Eine Frage zur Aussage des Herrn Möllemann

Hallo miteinander

Ich bin Schweizer, und der deutschen Politik (eigentlich überhaupt der ganzen Politik) nicht allzu kund.

Aber die Wahlen in Deutschland und das ‚bisschen‘ Drumherum habe ich doch ein bisschen verfolgt.

Etwas nimmt mich aber nun doch noch sehr Wunder. Welche Aussage Herr Möllemanns hat ihn nun schlussendlich den Kopf gekostet?

Weiss irgendjemand den genauen Wortlaut oder eine Stelle im Netz, wo ich das genau nachlesen könnte ?

Ich habe schon ein paar Leute bei uns im Geschäft gefragt. Hauptsächlich natürlich Deutsche. Niemand weiss es genau und wortwörtlich. Aber so langsam habe ich den Verdacht, dass hier etwas sehr aufgebauscht worden ist. Meine Meinung will ich aber nicht allzu laut loswerden, bevor ich das nicht mal selber gehört bzw. gelesen habe.

Danke schon mal im voraus

hiro

Moin hiro

Etwas nimmt mich aber nun doch noch sehr Wunder. Welche
Aussage Herr Möllemanns hat ihn nun schlussendlich den Kopf
gekostet?

Weiss irgendjemand den genauen Wortlaut oder eine Stelle im
Netz, wo ich das genau nachlesen könnte ?

klar, bei w-w-w natürlich :smile:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Meine Meinung will ich

aber nicht allzu laut loswerden, bevor ich das nicht mal
selber gehört bzw. gelesen habe.

Kannst deine Meinung im betreffenden thread ja mal dazuschreiben. Ich fänds auch interessant mal zu erfahren, wie sowas im Ausland bewertet wird.

Gruss
Marion

Ein Antwortversuch
Hi Hironimus

Gestolpert ist er im Endeffekt über den nicht mit der Parteispitze abgesprochenen Flyer:
EXC hat dazu mal den Text geposted.
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Die ganze Sache hat natürlich eine Vorgeschichte:
Es begann alles damit, dass die Grünen in nordrhein-Westfahlen den Abgeordneten karsli wg antisemitischer Äusserungen hinausschmissen (Er sagte unter anderem, dass die Israelische Armee „Nazi-Methoden“ gegen die palöstinenser anwenden würde etc pp.)
Möllemann, seit langem in deutsch-Arabischen und Deutsch-Palästinensischen Kreisen tätig, sorgte dafür, dass Karsli in die FDP und in die FDP Fraktion im landtag aufgenommen wurde, was gewisse Irritationen auslöste.
Karsli setzte seine Anwürfe fort, und wurde dabei von Möllemann unterstützt, woraufhin sich nicht nur jüdische Kreise etwas erregten. Dabei tat sich insbesondere Michel Friedmann hervor, der da ziemlich in die Tasten haute. (M.F. ist stellvertr. vorsitzender des Zentralrates der Juden in D.)
Die ganze sache wurde dann ziemlich persönlich, und Möllemann warf dem ZdJ im allgemeinen und Friedmann im besonderen vor, dass sie den Antisemitismus in D schüren würden (ziemlich lächerlich imho) und dass sie Kritik an Israel als „Antisemitismus“ diffamieren würden.
Zumindest der 2 Vorwurf erwies sich als nicht nachweisbar, eher im Gegenteil.

die ganze Sache wurde dann mühsam unter den Teppich gekehrt, nachdem die FDP in den Umfragen ziemlich abstürzte.

Mit dem Flyer kam diese ganze unappetitliche Geschichte wieder hoch.
es kann sogar sein, dass dies mit Wahlentscheidend war… aber dazu muß noch vieeel analysiert werden.

Fazit:
Das Problem war nicht der Text an sich, sondern das die ganze aktion nicht abgesprochen war (dann wäre sie nämlich nicht passiert) in Kombination mit der ganzen Vorgeschichte.

Gruß
Mike

Eine Ergänzung
Moin Mikey :smile:

fairerweise muss man hinzufügen, dass die Pro-Möllemannfraktion in dieser ganzen unappetitlichen Geschichte reklamierte, dass Friedmann zwar behaupten würde, bestimmte Äußerungen von Möllemann oder Karsli seien antisemitisch, diese Behauptung aber unhaltbar wäre.

Statt dessen würden diese Vorwürfe nur erhoben, um einen bekannten Kritiker der Politik Israels mit der „Antisemitismus-Keule“ zum Schweigen zu bringen.

Aus diesem Hintergrund resultiert dann auch der immer mal wieder anklingende Vorwurf, man dürfe als Politiker in D nicht öffentlich Israel kritiseren ohne Angst haben zu müssen, als Antisemit diffamiert zu werden.

Gruss
marion

Hallo hiro,

ich glaube, dass es weniger um den Inhalt der Broschüre ging, als vielmehr das es eine Wiederholung dessen war, weswegen Möllemann schon von Westerwelle kritisiert wurde.
Westerwelle musste dies als Angriff auf seine Führungsposition werten und er hat gehandelt. Das Vertauensverhältnis war nun endgültig zerstört.

Gruß, Joe

Hallo,

Hauptknackpunkt der ganzen Affäre war bei genauem Hinsehen die Aussage Möllemanns, derzufolge Juden für das Aufkommen von Antisemitismus durch Ihr verhalten selber verantwortlich seien.

Als vernünftiger Mensch muss man auf diesen Punkt nicht weiter eingehen - man kann sich allerdings fragen, warum ein (angeblich) vernünftiger Mensch zu solch Aussage hinreißen lässt.

Annahme hierzu war bei dem damaligem Streit, daß Möllemann durch das „nähren“ spezieller antisemitischer Ressantiments bestimmte Wählerkreise zu erreichen versuchte. Diese Annahme wurde vor allem mit der Zunahme des durchschlagenden Erfolgs eines aufkommenden Rechtspopulismus in Europa plausibel.

Die Parteispitze hat sich hiervon zunächst ohne Konsequenzen von Möllemann distanziert, dessen Taktik (auch in anderer Hinsicht) ersten Wahlumfragen zufolge aufzugehen schien.

Scheinbar haben sich die Wähler aber im Nachhinein in Deutschland besonnen (vielleicht auch vor dem Hintergrund des Eklats in Österreich) und sind solchen „rechtspopulistischen“ Verfahrensweisen nicht verfallen.

Nach dem Wahlergebnis hielt es die Partei dann für Notwendig, sich von Möllemann zu distanzieren, vielleicht auch von den Problemen der Partei abzulenken.

Diese letzten Handlungen Möllemanns (die Bröschüre, welche hier ja auch noch einmal kompfortabel durch den Link zu EXC Posting zu deren Inhalt nachzulesen ist) stellt dabei nicht die Spitze des Eisbergs dar, dies war wie gesagt der faschistisch angehauchte Vorwurf gegenüber der semitischen Gemeinde.

Durch sein weiteres Verhalten hat er nur belegt, daß er nicht einsichtig ist sondern weiter daran festhalten will.

Zunächst hatte sich Westerwelle auch hinter ihn gestellt und verteidigt - vielleicht hatte er sich ebenfalls gewisse Wählerstimmen erhofft.

Leztenendes ist diese Wahl aber sehr erfolglos für rechtsextreme/rechtspopulistische Parteien in Deutschland verlaufen - was selbstverständlich eine sehr zu begrüßende Entwicklung ist!

Gruß
Patrick

Hallo,

Hauptknackpunkt der ganzen Affäre war bei genauem Hinsehen die
Aussage Möllemanns, derzufolge Juden für das Aufkommen von
Antisemitismus durch Ihr verhalten selber verantwortlich
seien.

Falsch. Nicht „die Juden“ sondern das Verhalten von Sharon, des ZdJ (die dessen Expansionspolitik unterstützen) und Friedman…

Das ist m.E. ein großer Unterschied! Mölle hat PERSONEN ob ihrer POLITISCHEN EINSTELLUNG und Ihrer KRIEGSTREIBEREI angegriffen, nicht wegen Ihrer Religion. Daß diese „zufällig“ Juden sind, tut m.E. nichts zur Sache. Wären es Moslems gewesen, würde man ihn dann womöglich als Antiislamisch bezeichnen.

Auch die Aussage der Frau Däubler-Gmelin ist SACHLICH richtig, allerdings nicht „political correct“.

Gruss Holger

Aber …?
Was hat er denn nun schlussendlich wirklich ‚gesagt‘?

Nur weil man ein paar Leute öffentlich ob ihrer politischen Handlungen anklagt, muss man wohl kaum antisemitisch angehaucht sein.

Falls ich nun die Israelis wegen ihrem Handeln im Nahen Osten verurteile und dies auch mittels einer Ansprache oder in einem Gespräch kundtue, bin ich dann schon ein Antisemit. ??

Haarspaltereien, ich weiss; aber dies nimmt mich halt doch schon ein bisschen wunder.

mfg
hironimus

Hi,

Falsch. Nicht „die Juden“ sondern das Verhalten von Sharon,
des ZdJ (die dessen Expansionspolitik unterstützen) und
Friedman…

Nein, nein, nein und nochmal nein!
Zitat:
„Ich fürchte, dass kaum jemand dem Antisemitismus, den es in Deutschland gibt…mehr Zulauf verschafft hat als Sharon und in Deutschland ein gewisser Herr Friedman mit seiner intoleranten und gehässsigen Art.“
Jürgen W. Möllemann (FDP) , ZDF, 16.05.2002

Dies Aussage verbindet einzelne Personen auf der einen Seite geschickt mit dem Judentum allgemein (der Begriff „Antisemitismus“ gilt nur kollektiv, er kann sich nicht gegen Einzelne richten).
Dies ist erstens verkehrte Logik (einzelne Personen sind Schuld daran, daß die gesamte Religionsgemeinschafft angefeindet wird) und, vor allem, mit ganz schlechten Erfahrungen aus der Vergangeheit behaftet: so hatten die Nazis immer wieder argumentiert.

Daß diese „zufällig“
Juden sind, tut m.E. nichts zur Sache.

Das „m.E.“ ist hier nicht das Problem. Du, ich, jeder andere kann Scharons Praktiken, Friedmans Gehässigkeit oder seine Schmalzlocken kritisieren. Aber ein führender Politiker darf sich dieser Argumentation einfach nicht bedienen, ohne sich den Vorwurf gefallen lassen zu müssen, antisemitische Ressentiments zu bedienen.

Auch die Aussage der Frau Däubler-Gmelin ist SACHLICH richtig,
allerdings nicht „political correct“.

Sie ist nicht falsch, aber auch nicht richtig. Warum denn der Vergleich? Hitler hat sich nicht durch Nebensächlichkeiten hervorgetan. Wenn ich jemanden mit seinen braunen Haaren vergleiche, dann will ich indirekt eine Nähe herstellen. Wenn ich die Ablenkung der innenpolitischen Porbleme kritisieren will, brauche ich dafür nicht Hitler.

Gruß

J.

Moin Hiro

Was hat er denn nun schlussendlich wirklich ‚gesagt‘?

Ein paar der Originalzitate findest du hier:
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,2044,OI…

Dieses Interview hat ihm den Ruf eingebracht, er würde Palästinensische Selbstmordattentate gutheißen: http://www.taz.de/pt/2002/04/04/a0134.nf/text.name,a…

weitere Quellen gibt es hier, allerdings auf Englisch: http://www.moellemann.com/

Gruss
Marion

Hi Jose

Falsch. Nicht „die Juden“ sondern das Verhalten von Sharon,
des ZdJ (die dessen Expansionspolitik unterstützen) und
Friedman…

Richtig, aber das willst Du Jose natürlich nicht sehen.

Nein, nein, nein und nochmal nein!
Zitat:
„Ich fürchte, dass kaum jemand dem Antisemitismus, den es in
Deutschland gibt…mehr Zulauf verschafft hat als Sharon und
in Deutschland ein gewisser Herr Friedman mit seiner
intoleranten und gehässsigen Art.“
Jürgen W. Möllemann (FDP) , ZDF, 16.05.2002

Richtig, das war seine Aussage. Und ?

Dies Aussage verbindet einzelne Personen auf der einen Seite
geschickt mit dem Judentum allgemein (der Begriff
„Antisemitismus“ gilt nur kollektiv, er kann sich nicht gegen
Einzelne richten).

Dies heisst, wer künftig den deutschen Bundeskanzler Schröder kritisiert ist antideutsch. Wer den Deutschen Beckmann oder den Deutschen Heino kritisiert ist antideutsch, weil er eine Person kollektiv mit allen Deutschen verbindet.

Dies ist erstens verkehrte Logik (einzelne Personen sind
Schuld daran, daß die gesamte Religionsgemeinschafft
angefeindet wird) und, vor allem, mit ganz schlechten
Erfahrungen aus der Vergangeheit behaftet: so hatten die Nazis
immer wieder argumentiert.

Daß diese „zufällig“
Juden sind, tut m.E. nichts zur Sache.

Das „m.E.“ ist hier nicht das Problem. Du, ich, jeder andere
kann Scharons Praktiken, Friedmans Gehässigkeit oder seine
Schmalzlocken kritisieren. Aber ein führender Politiker darf
sich dieser Argumentation einfach nicht bedienen, ohne sich
den Vorwurf gefallen lassen zu müssen, antisemitische
Ressentiments zu bedienen.

Sage es doch so wie es ist. Ein FDP-Politiker darf nicht Israel kritisieren. Bringe mir als Beweis jetzt nicht Hamm-B, oder Spiegl oder Herrn Stein.

Auch die Aussage der Frau Däubler-Gmelin ist SACHLICH richtig,
allerdings nicht „political correct“.

Sie ist nicht falsch, aber auch nicht richtig. Warum denn der
Vergleich? Hitler hat sich nicht durch Nebensächlichkeiten
hervorgetan. Wenn ich jemanden mit seinen braunen Haaren
vergleiche, dann will ich indirekt eine Nähe herstellen. Wenn
ich die Ablenkung der innenpolitischen Porbleme kritisieren
will, brauche ich dafür nicht Hitler.

Was bedeutet, wenn Du jemand mit einer Glatze mit jemand anderem vergleicht, hat der auch eine Glatze ? Die Herta hatte recht, aber als Ministerin darf man dies nicht öffentlich erklären und der Vergleich mit Hitler war für sich gesehen unerlaubt, aber mit Thatcher verbunden berechtigt. Wenn ausserdem Hertas Aussagen insgesamt geprüft worden wären, würde mehr Verständnis bestehen. Sie hat auch erklärt, dass die „USA ein lausiges Justizsystem haben“ und „wenn die Wirtschaftsgesetze schon vor fünf Jahren bestanden hätte, wäre Bush heute nicht Präsident, sondern er sässe hinter Gitter“. Dies alles ging aber unter und nur der Satz und so nicht erfolgte Vergleich wurde zum Gegenstand der Diskussion.

Gruss Günter

auch total daneben!
Sag mal Günther
WER aus der Israelischen Regierung oder dem zentralrat der Juden hat Möllemann wegen seiner gegen die Israelische politik gerichteten äusserungen als Antisemit bezeichnet???

Das irgendwelche Spinner derartiges tun, ist in diesem zusammenhang absolut irrelevant!

Ich bitte endlich mal um irgendeinen Nachweis für diese bislang absolut unbewiesene Behauptung!

Fakt ist und bleibt, dass der ZdJ Vorsitzende Spiegel gesagt hat, dass eine Kritik an der Israelischen Politik nicht per se antisemitisch ist.

es nimmt mich etwas Wunder, dass Du permanent die Lüge des Herrn Möllemann wiederholst.

Es war, ist und bleibt sachlich falsch, dass von den genannten Kreisen jemand behauptet, dass Kritik an Israel antisemitisch wäre!

In erwartung der Belege
Gruß
Mike

Hallo Michael,

WER aus der Israelischen Regierung oder dem zentralrat der
Juden hat Möllemann wegen seiner gegen die Israelische politik
gerichteten äusserungen als Antisemit bezeichnet???

Das irgendwelche Spinner derartiges tun, ist in diesem
zusammenhang absolut irrelevant!

Ich kann weder Frau Hamm-Brücher in die Kategorie „Spinner“ noch Herrn Spiegel, den Herrn Rau, den Herrn Schröder oder Frau Roth
einordnen. Selbstverständlich haben diese Personen in mehreren Intervies Möllemnn vorgehalten, er würde durch sein Vorgehen den Antisemitismus in DE fördern.

Ich bitte endlich mal um irgendeinen Nachweis für diese
bislang absolut unbewiesene Behauptung!

Fakt ist und bleibt, dass der ZdJ Vorsitzende Spiegel gesagt
hat, dass eine Kritik an der Israelischen Politik nicht per se
antisemitisch ist.

Das höre ich von ihm auch immer wieder. Immer meist mit dem Hinweis, in etwa so wider gegeben, dass wir Deutsche jedoch daran denken sollten, was wir dem Staat Israel schulden.

es nimmt mich etwas Wunder, dass Du permanent die Lüge des
Herrn Möllemann wiederholst.

Welche Lügen soll Möllemann verbreiten ? Mir ist Kritik an Israel und Kritik an Friedmann und gegenüber diesem gehässige Bemerkungen bekannt. Die Ursache ist mir bis heute nicht klar, hat aber mit dem Scheinargument Karsli nichts zu tun.

Es war, ist und bleibt sachlich falsch, dass von den
genannten Kreisen jemand behauptet, dass Kritik an Israel
antisemitisch wäre!

Soweit gebe ich Dir sogar recht. Kritik an Isreal wird als antiisraelisch bezeichnet.

Gruss Günter

Danke an alle und…
Hallo

Dies wird jetzt ein bisschen länger:

Ich will jetzt mal ganz offen in einer mir geläufigen einfachen Sprache etwas sagen:

Ich bin weder dafür, die Israelis oder die Palästinenser einzeln zu verurteilen. Beide Völker (zumindest jeweils die Regierenden oder die der jeweiligen Hauptreligion zugehörigen Extremen) sind gleicherweise krank. Ob Juden, Moslems, Mann oder Frau: was da abgeht, ist nicht mehr auf irgendeine Weise zu rechtfertigen.

Aber was mich in letzter Zeit ein bisschen stark und stärker stört:

Der Hang zum Wort Antisemitismus. Jeder Deutsche darf dem anderen Dreckdeutscher oder sogar Dreckchrist sagen. (zumindest hier in der Schweiz dürfte man das noch). Aber sag’ mal jemandem Dreckisraeli oder sogar Dreckjude.

Die ist ein schlimmes Wort und weckt sehr schnell Erinnerungen; geb ich zu, ja. Aber kann man nicht mehr viel gegen Israel oder das Judentum sagen, ohne gleich als Antisemit oder sogar als Nazi bezeichnet zu werden.

Ich finde das nicht, gut was in Israel abgeht.(keine Verurteilung; nur vom menschlichen aus gesehen; gegen beide Seiten). Allerdings: de wachsenden Rechtsradikalismus hier bei uns in Europa macht mir auch schon ein bisschen Angst. (das beste Essen bei mir im Quartier: Türkisch, Libanesich, Thailändisch und Srilankisch; und die Bedienung ist allemal freundlicher als in einer ‚normalen‘ Schweizerbeiz.Und mit Ausländer habe ich eigentlich weniger Probleme als mit Schweizern!)

Aber nun zurück: Dieser verdeckte Schutz zu Gunsten des Israelischen oder Jüdischen Volkes (?) oder Wortes: woher kommt das wirklich oder von wo aus wird das geschützt. Es ist wie eine absolut geniale Kampagne, die aus dem Hintergrund mit viel Geld geschürt wird. (hier bei uns waren ja plötzlich alle Banken mal dran)

Es sind auch immer wieder grosse Geschichten darüber zu hören, wer jetzt noch den Juden Geld schuldet oder sonst etwas Schlimmes gegen dieses Volk gemacht hat. Das alles ist nicht zu entschuldigen. Aber wer lässt den nicht zu, dass man endlich mal vergessen kann ??? Irgendwann muss doch mal ein Schluss-Strich gezogen werden und jeder die Chance zu einem Neuanfang bekommen. Aber ich glaube, dass wünscht man sich nicht wirklich.

Die Rolle des Opfer kann eben doch sehr dankbar sein…

Wer bis jetzt zu Ende gelesen hat: Danke.

Ich musste das mal sagen. Und jetzt fallt über mich her…
(wird nicht sehr schlimm sein, da nicht sehr viele bis hierhin gelesen haben…:smile:))

Gute Nacht

Hiro

(ich habe mich hier ganz einfach und ohne grosses Nachlesen ausgedrückt. Ich wollte niemanden beleidigen oder aufheizen. Nur ein bisschen sagen, was ich gerade denke. Ich lebe einfach gerne in Frieden.)

Tja, insofern ist das Tausendjährige Reich wirklich ein solches. Es wird den Deutschen und Österreichern halt noch eine Zeit lang nachhängen.
Find dich damit mit einem Achselzucken ab. Mehr als ignorieren kann man gewisse Wortmeldungen eh nicht. Richtig ernst nehmen tut sowas eh keiner mehr. (Was aber nicht heißt, daß man deshalb gewisse andere Wortmeldungen automatisch stillschweigend unterstützen würde.)

P.

Vielen dank
Hallo Günther
Du kennst also auch keine Stelle, wo ein Vertreter israels oder des ZdJ Möllemann wegen seiner Israelkritik als Antisemit bnezeichnet hätte.

Habe ich mir schon gedacht…

Vielen Dank

Möllemann hat mehrfach behauptet und behauptet immer noch, er wäre von Friedmann wegen seiner Kritik an Israel als Antisemit bezeichnet worden.
Belege dafür: Nullo

Darum geht es.

Gruß
Mike

Für ‚Unreflektierte‘…
…versuche ich einmal, die Aussage des Herrn Möllemanns in eine Sprache zu übersetzen, welche auch „Anderssprachigen“ verständlich ist - d.h. ich biete hier eine Interpretation nach LOGISCHEN Gesichtspunkten an.

Aussage:

„Ich fürchte, dass kaum jemand dem Antisemitismus, den es in
Deutschland gibt…mehr Zulauf verschafft hat als Sharon und
in Deutschland ein gewisser Herr Friedman mit seiner
intoleranten und gehässsigen Art.“
Jürgen W. Möllemann (FDP) , ZDF, 16.05.2002

Interpretation:

Auf den ersten und oberflächlichen Blick könnte man die hier vorliegende Aussage zunächst für eine Feststellung (die rhetorisch von dessen Autor als „Befürchtung“ - „Ich fürchte“ - geäußert wird, wodurch der Verfasser zu suggerieren versucht, er ist besorgt bzw. bekümmert und zutiefst betroffen) halten.

Inhaltlich wäre diese Feststellung derart, daß Herr Sharon und Herr Friedmann dem „Antisemitismus“ die größte Zahl an Anhängern verschafft haben.

Offen bleibt, wie die beiden Beschuldigten dies wohl vermocht haben.

Hier hilft uns das Ausschlussverfahren weiter.

Gemeint sein könnte z.B. daß Herr Sharon und Herr Friedmann auf politischen Veranstaltungen für „Anhänger des Antisemitismus“ werben (oder evtl. auch durch Fernsehwerbespots).

Wer die beiden kennt, schließt diese Möglichkeit aber eher aus. Wer die beiden kennt, weiß zudem, daß es sich um Juden handelt.

Diese Tatsache könnte die Möllemannsche’ Aussage gegebenenfalls in einem doch anderen Zusammenhang beleuchten - und zwar so, wie sie auch gemeint ist:

„Aufgrund Ihrer Zugehörigkeit zur jüdischen Religion gepaart mit Ihrer umstrittenen Politik bzw. Ihrer ‚gehässigen und ignoranten‘ Art sind sie verantwortlich, wenn man aufgrund Ihres Verhaltens oder Ihrer Politik Rückschlüsse auf alle Juden ziehen könnte oder zieht.“

So und nicht anders ist Möllemanns Aussage zu verstehen. Es ist wesentlicher Bestantteil (wenn auch unausgesprochen), daß es sich bei den beiden genannten um Vertreter des Judentums handelt. Da kann kein (vernünftiger) Mensch versuchen, etwas „schönzureden“.

Alle Vergleiche, Aussagen Schröders Verhalten würden dann zwangsläufig auch einen Angriff gegen den Deutschen an sich darstellen, sind pure Polemik.

Gruß
Patrick

Hi,
kleine Zwischenfrage: liest Du, was ich schreibe, bevor Du antwortest? (Liest Du, was Du schreibst, nachdem Du geantwortest hast?)

Dies Aussage verbindet einzelne Personen auf der einen Seite
geschickt mit dem Judentum allgemein (der Begriff
„Antisemitismus“ gilt nur kollektiv, er kann sich nicht gegen
Einzelne richten).

Dies heisst, wer künftig den deutschen Bundeskanzler Schröder
kritisiert ist antideutsch.

Eben nicht. Ist das so schwer? Erst wenn ich den deutschen Bundeskanzler mit einer kollektiven Aussage über alle Deutschen verknüpfe, geschieht das. Und genau den Schritt hat Möllemann getan.

Sage es doch so wie es ist. Ein FDP-Politiker darf nicht
Israel kritisieren.

Das siehst Du so, ich nicht.

Was bedeutet, wenn Du jemand mit einer Glatze mit jemand
anderem vergleicht, hat der auch eine Glatze ?

Och Mann. Das macht keinen Spaß. Ein bißchen bessere Argumentation bitte.

Dies alles ging aber unter und nur der Satz und so nicht
erfolgte Vergleich wurde zum Gegenstand der Diskussion.

Klar. Ich schätze Herta sehr. Nur genau das ist der Punkt: wenn sie 300 gute Argumente bringt, sie werden immer untergehen, wenn sie sich eine solche Entgleisung leistet.

Gruß

J.

Hallo Hiro,

vergessen ist IMHO der falsche Weg…

Ich sage jedem gerne meine Meinung. Diese Meinung sollte natürlich durchdacht, sachlich und massvoll sein.

Ich habe keine Probleme damit, wenn meine Meinung angezweifelt wird, ich höre gerne Kritik und gebe auch gerne Fehlmeinungen zu.

Nur: Was ich nicht dulde, sind Meinungsäusserungen nach dem Motto: Du bist dumm, du bist böse, du bist antisemitisch… Das sind Todschlagsargumente, die jede Diskussion verhindern wollen und auch verhindern, weil ich dann die Diskussion als sinnlos abbreche.

Was aber den Antisemitismusvorwurf angeht, habe ich tatsächlich das Gefühl, dass der häufig in vorauseilendem, scheinbaren Gehorsam von uns Gutdeutschen selber meist unnötig erhoben wird. Natürlich darf ich gegen die israelische Politik sein ohne das jüdische Volk zu verachten. Ich darf natürlich auch Friedmann als Moderator und Person öffentliches Interesses ablehnen, ohne Antisemit zu sein. Ich darf auch gegen Einflussnahmen von jüdischen Lobbyvereinen sein, ohne Antisemit zu sein.

Wer das bestreitet, „verbündet“ sich mit den tatsächlichen Antisemiten und ghettoisiert IMHO die Juden wieder in einer Sonderrolle.

Nichts desto trotz gibt es auch weiterhin Menschen hier wie auch überall sonst, die Juden alleine aufgrund ihres Glaubens ablehnen, wie sie wahrscheinlich auch Ausländer aufgrund ihrer Nationalität ablehnen. Und gegen diese muss von einer offenen und toleranten Gesellschaft angegangen werden. Und ich denke schon, dass D aus der Vergangenheit heraus eine besondere Verantwortung hat, hier sehr feinfühlig zu sein. Das hat nichts mit Schuld (ich habe keine Schuld am 3. Reich) sondern viel mit Erfahrung zu tun, aus der man lernen muss, damit sie sinnhaft bleibt. Deshalb bin auch gegen ein Vergessen.

Grüße
Jürgen