Hi,
Tendenziell geht die Entwicklung hin zu immer effizienteren
Maschinen.
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Weiss nicht manchmal geht es einfacher: die Maschine, die dort
steht produziert mit dem einsatz von X-Kosten Material und
x-Kosten Löhnen und x-Kosten Zusatzkosten einen Wert von y.
und y geteilt durch x sollte größer 1 sein.
Was sind aber die Kosten? Wie geht der Pfoertner mit ein, die Lagerhaltung, die Putzfrau, wie die Auftragslage? Wird eine Maschine in ihrer Konstruktion effizienter, wenn sie staerker ausgelastet ist? Wird sie effizienter, wenn die Ausgangsmaterialien billiger werden?
Was Du angibst, ist die Effizienz des Produktionsprozesses, die Selbstverwertung und Inwertsetzung von Kapital, der abstrakte Zyklus Geld-Ware(auch Arbeitskraft ist eine)-mehr Geld. Dafuer ist aber die Maschine, die konkrete Produktion egal, diese erscheint nicht in der Ware, genausowenig wie der Produktionsstandort.
Wenn du aber keine Eingangskosten hast, und keine Nebenkosten,
dann hat das Produkt auch keinen Wert, und muss also
verschenkt werden.
Eben. Wie weit darf man sich diesem Zustand annaehern, d.h. wie weit muss die 1 ueberschritten werden, damit noch rentable Produktion stattfinden kann? Zinsniveau, doppeltes Zinsniveau?
Andererseits waeren 99%+x der Bevoelkerung von der Produktion
ausgeschlossen. Dienstleistung verbraucht, aber produziert
keine Werte, es kann sie sich also kaum jemand leisten. Es
waere ein Zustand von HiTech-Armut.
Großer Irrtum, die dienstleistung produziert auch Werte.
siehe: der Replikator muss repariert werden: Wer ist dafür
zuständig, wird er entlohnt? Wovon? Macht er die Arbeit
freiwillig und umsonst?
Nur dass jemand entlohnt wird heisst noch lange nicht, dass er *marktfaehige* Werte schafft. Ein Haarschnitt ist qualitativ verschieden von einer Feile, einem Apfel, einem Elektronenmikroskop. Insbesondere kann er nicht weiterverkauft werden wie diese, er ist reine Konsumption (von Bausubstanz, Strom, Wasser, Shampoos, der Schere, von Arbeitskraft, etc.).
An die Grenze stoesst diese Begrifflichkeit sowieso mit der CD-Produktion: stellt eine nicht wesentlich von weissem Rauschen zu unterscheidende Folge von 0 und 1 Wert dar? Wenn ja, wie die Preisdifferenz zum CD-R Rohling nahelegt, dann ist Wert eine allgemeine Idee, ein reines Glaubenskonstrukt „a priori“ ohne materielle Basis. Weiter mit Fetischkritik oder Systemtheorie.
Und mit Dienstleistungen kann ich keine ganze
Gesellschaft beschäftigen.
Du vielleicht nicht, aber die Gesellschaft sich selbst.
Wie meinen? Wir schneiden uns alle gegenseitig die Haare und
von dem dabei eingenommenen Geld kaufen wir Lebensmittel,
Waschmaschinen, Computer, mieten Wohnungen, … ?
Nicht wir alle, jeder tut was er kann!
Es ist nicht zu bestreiten, dass wir alle wesentlich besser leben koennten, wenn wir uns in vielen kleinen und grossen Dingen mehr gegenseitig helfen und unterstuetzen wuerden. Diese Beziehungen aber per Geld zu vermitteln, also in Werte zu verwandeln, moeglichst noch in Form einer ICH-AG, stoesst sehr schnell an Grenzen.
Im Controlling wird versucht, die Wertproduktion innerhalb eines Unternehmens auf jeden einzelnen herunterzubrechen, den AN als Ich-AG aufzufassen, der mit den anderen AN des Unternehmens nur in Marktverhaeltnissen steht. Ich wuesste nicht, dass dies erfolgreich oder wenigstens zufriedenstellend irgendwo gelungen waere.
Und nun das Ganze fuer jeden einzelnen von jedem einzelnen, FiBu, Steuern, ISO 9001/2, Vermoegensanlage,… eine Horrorvision, ein Volk von 24/7-Buchhaltern.
Wie berechnet sich der Preis von einmal Schuhe putzen nach oekonomischen Gesichtspunkten, vor allem der Kostensenkung? Materialkosten: Billigstprodukte, Reproduktion: Existenzminimum. Das hoert sich nicht nach Aufschwung, sondern nach 3. Welt an.
Dienstleistung meint auch Spezialfertigung bestimmter Produkte. Auch oder gerade hier muesste der Wert auf jeden einzelnen noch katalogisierbaren Arbeitsschritt heruntergebrochen werden. Kostensenkung schreit hier geradezu nach Outsourcing, da man die Schnittstelle beim Katalogisieren ja definiert hat, also Billigloehne in Billiglaendern. Wobei natuerlich in die Preisbildung die Arbeit der Finanzabteilung mit einbezogen werden muss.
Und in all dem stecken die sozialen Kosten, d.h. die Gemeinkosten der Marktwirtschaft, noch gar nicht drin, koennen es gar nicht, da dreckige Luft z.B. nicht auf das einzelne Produkt umgelegt werden kann.
Die
Selbstheilungskräfte des Kapitalismus sind so enorm, daß sie
heute immer noch unterschätzt werden, ist mir rätselhaft.
Bitte weihe mich in diese Mystik der Warengesellschaft ein:
welcher Natur sind diese Selbstheilungskraefte?
Nun diese habe nichts mit der Warengesellschaft zu tun.
die Selbstheilungkräfte des Kapitalismus, sind die Kräfte, die
ausgefallene Produkte, oder Einkommen zielstrebig ersetzen
durch neue.
Z.B. Der altbekannte Rentenschneider. Während dieser noch
zuhause saß und auf die Rendite wartete, zocken jetzt seine
Enkel die Betriebe in Grund und Boden, weil sie garnicht mehr
an der Dividende interessiert sind.
Und weil eine Aktie zu spekulativ ist, werden mehrere zu Fonds
gebündelt. Weil auch das nicht sicher ist, wird nunr noch mit
dem Versprechen zu kaufen oder zu verkaufen gehandelt. usw.
usw.
Das hoert sich fuer mich nicht nach Selbstheilung, sondern nach Krisenverstaerkung an, insbesondere der letzte Punkt.
Ciao Lutz