Hallo, ich habe sicher eine eher ungewöhnliche Frage.
Es geht darum, wie man Frauen trösten kann / ihnen Mut machen kann.
Ich bin bei meiner Freundin schon oft ins Fettnäpfchen getreten und hab mitbekommen, dass es da ganz schön viel Fingerspitzengefühl bedarf. Manchmal gelingt es mir auch, sie richtig zu trösten, aber halt zu oft nicht.
Ich weiß, dass sich Frauen einfach ihren Frust von der Seele reden wollen und dass sie zwischendurch oder danach ein paar aufbauende Worte hören wollen.
Könnt ihr mir Tipps geben, worauf ich noch achten könnte, um nicht zu oft ins Fettnäpfchen zu treten. Ich will auf keinen Fall vorgefertigte Satzphrasen, die man sagen sollte, sondern eher eine Herangehensweise.
Bitte helft einem armen Mann, der doch nur versucht, hinter die Psyche einer Frau zu steigen und der will, dass sich seine Frau wohlfühlt
Hallo,
zunächst ist es schön, dass du dir Gedanken darüber machst und deine Frau trösten willst, bzw. in bestimmten Situationen Mut machen willst und ihr zeigen möchtest, dass du an ihrer Seite bist.
Aber so unterschiedlich wie die Situationen sind, so unterschiedlich „brauchen wir Frauen“ (und bei Männern ist es glaube ich auch nicht anders) den Zuspruch. Manchmal möchten wir einfach alleine sein. Manchmal möchten wir nur reden wollen und nicht erklären. Manchmal nur in den Arm genommen zu werden.
Es ist schwierig, dir auf deine Frage zu antworten, weil ich ja dich und deine Frau nicht kenne. Ist sie sehr impulsiv? Will sie mehr in Ruhe gelassen werden oder schweigen? Mich z.B. nervt es, wenn mein Mann mich bis ins kleinste Detail ausfragt, wenn ich Kummer habe. Und er hat einfach gemeint, „es wäre das beste, wenn ich reden würde“ und hat mich deshalb ausgefragt. Irgendwann haben wir es geklärt und er weiß, wenn er anruft und ich wütend bin oder Kummer habe, dann legt läßt er mich lieber einen Tag in Ruhe.
Aber wie gesagt: Es ist von sovielen Faktoren abhängig.
Rede und erzähle doch mal in einer ruhigen Minute ihr genau dein Problem. Dass du manchmal unsicher bist und nicht weißt, wie du reagieren sollst in bestimmten Situationen. Dann wird sie dir genau sagen, „was sie braucht“ bzw. in der Situation wissen, wie es dir geht (Unsicherheit ist ein verdammt unangenehmes Gefühl) und dir helfen
Viel Glück
Christine
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Ich habe den Verdacht, dass dies geschlechtsunabhängig ist und eher vom einzelnen Charakter abhängt, sowie vom einzelnen Problem und der Situation.
Aber einen Grundsatz kann man, denke ich, immer beherzigen:
Reden ist Silber und Schweigen ist Gold.
Einfach zuhören ist für den Anfang immer das beste. Und wenn man Deine Meinung hören will, wird man Dir das mitteilen, oder Du wirst es spüren.
Wenn Du so sensibel bist, Dir über so etwas Gedanken zu machen, dann kannst Du Dich ganz bestimmt auf Dein Gespür verlassen und wirst die Antwort auf Deine Frage im richtigen Moment wissen.
Verlasse Dich auf Deine Antennen, die ja offensichtlich vorhanden und auf Empfang gestellt sind.
Patentrezepte für Frauentröstung gibt es leider nicht.
Ich weiß, dass sich Frauen einfach ihren Frust von der Seele
reden wollen und dass sie zwischendurch oder danach ein paar
aufbauende Worte hören wollen.
Du weißt dann sicher auch, dass die wenigsten Frauen gute Tips hören wollen, oder?
Wichtig ist auch, dass du sie nicht nur reden lässt und hier und da deine tröstenden Worte einfließen lässt, sondern dass du verstehst, was sie sagt. Wenn du ihr wirklich gut zuhörst, und versuchst, dich in sie hineinzuversetzen, brauchst du sonst wahrscheinlich nicht viel zu machen. Sie wird das schon irgendwie merken, und das ist das Wichtigste.
Obwohl man das natürlich nicht verallgemeinern kann, aber das war es, was mir dazu einfiel.
Ich danke euch dreien für die Antworten. Ich hab schon geahnt (eigentlich gewusst), dass es kein Patentrezept gibt.
Aber irgendwie haben mir eure Antworten wieder neuen Mut gegeben
Ich werd weiter meine Lauscher auf Empfang halten.
wenn mein Mann nach wenigen Sätzen sagt: „Das wird schon wieder!“ Sicher gut gemeint, aber ich denke dann eher, er nimmt mein Problem/meine Sorgen nicht ernst genug.
Dieses Satz „darf“ nach meinem Gefühl erst nach längerer Zeit - aufmerksamem Zuhören, mit Rückfragen, etc. - kommen, - dann, wenn ich das Gefühl habe, ich habe ihm alle meine Gedanken dazu gesagt, und er hat mich rundum verstanden und sich in mich hineinversetzt,
wenn ich nach relativ kurzer Zeit - nämlich immer dann, wenn ich merke, er hat es in sachlicher Hinsicht verstanden - Ratschläge bekomme. Denn wenn ich das Bedürfnis habe, getröstet zu werden, möchte ich vor allem (und zugegebenermassen auch gerne seine etwas länger) gefühlsmässige Aufmerksamkeit und nicht sachliche Problemlösungsvorschläge (auch wenn diese später mal irgendwann kommen können…).
Ich finde es toll, dass Du Dir darüber Gedanken machst!
Wenn du deine Frau besser verstehen und ihr das Gefühl geben willst verstanden zu werden, empfehle ich dir dich mit dem aktiven Zuhören nach Carl Rogers zu beschäftigen: http://de.wikipedia.org/wiki/Aktives_Zuh%C3%B6ren. Besonders hilfreich wird vermutlich der vierte Abschnitt „Leitlinien des aktiven Zuhörens“ für dich sein.
Dies ist zwar eine allgemeine Gesprächstechnik, die ursprüngliche für die Psychotherapie entwickelt wurde, aber sie leistet genau die Dinge, di e für das Trösten entscheidend sind. Der Erzählende erhält größtmögliche Aufmerksamkeit und fühlt sich verstanden. Außerdem wird ihm dabei geholfen, über seine Probleme zu reflektieren.
Die Ratschläge, kann man meiner Erfahrung nach sofort erfolgreich umsetzen.
Wichtige Gesprächstechniken zum aktiven Zuhören sind:
Verbalisieren: Beobachte Gefühle des Partners aussprechen
Paraphrasieren: das erzählte mit anderen Worten wiedergeben
Wenn man sie anwendet, ist es relativ leicht, langzeitig aktiv zuzuhören ohne zu verstummen oder unangebrachte Einwürfe zu machen, um doch etwas zu sagen. Außerdem führen sie dazu, dass sich der Gesprächspartner verstanden fühlt.
Hallo Falk
Der ROGERS war ja in den 60er und 70er Jahren sehr populär, ist aber inzwischen sowas von obsolet, dass es einem schon in den Ohren juckt.
Nichs für ungut und gute Nacht
wünscht
Branden
wer könnte ein Interesse daran haben, dass Du dich zum Richter über dich selbst machst? Wenn es die reine ´Not´ wäre, okay; aber Du scheinst ja eben gerade nicht der Anlass für die Tageslaunen deiner Freundin zu sein. ´Freundin´, das ist gut gesagt, wenn Sie Dir mit ihren Launen ein Ohr abnagt und Du aber selbst nicht mehr frei sagen darfst, was Dir, ´laut gedacht´, so einfällt. Dann wirds zickig.
Dieser Sommer ist einmalig! Aktuell: WM-Übertragung im Freien. Deutschland+Ecuador, Menschen um dich herum (public viewing). Die gemeinsame Erwartung auf einen spannenden Spielverlauf (Mein Tipp: 3:2).
Freud
Hallo Ajo (Weisst du, dass das Knoblauch auf Spanisch heisst?)
Ergaenzend zu den bisherigen Antworten, habe ich einen kleinen Trost
fuer dich.
Sigmund Freud bemuehte sich sein ganzes Leben lang, die menschliche
Psyche zu verstehen und es gibt wohl nur wenige, die sich so viele
Gedanken zu diesem Thema gemacht haetten, wie er.
Und doch resignierte er mit der Frage „Was will das Weib?“, auf die
er nie eine fuer ihn schluessige Antwort fand.
Gruss, Tychi
Man moege diese Anekdote berichtigen oder in einen passenden
Zusammenhang bringen, wenn sie so nicht stimmt.
der Artikel ist interessant. Ich stelle fest, dass ich schon etliche von den dort aufgeführten Sachen umsetze. Sie haben sich wohl im Laufe der Zeit in mir entwickelt.
Sicher ist hier und da Verbesserungsmöglichkeit, aber vielleicht mache ich mich teilweise selber verrückt: Wie viele Männer auf der Welt können die Frauen schon gut verstehen? (rhetorische Frage).
Das ganze ist recht einfach (einfach heisst nicht, dass es immer leicht ist)
Zuhören und spiegeln, dh in Deinen Worten einfach das sagen, was sie gesagt hat, nicht mehr. Dadurch merkt sie bewusst wie unbewusst, dass du zugehört und verstanden hast was sie sagte. Das spiegeln Ihrer Worte wird Ihr auch helfen, sich selber von aussen zu sehen.
Hört sich vieleicht für dich ungewöhnlich an, aber glaube mir, es hilft (praktisch) immer. Versuche es
Es geht darum, wie man Frauen trösten kann / ihnen Mut machen
kann.
Als Mann ist für dich vielleicht noch nicht so klar, dass Zuhören eine Tätigkeit ist. Also, du tust etwas durch bloßes Zuhören. Das kann reichen.
Wenn du unsicher bist kannst du Fragen, was sie gerne von dir in diesem Moment möchte (zuhören, eine Umarmung, tatsächlich einen Rat - m.E. eher selten - …).
Eine lustige Übung von der ich mal gehört habe war, dass die eine Person (telefonisch) erzählt was sie bedrückt und die andere nur mit „Du Arme/r!“ (engl. „Poor Baby!“) antwortet. Das Gespräch endet, wenn der/die Anrufer/in sich „ausgeklagt“ hat ohne ein weiteres (erläuterndes) Gespräch.
Ich finde ja in diesem Zusammenhang die Werke von Marshall B. Rosenberg mit seiner „Gewaltfreien Kommunikation“ recht gut. Er nennt dieses Thema dort „Empathie geben“.
Das Problem ist aber, dass ich manchmal mit meinem Latein am Ende bin, was ich sagen soll, wenn sie z.B. meint:
„Beim Studium läuft alles nicht so gut. Die Dozenten können’s nicht rüberbringen“
Dann reicht es ja sicher nicht, es einfach zu wiederholen.
LG
Ajo
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Das Problem ist aber, dass ich manchmal mit meinem Latein am
Ende bin, was ich sagen soll, wenn sie z.B. meint:
„Beim Studium läuft alles nicht so gut. Die Dozenten können’s
nicht rüberbringen“
Dann reicht es ja sicher nicht, es einfach zu wiederholen.
Oh doch, das reicht sehr oft aus, versuche es mal. Bei Deinem Bsp, sag zB: Du meinst, die Dozenten können es nicht rüberbringen, weshalb Du Mühe hast mit dem Studium.
Sie wird dann zb Antworten: Ja, sie sagen es so trocken und brauchen kein Beispiel.
Du kannst dann zb Antworten: dU DENKST, WENN SIE EIN bSP BRINGEN WÜRDEN, WÄRE ES besser…
etc etc
Es hört sich blöd an, aber es klapptz, versuche es. Sie wird so begleitet, dass sie selber Lösungen finden wird.
Berichte doch darüber