hi walter,
ich möchte dir nicht zu nahe treten, aber die art, wie du
fragst, deutet darauf hin, daß du dir besser einen
spezialisten suchst.
nun ja es kann ja nicht gleich ein jeder so ein super über
drüber klugkopf sein,fragen ist ja keine schande.
Nein, sehe ich auch so, aber ich kann mich der Meinung des Vorposters in deinem Fall nur anschließen. Rein theoretisch ist alles ganz einfach. Nur ein Board, ein Gehäuse, ein Prozessor, ein paar Karten, Laufwerke, alles mit einfachen Schraub- und Steckverbindungen, müsste doch jeder Depp in 20 Minuten hin bekommen, ist ja schließlich alles schon kompatibel. Und die Praxis: Für jeden Prozesor braucht man das genau passende Board mit dem passenden Bios, man muss sich durch oft grausam und nur englisch übersetzte zusammenkopierte Manuals mit zig Tabellen quäelen, um die passende Jumperkonstellation für Prozessor und Speicher zu finden. Stellt man die Spannungsversorgung da falsch ein, grillst du die schöne neue Hardware gar.
Du willst eine vorhandene Grafikkarte verwenden? Wie sieht es mit den verschiedenen AGP-Versionen aus. Auch da gibt es Spannungsunterschiede, die schnell teuer werden können. Speicher gibt es in zig Varianten im Handel. Welche passt denn nun zum Board und Prozessor? Viel zu spät fällt dir als Laien auf, dass eine bestimmte - für dich wichtige Komponente - mit dem neuen Board überhaupt nicht läuft, dass es keine Treiber für das neu zu installierende OS gibt, …
Was machst du mit Onboard-Komponenten, die du gar nicht verwenden willst / kannst? Wie kannst du feststellen, ob eine Komponente tatsächlich kaputt oder doch nicht so richtig kompatibel ist?
Ganz ehrlich, ich habe über zehn Jahre Rechner geschraubt und bin heilefroh, diesen Teil meines Lebens vor einigen Jahren schon mehr oder weniger abgeschlossen zu haben, denn es war zunehmend frustiger. OK, wenn man die Sache gewerblich macht, steckt man viel tiefer drin, weiß um Macken einiger Komponenten und hat immer auch einen ständig größer werdenden Fundus an Teilen, die man mal testweise austauschen kann. Aber wenn ich mir vorstelle, ich hätte da genau ein Board, einen Prozessor und eine Grafikkarte, und der Rechner wird tatsächlich benötigt und ich kann mir nicht wochenlang Zeit lassen um im Web nach neuen Treibern und Workarounds zu suchen und ich wäre als Privatkunde der kleine Bittsteller beim blöden Markt, der zum dritten Mal hin muss um Bitte, Bitte zu sagen, damit man ihm doch noch mal eine Komponente tauscht, die nicht passt,… Ach nö, muss ich nicht haben. Wenn meine letzte selbstgeschraubte P3 800MHz-Kiste demnächst mal den Geist aufgeben sollte, dann kommt ein neues Komplettgerät hier hin.
Und Leuten, die wirklich tiefer in die Sache einsteigen wollen und einfach aus Spaß an der Freud PCs zusammenschrauben oder erweitern wollen, kann man wirklich nur dringend raten, dies nicht an produktiven Systemen zu erlernen, sondern tatsächlich mal mit Altteilen anzufangen. Da geht es dann nicht so ins Geld, wenn man mal ein Teil gen Himmel schickt und stört es nicht weiter, wenn man noch mal ein weiteres Board bei ebay für ein paar Cent organisiert, weil man mit der ersten Kiste nicht klar gekommen ist.
Gruß vom Wiz