Ein widerspruch

ein widerspruch

auf einer seite … bin ich gluecklich und froh … dass ich gelernt habe … weniger zu wuenschen … weniger rat zu suchen und rat zu geben

auf der anderen seite … spuere ich in mir einen widerspruch … dass ich die ganze welt … mit dieser neuen entdeckung … gluecklich zu sein … sinnvoll zu leben … ruetteln und schuetteln will

eigentlich fuehle ich mich schon besser … dass ich willig bin … auch diese seite in mir zu begegnen. herzliche gruesse, werner

Kein Widerspruch…
…denn es ist ein spannendes Abenteuer allen Seiten, in einem, willig zu begegnen und diesen Aufmerksamkeit zu schenken.

ich strahle mit freude …

lieber andreas … herzlichen dank fuer deine antwort:

Kein Wiederspruch
denn es ist ein spannendes Abenteuer

allen Seiten, in einem,
willig zu begegnen und diesen Aufmerksamkeit zu schenken.

ich moechte dir eine geschichte erzaehlen:

es war einmal eine familie. vater, mutter und tochter sassen im kreis, im wohnzimmer auf dem teppich. da sagte die tochter … mutti, wenn du dir was wuenschen wuerdest, was wuerde es sein ? … ohne zu zoegern kam die antwort: ich moechte wieder am 17 tage langen la jolla program teilnehmen … und kukte den vater dabei an … der vater sagte spontan … ja, tue es …

dann sagte die mutter: aber nur … wenn du diesesmal mitkommst … der vater sagte wieder spontan: ja, ich komme mit.

wir wohnten in minneapolis in der mitte von nordamerika. das treffen war im sommer 1983 etwas noerdlich von san diago, am pazifischen ocean bei der mexikanischen grenze … in der la jolla campus schule. so 3000 km entfernt.

am ersten treffen, freitagabend, waren da so 50 menschen. wir sassen im kreis. nach so 20 minuten stille … fing einer an. er war ein gefaengniswaerter von texas … und so hat sich einer nach den anderen … jeweils … nach einer stillen pause … vorgestellt. es waren menschen von europa … central amerika … japan. ich sah und hoerte … keinen ‚lehrer‘.

am naechsten morgen war ein zettel an der tuer … mit nahmen fuer 8 teilnehmer und eine raum nummer drauf … fuer die naechsten 3 tage … 3 stunden am vormittag … und 3 stunden am nachmittag erzaehlte jeder aus seinem eigenen leben … irgendwie merkte ich, dass es wichtig war … sich an jede einzelheit zu erinnern … zu ezaehlen … zu hoeren. wieder sah und hoerte ich … keinen ‚lehrer‘.

dann war der zettel so, dass alle teilnehmer, fuer den rest der 17 tage … jeden morgen, fuer 3 stunden … in einem raum zusammen waren … und dass jeder eine neue kleine gruppe … fuer die 3 stunden am nachmittag … bekam.

in der mitte vom program, war ein tag frei. spontan, formte sich eine gruppe … fuer den tag. das treffen dauerte 25 stunden … wieder ohne lehrer … und, keiner wollte aufhoeren.

dann, am abend, hatte ein mann eine entspannungsuebung mit uns gemacht. ich habe da auch mitgemacht. ich hatte mitbekommen, dass dieser mann … und ein anderer mann … die leitung fuer das 17 tage lange treffen hatten … aber zurueckhaltend waren … und keine lehrer rollen spielten.

dann, am naechsten tag, mit allen so 50 teilnehmern, hoerte ich eine junge frau von japan. sie sagte, sie haette sich jahrelang auf dieses program vorbereitet … es hat ihr viel geld gekostet … und jeden tag wartet sie, dass carl rogers auftritt … und mit dem program anfaengt.

ich hatte keine ahnung wen sie meinte … wer dieser cal rogers ist … was er mit dieser gruppe zu tun hat … und auf was fuer ein program sie wartete …

dann merkte ich, dass ihre schmerzen auch was mit dieser entspannungsuebung am abend zuvor zutun hatte, und dass sie ihre anklage an diesen mann richtete … wie enttaeuscht sie auch davon war

je mehr sie ihre schmerzen offenbarte … merkte ich nicht … was vor mir geschah …

dass dieser mann … sich vom stuhl auf die den teppich gesetzt hatte … dass er sich in den 3 stunden … langsam … sitzend … zuhoerend … ohne was zu sagen … durch den mittelkreis bewegte … bis er vor ihren fuessen angekommen war.

… beide umarmten sich …

als ich wieder zu hause war, bin ich zur bibliotek gegangen. von seinem lebenslauf, habe ich gelernt, dass carl rogers als lehrer taetig war, und dass er das jaehrliche la jolla program … so um 1968 angefangen hat … so im sinne von einer selbsthilfegruppe: … Nur du weißts, wo Dir Deine Last drückt …

von seinen buechern habe ich gelernt, dass er, carl rogers, nicht anwesend sein brauchte, weil er dass vertraunen in sich selbst, und in jeden teilnehmer hatte … dass wir einander zuhoeren koennen … von uns selbst erzaehlen koennen … und dass wir selbständig arbeiten koennen, um eigene Lösungen für eigene Probleme zu entwickeln.

seit diesem 17 tage treffen konnte ich meine alten rollen … als mensch … als lehrer … nicht mehr spielen.

nach 20 jahren, vergeht kaum ein tag, wo ich nicht an die verschiedenen teilnehmer, an die verschiedenen erlebnissse denke, und kraft davon spuere.

lieber andreas … herzlichen dank fuer deine antwort:

ich moechte dir eine geschichte erzaehlen:

Danke, du hast sie schon in meinem Forum veröffentlich, aber ich lese sie immer wieder gern

Liebe Grüße
Andreas