Eine Frage zur Bluttransfusion

Ich habe gerade mit einer Kollegin folgenden reinhypothetischen Sachverhalt diskutiert:

Der Sohn einer Kollegin mit seltener Blutgruppe (AB-) hat einen Unfall mit Blutverlust. Er soll eine Transfusion erhalten, das jeweilige KH hat aber nicht genug Konserven. Die Kollegin ruft darauf hin eine andere Kollegin an, die die selbe Blutgruppe wie der Patient hat.
Würde man diesem Notfall eine Bluttransfusion direkt vornehmen? Quasi aus dem einen raus in den anderen rein? Ist das nicht viel zu Riskoreich? Könnte man jemanden mit AB- nicht auch 0- geben?

Vielen Dank für Antworten, ich bin gespannt!

Hallo,

wie du bereits geschildert hast, ist Blutgruppe AB der Universalempfänger, Blutgruppe 0- der Universalspender.
Blutspenden werden auf jeden Fall auf Krankheiten wie Hepatitis (B,C), HIV und Syphilis getestet.
Zudem werden heutzutage keine Vollblutkonserven mehr verabreicht, sondern das gewonnene Blut in mehrere Fraktionen aufgeteilt, damit man einerseits diese gezielter einsetzen und besser lagern kann.

http://www.roteskreuz.at/blutspende/blut-im-detail/b…

Grüße
BadReality

wie du bereits geschildert hast, ist Blutgruppe AB der
Universalempfänger, Blutgruppe 0- der Universalspender.

Diese Ansicht habern wir bereits vor 50 Jahren abgeschafft.

Zur Beschreibung der Blutgruppe: Auf den Erythrozyten befinden sich agglutinable Substanzen (Antigene), im Blut hingegen alle Antikörper, die die nicht zu den Antikörpern der Erythrozyten passen.

Das heißt:
Ein Mensch der Blutgruppe 0 hat im Serum Anti-A und Anti-B, diese würden Erythrozyten der Gruppen A, B und AB angreifen. Ist nichts mit Universalspendern!

Ein Mensch der Blutgruppe AB hat keine Antikörper im Serum, seine Erythrozyten würden jedoch von jedem anderen Blut angegeriffen. Das heißt: Bei der Bluttransfusion werden also die Erythrozyten des Empfängers von jedem anderen Serum agglutiniert.
Ist also auch nichts mit Universalempfang.

Daher gilt die Regel: Es darf nur streng blutgruppengleiches Blut übertragen werden.
Zur weiterreichenden Sicherung dient die „Kreuzprobe“, da werden summarisch alle anderen Blutgruppen mit überprüft.

Von diesem einmal angesehen: Im Zeitalter von HIV und Hepatitis wäre eine Direktübertragung verantwortungslos. Ich kann mir hier in Mitteleuropa auch keine Situation vorstellen, in der dieses notwendig sein könnte.

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