Eine Stadt braucht Geld (etwas lang)

Hi,

was tun?
Hier in Dresden gibt es sogenannte Komplexreinigungen von Hauptstraßen. Da werden Halteverbote ausgesprochen, etliche Politessen (heute waren es 8) verteilen an dem Tag lustige Zettel an den Windschutzscheiben, Abschleppunternehmen karren die nichtwilligen Fahrzeuge weg. Dann werden von der stadteigenen Müllbeseitigung die Gullis gereinigt (ausgesaugt) und ne Kehrmaschine fährt mal durch. Natürlich wird eine solche Aktion durchgeführt, wenn einige Seitenstraßen wegen Bauarbeiten gesperrt sind, man weiß nicht wohin mit dem Auto. Im Ganzen sind meiner sehr groben Zählung so an die 100 Knöllchen á 15 Euro und 25 Fahrzeugbeseitigungen auf 1 km zusammengekommen. Die Gullireinigung (pro Gulli 3 min) und die Kehrmaschine, die zügig den Kilometer in 15 min schaffte, macht dieses Geschäft so lukrativ, das die Stadt unter dem Deckmäntelchen „saubere Stadt“ die Gebühren für diese Extrareinigung auch noch den Anliegern aufdrückt. Abgesehen davon, das die jeweiligen Anlieger das extra von der Stadt gereinigte Schnittgerinne und den Fußweg sowieso manuell reinigen müssen, was in unserer Straße auch gemacht wird, also kaum Dreck da.

Eine andere Seite ist die in der Stadtordnung verankerte Pflicht der Entsorgung der Abfälle durch die stadteigene Müllabfuhr, private Entsorger dürfen die Haushalte nicht bedienen. Abgesehen davon, das eh keiner hier den Müll perfekt trennt (und dann wegen vermisteter Tonne doppelt bezahlt), die städtische Müllabfuhr ist um einiges teurer als private Unternehmen, bei den Privaten fahren 1-2 Leute auf dem Bock, die Stadt leistet sich einen sich langweilenden Fahrer und bis zu 3 Leute, die die Mülltonnen ans Fahrzeug karren. Natürlich wird das Holen der Tonne vom Grundstück extra berechnet, Private machen das ohne Berechnung oder mit geringeren Aufschlägen.

Die Müllentsorgung ist so gut wie das einzige Unternehmen der Stadt, welches schwarze Zahlen schreibt, ich begreife jetzt auch warum.

Bitte entschuldigt meinen Frust, ich mußte das jetzt mal loswerden, obwohl ich heute kein Knöllchen abbekommen habe.

Gruß
André

Hi,

Tach auch,

was tun?
Hier in Dresden gibt es sogenannte Komplexreinigungen von
Hauptstraßen. Da werden Halteverbote ausgesprochen,

ist da Recht der Stadt

etliche
Politessen (heute waren es 8) verteilen an dem Tag lustige
Zettel an den Windschutzscheiben, Abschleppunternehmen karren
die nichtwilligen Fahrzeuge weg.

Absgeschleppt werden darf nur bei Behinderung.
Nichtwillig heißt doch, dass der Eigentümer Zeit gehabt hätte, das Auto weg zu fahren.

Dann werden von der
stadteigenen Müllbeseitigung die Gullis gereinigt (ausgesaugt)
und ne Kehrmaschine fährt mal durch.

Dafür zahlt man doch die Straßenreinigungsgebühren, oder?

Natürlich wird eine
solche Aktion durchgeführt, wenn einige Seitenstraßen wegen
Bauarbeiten gesperrt sind, man weiß nicht wohin mit dem Auto.

Diese Arbeiten werden turnusmäßig durchgeführt. Das zuständige Amt weiß leider nicht immer, wo gerade gebaut wird.
Hinzu kommt, dass niemand ein Anrecht darauf hat, sein Auto auf der Straße parken zu dürfen.
Wer sich ein Auto anschafft, sollte sich vorher um eine Abstellmöglichkeit kümmern (nicht nach dem Motto: ich habe ein Auto - Stadt Dresden: sorge du für meinen Parkplatz).

Im Ganzen sind meiner sehr groben Zählung so an die 100
Knöllchen á 15 Euro und 25 Fahrzeugbeseitigungen auf 1 km
zusammengekommen. Die Gullireinigung (pro Gulli 3 min) und die
Kehrmaschine, die zügig den Kilometer in 15 min schaffte,
macht dieses Geschäft so lukrativ, das die Stadt unter dem
Deckmäntelchen „saubere Stadt“ die Gebühren für diese
Extrareinigung auch noch den Anliegern aufdrückt.

Wem denn sonst, wenn nicht den Anliegern??
Dem „Steuerzahler“?

Abgesehen
davon, das die jeweiligen Anlieger das extra von der Stadt
gereinigte Schnittgerinne und den Fußweg sowieso manuell
reinigen müssen, was in unserer Straße auch gemacht wird, also
kaum Dreck da.

mehr kann ich heute nicht sagen - der Rest ist ein politisches Problem.
(Gibt es keinen Einwohnerantrag, Bürgerbegehren oder so? Wenn viele der gleichen Meinung sind, wären das doch die Mittel der Tat)

Gruß
HaWeThie

Hallo HaWeThie,

ooch, die Beamten :wink:

Nee, mir ging es um den Gewinn für die Stadt in dieser absolut sinnlosen Aktion, die wirklich jedes Jahr stattfindet. Abgesehen davon, das nach dieser Reinigung der Gehweg arg verschmutzt ist (Nacharbeit, natürlich vom Anlieger), ist es eine Doppelbelastung für die Grundstücke. Die extra Reinigung wird auch extra berechnet, aber der Grundstückseigentümer (oder die Mieter) zahlen die Straßenreinigung trotzdem. Es ist Abzocke! Und das Thema Müllentsorgung. Die Stadt kann natürlich ihre eigenen Anordnungen erlassen, wie einfach ist es doch, die Stadtreinigung als Alleinentsorger zu bestimmen, mir kommt das Kotzen! Tschuldigung.

Es ist ein politisches Thema, daher postete ich auch genau in diesem Brett.

Gruß
André