigen, oder sonst irgendein Gelübde) oder auch einfach nur das Gebet „gnädig“ oder „in Gnade anzunehmen“.

Das ist ein Bezug auf die nicht unmittelbar verständliche Geschichte von Kain und Abel, wo ohne weiteres Motiv das eine Opfer angenommen worden ist, und das andere nicht.

Auch auf die Geschichte von Hiob, der machen konnte, was er wollte, aber trotzdem immer noch einen obendrauf bekommen hat, bis er am Ende zugegeben hat, dass man Opfer und Gutes Leben und Einhalten der Gesetze nicht kontieren und aufrechnen kann, sondern der Chef so oder so nach seinem eigenen Plan handelt.

Schöne Grüße

MM

Wünsche zu Feiertagen
Servus Hussein,

neugierhalber noch:

Im Deutschen ist es ja üblich, sich gegenseitig zu den hohen Festtagen irgendwelche Wünsche wie „Fröhliche Weihnachten“, „Frohe Ostern“ etc. zu wünschen.

Gibt es analoge Wünsche im Arabischen zu Aid al Adha?

Ich frage deswegen, weil eine rumänisch-orthodoxe Freundin sich, seit sie in Deutschland ist, darüber lustig macht, dass sich die Deutschen ständig gegenseitig irgendwas wünschen, besonders zu den religiösen Feiertagen, die ja eigentlich nicht für den Nachbarn, sondern für Gott vorgesehen sind. Ihre Formulierung dafür: „Wenn sich zwei Deutsche beim Pinkeln treffen, wünschen sie sich noch einen schönen Sonntag…“

Schöne Grüße

MM

Natürlich gibt es solche
Hallo MM,

ich habe gestern die entsprechenden Wunschformeln aus dem Arabischen ins Deutsche übersetzt: Beispiele:

Möge es dir im neuen Jahr gut gehen!

Mögest du fröhliche Feiertage haben!

Möge der nächste Anlass deine Hochzeit sein!

Gruß
Hussein

Hallo,

besten Dank für die Hilfe!

Gruß
Hussein

Bei uns ist Fasten…
Hallo Eckard,

das ist wirklich eine ganz gute Frage.

Vielleicht kannst Du erläutern, welches Wort Dir da fehlt.
Ansonsten bleibt Dir wirklich nur Ralfs Assoziation mit
„fastenbrechen“

Sowohl das „Fasten“ als auch das „Beten“ sind in der islamischen Religion Pflichten. Wer eine Klausur besthen will, muss lernen. Das ist genau mit dem Fasten und Beten der Fall ist. Die sind die Stoffe der Abschlussprüfung:smile: (zur Jenseits) Es gibt Regel, wie man fastet und betet. Wenn man sich an diese Regel nicht hält, kann es sein dass sein Gebet nicht erhört und sein Fasten nicht angenommen wird.

Fast hier das Verb „annehmen“?

Beste Grüße
Hussein

Vielen Dank
Hallo

vielen Dank für deinen Beitrag!

Gruß
Hussein

Ich verstehe, Hussein,
obwohl mir das Konzept sehr fremd ist. Es ist also offenbar so, dass es Pflicht ist, zu fasten und das den Regeln entsprechend zu tun, sonst ist es ungültig und rechnet nicht zu den Taten, die gefordert werden.
Vielleicht wäre „nicht anrechnen“ hier das gesuchte Verb.

Ist es im Islam nicht so, dass man fastet oder sich Mäßigung auferlegt, um das dadurch Eingesparte als Almosen zu geben? So hatte ich das bisher immer gedacht.

Welche Bedeutung das Fasten im christlichen Glauben spielt, sollte man vielleicht mal im Religionsbrett ermitteln. Es kann sein, dass es dort nur dazu dient, sich von „Weltlichem“ zu reinigen und eine andere Bewusstseins-Stufe zu erreichen. Ich werde dort mal eine entsprechende Frage einstellen.

Gruß
Eckard

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Hallo Eckard,

obwohl mir das Konzept sehr fremd ist. Es ist also offenbar
so, dass es Pflicht ist, zu fasten und das den Regeln
entsprechend zu tun, sonst ist es ungültig und rechnet nicht
zu den Taten, die gefordert werden.

ja, genau.

Vielleicht wäre „nicht anrechnen“ hier das gesuchte Verb.

Kannst du mir bitte ein Beispiel nennen? ich konnte die Bedeutung des Verbs im Wörterbuch nicht richtig verstehen.

Ist es im Islam nicht so, dass man fastet oder sich Mäßigung
auferlegt, um das dadurch Eingesparte als Almosen zu geben? So
hatte ich das bisher immer gedacht.

Ich habe die Frage nicht richtig verstanden. Kannst du es noch mal anderes formulieren? Ich versuche etwas darüber zu erzählen.

Im Koran steht geschrieben, dass jeder Mensch fasten soll. Es ist also eine Pflicht. Wer zur Fastenzeit (im Ramadan) krank ist, muss das Fasten später nachholen. Wer eine lange Strecke fahren muss (am Tag des Fastens), darf das Fasten brechen und diesen Tag später nachholen.

Was ist Fasten? Man darf weder essen noch trinken. (bis Sonnenuntergag) Was das Fasten ungültig macht, ist neben Essen und Triken, auch Lügen, schlecht über die anderen reden, Sex (selbst wenn es die eigene Frau ist), auf die Frauen gucken:smile:, also alles, was mit Genuss verbunden ist, kann das Fasten ungültig machen.

Almosen sind sozusagen wie die Steuer in Deutschland, aber die sind weniger, ungefähr 5%. Die sollen die Muslime zahlen, aber die meisten tun es nicht. Aber das ist genau so wie Beten und Fasten auch eine Pflicht.

Beste Grüße
Hussein

Hi Hussein,

ich weiss zwar, was Du suchst, aber ich weiss nicht, ob es ein passendes Wort gibt (ausser den genannten).

Dass das Fasten nicht angerechnet wird, nicht gültig ist, nicht zählt, wenn man sich während des Fastens nicht an die Regeln hält, das ist alles richtig. Es wird nicht anerkannt (=akzeptiert), sollte man vielleicht sagen.

Wenn Du aber dieses ‚Anerkennen‘ oder ‚Anrechnen‘ (‚zum ‚Konto‘ deiner erfüllten Pflichten hinzuaddieren‘) in Analogie zu ‚Erhören‘ im Kontext von Gebet setzen willst, dann versteht Du eventuell das Wort ‚erhören‘ nicht ganz:

Wenn man sagt, dass Gott ein Gebet erhört hat, dann heisst das, dass man eine Bitte hatte, das man Gott UM ETWAS GEBETEN HAT (um etwas bitten, bat, gebeten).

Das hat man dann zwar im GEBET gemacht, man hat also auch GEBETET (von beten, nicht von bitten).

Wenn man sagt, dass Gott ein Gebet ERHÖRT hat, dann ist also das wahr geworden, was man in der Bitte ausgesprochen hat - also das, worum man ihn gebeten hat.

Wenn Gott ein Gebet ERHÖRT, geht es also NICHT darum, dass man z.B. eine bestimmte Anzahl von Gebeten gesprochen hat, und damit seine Pflicht erfüllt hat - diese Gebete also zum ‚Konto der erfüllten Pflichten‘ hinzugezählt werden.

Falls Dir das vorher schon bewusst war, bitte ich um Verzeihung. Falls nicht, dann hoffe ich, dass es Dir weiterhilft!

Gruss, isabel

Hallo Isabel,

vielen herzlichen Dank für die wertvollen Hilfe! Das war wirklich sehr hilfreich. Ich wusste es wirklich nicht, dass damit ein Bittgebet gemeint ist. Vielen vielen Dank noch mal für die ausführliche Erklärung!

Beste Grüße
Hussein