Eine Denksportaufgabe

Hi,

…hat mir Herr Tritin am Sonntag bei „Sabine Christiansen“ aufgegeben.

Sinngemäss geht es darum:

Die Grünen haben sich am Freitag wider ihr Gewissen für einen Militäreinsatz entschieden. Die Zustimmung zur Vertrauensfrage stand ausserhalb der Debatte. Jetzt wirft man der Partei Machtgier, Prinzipienverrat und sonst noch so allerlei Dreck an den Kopf.

Union und FDP haben sich am Freitag wider ihr Gewissen gegen einen Militäreinsatz entschieden. Die Ablehnung der Vertrauensfrage stand ausserhalb der Debatte. Jetzt hängt sich die Partei einen Heiligenschein um und wirft mit Dreck.

Also, für mich sieht es so aus, als ob da alle Beteiligten exakt das Gleiche getan haben…

Wenn es also darum geht, die zukünftige Wählbarkeit einer Partei an einem logisch schlüssigen Abstimmverhalten zu messen, dürften im nächsten Bundestag nur noch SPD und PDS vertreten sein.

Kann es sein, dass die ganze Diskussion mal wieder nur um heisse Luft geht?

Gruss
Feanor

Hi Feanor!

Die Grünen haben sich am Freitag wider ihr Gewissen für einen
Militäreinsatz entschieden.

Nicht alle. Aber die meisten, ja.

Die Zustimmung zur Vertrauensfrage
stand ausserhalb der Debatte. Jetzt wirft man der Partei
Machtgier, Prinzipienverrat und sonst noch so allerlei Dreck
an den Kopf.

Naja, der uebliche Scheiss halt, der immer von so verstrahlten Leuten kommt, weil sie mal wieder ihren bekifften Frieden (Willen) nicht bekommen haben.

Union und FDP haben sich am Freitag wider ihr Gewissen gegen
einen Militäreinsatz entschieden. Die Ablehnung der
Vertrauensfrage stand ausserhalb der Debatte. Jetzt hängt sich
die Partei einen Heiligenschein um und wirft mit Dreck.

Naja, so war’s ja vorher auch, mit dem aeh… dingens Konflikt. Aeh… scheisse vergessen. Egal, hat die CDU aber schonmal gemacht, obwohl der Schroeder genau das richtige getan hat und die CDU genauso gehandelt haette. Gleiches Spiel also.

Also, für mich sieht es so aus, als ob da alle Beteiligten
exakt das Gleiche getan haben…

Naja, nicht ganz. Populaer Politik. Es geht um Stimmen und um nix anderes. Immerhin geht es stark auf die Bundestagswahlen zu. Endspurt sozusagen.

Wenn es also darum geht, die zukünftige Wählbarkeit einer
Partei an einem logisch schlüssigen Abstimmverhalten zu
messen, dürften im nächsten Bundestag nur noch SPD und PDS
vertreten sein.

Na, auch das mag’ ich mal stark zu bezweifeln. Der SPD sind die Haende gebunden und die PDS weiss nicht wirklich, was es heisst zu regieren. Die setzen sich doch von allen am meisten den Heiligenschein auf. Was die gemacht haetten, wenn die anstelle der SPD haetten entscheiden muessen, daran will ich gar nicht denken.

Kann es sein, dass die ganze Diskussion mal wieder nur um
heisse Luft geht?

Nee, um Stimmen. Wie ich schon sagte.

MfG

        eclipze

Hi,
Die Grünen haben sich am Freitag wider ihr Gewissen für einen
Militäreinsatz entschieden. Die Zustimmung zur Vertrauensfrage
stand ausserhalb der Debatte. Jetzt wirft man der Partei
Machtgier, Prinzipienverrat und sonst noch so allerlei Dreck
an den Kopf.

Die Grünen haben nunmal ihre Prinzipien über Bord geworfen, weil ihnen der Machterhalt wichtiger war. Also ist die Kritik ja wohl berechtigt.

Union und FDP haben sich am Freitag wider ihr Gewissen gegen
einen Militäreinsatz entschieden. Die Ablehnung der
Vertrauensfrage stand ausserhalb der Debatte. Jetzt hängt sich
die Partei einen Heiligenschein um und wirft mit Dreck.

Stimmt so nicht ganz.

  1. Eine Opposition spricht der Regierung NIE das Vertrauen aus. Warum sollte sie ihre politischen Gegner denn unterstützen? Für die CDU und die FDP wäre doch ein Sturz der rot-grünen Regierung wünschenswert gewesen.
  2. Die CDU und die FDP hätten, wenn Schröder das Vertrauen nicht ausgesprochen bekommen hätte, diesen Antrag nochmals eingebracht, diesmal ohne Vertrauensfrage und dann hätten sie natürlich zugestimmt.
    Also wusste die Opposition, dass ihre Position auf jeden Fall durchgeht. Deshalb konnten sie darauf Verzichten, Schröder das Vertrauen auszusprechen.

Also, für mich sieht es so aus, als ob da alle Beteiligten
exakt das Gleiche getan haben…

Nein, denn CDU und FDP haben gewußt, dass ihre Meinung sowieso genügend Unterstützer hat, die Grünen allerdings haben ihren Standpunkt überhaupt nicht mehr vertreten.

So ein Durcheinander kommt halt heraus, wenn man Kompetenz und Vertrauensfragen mischt, aber das ist wohl kaum die Schuld von CDU und FDP.

Hallo.

Also, für mich sieht es so aus, als ob da alle Beteiligten
exakt das Gleiche getan haben…

Richtig.
Nur wenn man die Argumentation ein bißchen abwandelt werden die Grünen zu Recht mit Dreck beschmissen.
Denn es ging nicht um die zwei Entscheidungen Vertrauensbeweis ja/nein und Kriegseinsatz ja/nein sondern einzig und allein um die eine Entscheidung Kriegseinsatz/Vertrauensbruch.

Keine der Entscheidungen stand außerhalb der Deabtte, sondern war halt mit einer andern Entscheidung verknüpft. Die Entscheidung mußte entweder für das große oder das kleine Übel ausfallen.

Die Grünen haben sich für den Vertrauensbeweis und damit gegen ihre eigenen Prinzipien entschieden. Das heißt im Klartext: „Ich will meine Macht behalten, also schmeisse ich meine Prinzipien über Bord.“
Die andere Entscheidung wäre gewesen: „Ich würde gerne mit Dir weiter regieren, aber meine Prinzipien erlauben mir nicht, dieser Sachfrage zuzustimmen.“
Klingt für mich irgendwie ehrlicher.

Aber wann war Politik jemals ehrlich?!

Wenn es also darum geht, die zukünftige Wählbarkeit einer
Partei an einem logisch schlüssigen Abstimmverhalten zu
messen, dürften im nächsten Bundestag nur noch SPD und PDS
vertreten sein.

Na klar, wenn ich dem ganzen mit Ehrlichkeit, Prinzipientreue, Loyalität und den übrigen Hohlphrasen des täglichen bedarfs nicht mehr beikomme, dann wieche ich halt auf die Logik aus… Tolle Wurst. Sollen sich die Grünen doch umbenennen: PPL „Partei politischer Logiker“ - Das kann man dann auch mit „Partei der Prinzipien-Leugner“ übersetzen und es paßt wieder.

Kann es sein, dass die ganze Diskussion mal wieder nur um
heisse Luft geht?

Wenn eine Partei von ihren 3 Basiszielen (Frieden, Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit) eines für den Machterhalt über Bord wirft, dann ist das mehr als heiße Luft.

Schönen Gruß,
der Guido

Hallo,

zwei inhaltlich unterschiedliche Fragen miteinander zu verknüpfen, war der Sinn der Übung mit vorhersehbarem Ergebnis.

Für mich stellt sich dabei die Frage, weshalb sich noch über 600 Pappkameraden im Bundestag die Hintern breit sitzen. Eigentlich reicht es doch, jeweils nur die Fraktionsvorsitzenden mit Stimmgewichtung nach Sitzezahl abstimmen zu lassen.

Gruß
Wolfgang

Hi,
Die Grünen haben sich am Freitag wider ihr Gewissen für einen
Militäreinsatz entschieden. Die Zustimmung zur Vertrauensfrage
stand ausserhalb der Debatte. Jetzt wirft man der Partei
Machtgier, Prinzipienverrat und sonst noch so allerlei Dreck
an den Kopf.

Die Grünen haben nunmal ihre Prinzipien über Bord geworfen,
weil ihnen der Machterhalt wichtiger war. Also ist die Kritik
ja wohl berechtigt.

Hallo Nina,

Feanor hat die Diskussion angesehen, andere offenbar auch. Ich auch. Originalton Trittin war, dass die Grünen mit dem, was Du als Prinzipienverrat titulierst, so abgestimmt, weil sie nur dadurch die FDP und eine andere Politik verhindenr konnten. Die Rolle die Trittin bei Christinsen spielte war aus meiner Sicht überheblich, arrogant und dummdreist.

Union und FDP haben sich am Freitag wider ihr Gewissen gegen
einen Militäreinsatz entschieden. Die Ablehnung der
Vertrauensfrage stand ausserhalb der Debatte. Jetzt hängt sich
die Partei einen Heiligenschein um und wirft mit Dreck.

Lassen wir die Kirche im Dorf. Schröder hat auch im Bundestag der Opposition bestätigt, dass diese - hätte er die Frage mit dem Bundeswehreinsatz nicht mit dem Vertrauen in die Regierung verknüpft - einem Kriegseinsatz zugestimmt hätte. Und so sollten wir es sehen. Die einzige Partei, die wirklich sich unglaubwürdig und unwählbar gemacht hat, sind aus meiner Betrachtung die Grünen. Die Frage ist erlaubt: Wie können acht Mitglieder gegen den Einsatz der Bundeswehr sein und dann wird, um die Mehrheit zu erreichen die Hälfte zu Ja-Sagern und die andere Hälfte zu Nein-Sagern. Tatsache ist, Schröder hatte für die Regierung die Mehrheit, Schröder hatte keine eigene Mehrheit für den Einsatz der Bundeswehr, wäre getrennt abgestimmt worden.

Stimmt so nicht ganz.

  1. Eine Opposition spricht der Regierung NIE das Vertrauen
    aus. Warum sollte sie ihre politischen Gegner denn
    unterstützen? Für die CDU und die FDP wäre doch ein Sturz der
    rot-grünen Regierung wüchenswert gewesen.
  2. Die CDU und die FDP hätten, wenn Schröder das Vertrauen
    nicht ausgesprochen bekommen hätte, diesen Antrag nochmals
    eingebracht, diesmal ohne Vertrauensfrage und dann hätten sie
    natürlich zugestimmt.
    Also wusste die Opposition, dass ihre Position auf jeden Fall
    durchgeht. Deshalb konnten sie darauf Verzichten, Schröder das
    Vertrauen auszusprechen.

Also, für mich sieht es so aus, als ob da alle Beteiligten
exakt das Gleiche getan haben…

Nein, denn CDU und FDP haben gewußt, dass ihre Meinung sowieso
genügend Unterstützer hat, die Grünen allerdings haben ihren
Standpunkt überhaupt nicht mehr vertreten.

So ein Durcheinander kommt halt heraus, wenn man Kompetenz und
Vertrauensfragen mischt, aber das ist wohl kaum die Schuld von
CDU und FDP.

Gruss Günter

Wenn du diesen Unterschied nicht verstehst, wird dir auch eine Erklärung nicht nützen. Tut mir ja wirklich leid, aber du wirst wohl im Zustand der Unwissenheit bleiben müssen.
Gute Besserung
Bonifatius