Bescherung - Tradition oder Anpassung
Hallo Claudia,
Weihnachten ist, nicht nur in Bezug auf den Zeitpunkt oder die Art der Bescherung, Traditionsssache. In Deutschland gibt es Regionen, wo man es traditionell am 24. abends machte, und andere, wo es erst am 25. morgens geschah. Weltweit, in christlichen Regionen, ist das nicht anders.
Mir scheint aber, dass die Tendenz zum 24. geht und, zumindest in Deutschland, dieser Termin inzwischen vorherrscht. Ich denke, das lässt sich logisch erklären:
In meiner Familie war es so, dass wir, soweit ich mich zurück erinnern kann, am 24. abends feierten und beschert wurde. Ich erinnere mich aber auch, dass meine Eltern sich oft darüber unterhielten, dass das falsch sei, denn Weihnachten sei doch eigentlich erst am 25. Mein Vater fühlte sich zudem unter Druck seiner Mutter, wenn sie da war. Sie warf ihm vor, ostpreussische Traditionen zu verleugnen, weil unsere Vorfahren von daher stammen und dort der 25. morgens Tradition war.
Irgendwann, ich glaube ich war 7 oder 8, mein Bruder 3 oder 4, haben meine Eltern es mal mit dem 25. probiert. Ergebnis:
Kinder am 24. abends ins Bett zu bekommen, ist ein Drama. Einerseits, weil sie extrem erwartungsvoll unruhig sind, andererseits, weil sie wissen, dass fast alle ihrer Freunde zu diesem Zeitpunkt ihre Geschenke schon haben. Die Nacht fällt dann unruhig aus, und ab 5 Uhr stehen sie vor dem Elternbett: War der Weinachtsmann schon da?
Da ist es doch einfacher, abends zu bescheren, und die Kinder danach mitsamt Geschenken ins Bett zu schicken. Morgens können sie dann allein aufstehen und damit spielen - ohne die Eltern zu wecken.
Ich glaube deshalb, dass, wo noch nicht geschehen, deutschland- und weltweit, sich der 24. abends durchsetzen wird.
Fröhlichen 25. und 26.!
Lothar