Artikel bei (ehemals) zusammengesetzten Wörtern
Radio ist die Verkürzung von das
Radiogerät
Allgemein hat die Deutsche Sprache auf Grund ihrer Möglichkeit
zur Wortverbindung die Tendenz zur Generalisierung, auch bei
Artikeln.
So heißt es z.B. der Mozarella, der Edammer,
der Gauda, …, weil mensch sich hinter alles einen
-käse denkt bzw. denken kann, was einer
Gattungsbezeichnung nahekommt.
Da bei zusammengesetzten Wörtern zum Wortende hin die
Verallgemeinerung folgt, à-là „Spezialnormalitätssache“, und da
die Wortenden im Deutschen den Artikel bestimmen, bestimmt die
allgemeine Gattingsbezeichnung oder Grobeinordnung bei solchen
Wörtern den Artikel.
Leider sind manche Sachen dabei nur noch historisch zu erklären,
so wäre ich z.B. nicht auf das Radio_gerät_ gekommen…
Außerdem sind die ursprünglichen, unterschiedlichen Artikel,
soweit ich weiß, bitte korrigiert mich, im
Indo-Europäischen aus dem phonetischen Zusammenspiel derselben
mit den Wort_anfängen_ der Substantive entstanden, was sich
aber heute wegen der starken Veränderungen der Substantive nicht
mehr wirklich bemerkbar macht. Deshalb erscheinen uns die Artikel
generell heute „unlogisch“ und nicht nachvollziehbar.
Wie gesagt, korrigiert mich, wenn ich mich irre…
Die Möglichkeit der Wortkombination (die ich persönlich für eine
wunderschöne Spielwiese in unserer Sprache halte, die in vielen
anderen Sprachen einfach fehlt oder nicht in gleichem Maße
vorhanden ist) versucht auch nur, darauf aufbauend die Artikel zu
erklären, bietet aber oftmals eine Erklärungshilfe bei oben
erwähnten (auch gerne vormals) zusammengesetzten Wörtern.
Zumindest das wird dann ein bisschen logisch 
Irgendwer hatte vorher schon mal angemerkt, dass die deutsche
Sprache „logischer“ sei als z.B. die englische. Ist natürlich
absolut streitbar (ich würde das nie so verallgemeinern), aber
zumindest mit ihrer Möglichkeit zur Zusammensetzung ordnet
die deutsche Sprache die Wörter schon einmal in Gruppen. Dadurch
wirkt einfach vieles sehr geordnet. Außerdem verringert es die
Menge der Wörter, die mensch kennen muss, um sich vernünftig zu
unterhalten. Der Rest lässt sich irgendwo ableiten. Diese
Möglichkeit vermisse ich im Englischen wirklich, wo die Wortmenge
geradezu gigantisch ist, was da alles an französisch-, deutsch-
keltisch-stämmigem zusammenkommt…
Ich denke, dass diese Eigenschaft der Sprachordnung sogar
Einfluss auf unsere Kultur nimmt, aber das mag eine gewagte These
sein…
Gut, soviel dazu…
Wahrscheinlich wird mir jetzt wieder wer antworten, dass das ja
überhaupt nicht so ist und alle anderen Sprachen und Kulturen
mindestens noch viel geordneter sind, etc… Aber ich denke,
meine Argumentation dürfte zumindest ein bisschen nachvollziehbar
sein, oder?
Gruß,
Stefan 
PS: Ist jemandem schon mal das Wort „Wortkombination“
aufgefallen? Ist das nicht wunderbar selbsterklärend?