Eine naive Frage zu RGB

Hi Allerseits.

Die o. e. Frage lautet:

Warum sind die drei Video-Grundfarben eigentlich Rot, Grün und Blau?

Würden nicht (da es ja GRUNDfarben sind) Rot, GELB und Blau mehr Sinn ergeben?
(Schliesslich entsteht Grün doch eh, wenn man Gelb und Blau miteinander mischt…)

Sorry, wenn Video-Experten über diese Frage schmunzeln, aber ich bin halt nur ein verwunderter Laie…

cu

Hallo,

das hat mit Videotechnik nix zu tun, sondern mit (Schul-)physik.

Hier eine schöne Erklärung: http://www.metacolor.de/additiv.php

Gruß
Stefan

Hallo!

Warum sind die drei Video-Grundfarben eigentlich Rot, Grün und Blau?

Weil sich im Auge drei Arten von Zapfen befinden. Jede dieser Arten reagiert auf bestimmte elektromagnetische Wellen am besten. Sie reagiert auch auf Lichtwellen jeweils benachbarter Wellenlänge, dann aber mit weniger Aktionspotentialen, das Maximum liegt eben bei der einen bei Rot, der andern bei Blau, der dritten bei Grün.
Es ist also am effektivsten, genau diese Wellenlängen anzubieten.

Ausflug:
Dazu als Beipielabbildung: http://homepages.fh-giessen.de/~hg10013/Lehre/MMS/SS…
Aber Vorsicht! Der Text, der im Internet dazugehört, enthält ziemliche Fehler - Zäpfchen statt Zapfen ist ein geringerer darunter, ich meine nur die Abbildung)

Zwar bietet die Sonne ein komplettes Wellenlängespektrum an (im Prinzip, die Astronomen wissens genauer) aber unser Auge ist nicht in der Lage, die Wellenlänge direkt zu ermitteln. Jede Zapfenart kann ledigich mit Aktionspotentialen auf eintreffendes Licht reagieren, aber jeweils unterschiedlich stark.
Bei orangefarbenen Lichtstrahlen (d.h. Strahlen der Wellenlänge „Orange“) würden die roten Zapfen ziemlich viele Aktionspotentiale weiterleiten (jedenfalls weniger als bei rotem Licht), die grünen noch weniger, die blauen am wenigsten.
Das Gehirn rechnet dann: „viel“, „weniger“ und „sehr wenig“: es muß Orange sein.

Der Trick beim Fernsehen besteht darin, daß dieses Verhältnis auch erreicht werden kann, in dem man zwar die objektiv beste Frequenz ausstrahlt (eigentlich also sehr viele Aktionspotntiale erscheinen müßten), aber mit geringerer Intensität. Auf diese Weise gelingt es ebenfalls „ziemlich“, „weniger“ und „sehr wenig“ zu erzeugen. Unser Gehirn weiß nicht, auf welche Weise die Aktionspotentiale ausgelöst wurden und erzählt uns „Orange“

Experiment 1:
Man kann mit einer CD das Spektrum einer Lichtquelle aufspalten, sieht so schön bunt aus. Nicht immer!
Bei einer Leuchtstofflampe sieht man deutlich lückige Streifen im Regenbogen, der bei einer Halogenlampe vollständig ist.
Obwohl beide also unterschiedliche Wellenlängengemische aussenden, sehen sie annähernd gleich aus: „weiß“.

Warum ist dennoch Gelb eine Grundfarbe?
Nun, ich erklärs so, daß wir beim Malen mit Tusche nicht so gut die Intensität einzelner Farben beeinflussen können, wie am Monitor. Also mischen wir „normales“ Blau mit „normalem“ Gelb. Die winzigen Pigmente senden dann jeweils ihre Wellenlänge aus und erzeugen in der Summe wieder ein Aktionspotential-Muster, das das Gehirn als „wird wohl Grün sein“ interpretiert, bzw. als „entspricht dem Muster, das Licht ‚grüner‘ Wellenlänge erzeugen würde“.
Prinzipiell kann man aus verblüffendsten Einzelfarbkombinationen jeweils vielfältigste Farbeindrücke erzeugen.

Experiment 2:
Einige Kreise ausschneiden und beliebige Farben auftragen. Alle Kreise bis zur Mitte einschneiden und auf eine Achse bringen (Bleistift, Draht …?). Durch den Einschnitt kann man sie überlappen, der unterschiedliche Winkel verkörpert die unterschiedliche Intensität.
Anschließend so schnell drehen, daß ein einheitlicher Farbeindruck entsteht und verschiedene Überschneidungswinkel und Farbkombinationen ausprobieren.

So. Eigentlich kann man noch mehr erzählen, die Gegenfarbentheorie läßtsich so ncht erkären, aber da gibts Bücher. Zum Beispiel „Wahrnehmung“ vom Spektrum-Verlag.

Tschuess, Sven.

Das Mischen von flüssiger „Farbe“ ist nicht das Gleiche wie das Mischen von buntem Licht; daher unterscheiden sich die Resultate. Im ersten Fall erhält man eine „subtraktive“ Mischung, im zweiten Fall eine „additive“.

Der Farbeindruck bei Pigmenten (die bunten Dinger in der Malerfarbe) entsteht dadurch, dass die Pigmentteilchen aus dem auftreffenden Licht bestimmte Wellenlängen absorbieren. Das Licht, das dann noch übrig ist, ergibt dann die „Komplementärfarbe“.
Z. B. erscheint uns ein Pigment, das Grün absorbiert, rot.

Stell Dir jetzt eine Mischung aus Gelbpigment (absorbiert blau) und Blaupigment (absorbiert gelb) vor: die Mischung nimmt aus dem sichtbaren Spektrum die blauen und gelben Anteile heraus. Das, was dann übrig bleibt, erscheint uns als Grün. Besonders schöne Grüntöne bekommt man auf diese Weise übrigens nicht heraus…

Das ist natürlich etwas vereinfacht, gebe ich gern zu…

Gruß,
Franz