Eigentlich off-topic,aber wiederum auch nicht.
Hatten heute einen heftigen Disput auf der Arbeit,weil:
ich habe gefragt:
Warum brummt ein Verstärker,wenn ich mit dem Finger den
Eingang berühre?
Großes Gelächter,Erklärungen,wie das weis doch jedes Kind!
Zweite Frage:brummt auch ein Batterie-betriebener Verstärker?
Eehem,ja es könnten ja auch die Einstrahlungen von außen sein
oder so oder auch nicht.
Dritte Frage:Würde dann ein Batterie-betriebener Verstärker
mitten in der Sahara,fernab jeglicher stromführenden Leitungen
brummen???Und wenn ja,wieso???
Ich hoffe das hier versammelte Wissen der Nation kann zumindest ein wenig zur Aufklärung beitragen.
Gruß
Lenz
Dritte Frage:Würde dann ein Batterie-betriebener Verstärker
mitten in der Sahara,fernab jeglicher stromführenden Leitungen
brummen???
Hallo Hans,
nehmen wir an, der batteriebetriebene Verstärker steht mit seinem Chassis geerdet im Sand der Sahara. Dann würde er im Moment der Berührung des Eingangs einen Knacks hören lassen. Dieser Knacks hat seine Ursache in einer Ladung/Entladung, weil plötzlich am Eingangswiderstand eine Veränderung stattfindet. Ein Brummen wird nicht zu hören sein, so lange niemand auf die Idee kommt, in der Sahara Netzkabel zu verlegen. Ist das Chassis aber ideal isoliert, hängt z. B. an einem langen Nylonseil, wird man rein nichts hören, kein kurzes Knacken und ein Brummen schon ganz und gar nicht.
Wiederholst Du den gleichen Versuch im heimischen Wohnzimmer mit einem ideal isolierten Verstärker (langes Nylonseil am Kranhaken im sehr hohen Wohnzimmer), der aus einer Batterie versorgt wird, hörst Du immer noch kein Brummen. Bringst Du jetzt - Dein Finger liegt immer noch am Verstärkereingang - eine geerdete Metallplatte auch nur in die Nähe des Verstärkers, wirst Du plötzlich ein Brummen hören. Der gleiche Effekt tritt auf, wenn der Verstärker auf dem Tisch steht.
Nächster Versuch mit einem netzversorgten Verstärker: Egal was Du machst, zu Hause oder in der Sahara, aufhängen am Nylonseil oder Du stellst den Verstärker auf den Tisch - beim Berühren des Eingangs brummt es.
Der Hintergrund dieser Versuche hat durchaus einen praktischen Wert in der Meßtechnik. Bei Berührung des Eingangs des ideal isolierten und batterieversorgten Verstärkers gibt man zwar einen Netzbrumm auf den Eingang, aber nicht nur auf das „heiße Ende“ des Eingangs, sondern über den Eingangswiderstand des Verstärkers gleichzeitig auch auf das Massebeinchen. Es kommt zu einer Gleichtaktaussteuerung des Verstärkers. Masse und Eingang werden in gleicher Weise mit dem Netzbrumm beaufschlagt und am Lautsprecher ist nichts zu hören.
Wird der Verstärker auf den Tisch gestellt, erhält das Chassis dadurch eine kapazitive Verbindung zum Erdpotential. Bei Berührung des Eingangs fließt dann ein winziger Strom vom berührenden Finger über den Verstärkereingangswiderstand und die parasitäre Kapazität des Aufstellungsortes nach Erde. Der Verstärker brummt.
Benutzt man einen Verstärker mit Netzversorgung, ist dieser über die eng benachbarten Wicklungen des Netztransformators stets kapazitiv mit Erdpotential verbunden. Bei Berührung des Verstärkereingangs brummt es in jedem Fall aus dem Lautsprecher.
Wenn jetzt noch jemand fragt, woher das Netzbrummen kommt: Die Netzfrequenz ist in der häuslichen Umgebung über schwache magnetische und elektrische Felder allgegenwärtig.
Gruß
Wolfgang
Hallo Wolfgang
Erstmal danke.
Heißt also,ich als „Antenne“ gebe die aufgefangene Energie an den Amp weiter.Heißt dann auch,daß,wenn ich das in den USA mache,
der Verstärker eine Etage höher brummt (wegen 60 Hz).
Gestattest du,daß ich deine Antwort in einem anderen Forum,in dem die Frage zu einer abstrusen Debatte geführt hat poste?
(Natürlich auf Wunsch ohne Signum)
Hans
Hallo Hans!
Heißt also,ich als „Antenne“ gebe die aufgefangene Energie an
den Amp weiter.Heißt dann auch,daß,wenn ich das in den USA
mache, der Verstärker eine Etage höher brummt (wegen 60 Hz).
Ja!
Gestattest du,daß ich deine Antwort in einem anderen Forum,in
dem die Frage zu einer abstrusen Debatte geführt hat poste?
Ja!
Gruß
Wolfgang