Ich suche das Fremdwort für ein Zitat, welches am Anfang eines Kapitels steht, und worauf ich später nochmal eingehen möchte - also ein Wort welches das Vorangestelltes Zitat benennt.
Z.B. ein Wort für: „das Zitat welches am Anfang des Kapitels II stand“
ich schreibe grad am meiner Magisterarbeit und der Satz wird langsam Sterotyp…
muss es unbedingt ein fremdwort sein? ich sach ja immer „wer bildung durch hochgestochenes reden/schreiben beweisen will, beweist das gegenteil“… ich würde vorschlagen, dass du z.b. vom „einleitenden zitat“ oder vom einstiegszitat sprichst. so versteht jeder auf anhieb, was gemeint ist. oder versuchs zu umschreiben, etwa „die anfangs erwähnten worte von herrn/frau xy“. vergiss nie: auch eine wissenschaftliche arbeit wird von menschen gelesen, die irgendwann einmal genug haben vom ständigen wissenschaftsjargon und sich unbewusst drüber freuen, wenn sie einen normalen satz vorfinden.
Einspruch! (leider keine Antwort zur ersten Frage)
Mein lieber spot,
also da muß ich aber heftigst widersprechen: Klar, wer gestelzt und angestrengt professionell redet oder schreibt, entlarvt oft seine tatsächliche Unbildung; doch hier geht es um eine Magisterarbeit! Ich denke, daß wenn es schon einen Begriff für „einleitende Zitate“ gibt, dann sollte man der deutschen Sprache doch auch die Gunst erweisen und dieses Wort hier verwenden; und Fremdworte gehören - im weiteren Sinne - zur deutschen Sprache dazu. Wenn es nach Dir ginge, so würden alle Fachtermini (!) aussterben, weil sich nur ja keiner der Gefahr aussetzen will, als Aufschneider zu gelten. Bemühte Herabminderung der eigenen Fähigkeiten ist doch mindestens ebenso blamabel.
Wenn eine Magisterarbeit diese einleitenden Zitate zum Thema hat, werden die Sätze durch eine Umschreibung, wie Du sie vorschlägst, aufgebläht und schwer verdaulich. Es wird wohl ungleich mehr Leute (unbewußt) freuen, wenn sie einen Text schnell lesen und inhatlich aufnehmen können. Ich zum Beispiel bin meistens froh, wenn ich praktische Fremdworte dazulerne.
Fremdworte haben nämlich oft den Vorteil, daß sie durch verkürzte Form die Diskussion vereinfachen. Als Beispiel nenne ich mal das englische Mobbing. Stelle Dir mal ein Gespräch über Mobbing vor, in dem eben dieses Wort durch die deutsche Umschreibung ersetzt würde. Man kann eben nicht einfach „hänseln“, „ärgern“, „schneiden“ oder „rausekeln“ sagen. Der Begriff umfaßt nämlich viel mehr.
Übrigens sind auch Worte wie „Thema“ oder „Artikel“ früher als Fremdworte hinzugekommen. Stell Dir bloß mal vor, man müßte all das Ersetzen, was nicht originär deutsch ist (Du kennst doch das Beispiel: Motor = Zerknallungstreibling). Es ist also alles eine Frage des Kontextes - je häufiger ein Sachverhalt beschrieben oder verwendet wird umso sinnvoller ist es, dort ein geeignetes Fremdwort einzusetzen.
Zustimmen kann ich Dir in Fällen, in denen ein Fremdwort wirklich nur peinlicher Zierat ist, und genauso gut durch ein ähnlichkurzes, deutsches Wort substituiert werden könnte. Aha!?
Im Verlagswesen nennen wir das ein „Motto“, obwohl dieses italienische Wort eigentlich einen Leitspruch des Autors bezeichnet. Aber in der Wahl des Zitats bringt der Autor ja eigentlich das Gleiche zum Ausdruck, nämlich einen mehr oder weniger verklausulierten Hinweis auf den Inhalt des Kapitels.
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