Eine Streitfrage zu ABS

Hallo Experten,

Ich Hab mit einem Frund eine Diskussion über das ABS.
Meinung 1.)Diese Technik macht das Fahrzeug nur lenkbar auf rutschigem Untergrund.Der Bremsweg verkürzt sich nicht.

Meinung 2.)Erste Aussage bestätigt aber auch der Bemsweg wird auf rutschigem untergrund kürzer.

Wer hat recht?

Danke für viele richtige Antworten.

Peter

Hallo Peter,

Ich Hab mit einem Frund eine Diskussion über das ABS.
Meinung 1.)Diese Technik macht das Fahrzeug nur lenkbar auf
rutschigem Untergrund.Der Bremsweg verkürzt sich nicht.

Meinung 2.)Erste Aussage bestätigt aber auch der Bemsweg wird
auf rutschigem untergrund kürzer.

Wer hat recht?

in meinen Augen: keiner:wink:
Warum? ABS ist eine System, das nicht optimal bremst, sondern ein System, das gegenüber einer reinen Vollbremsung mit blockierenden Rädern „besser“ bremst.
Zum einen natürlich sicher deshalb, weil der PKW wegen der nicht (oder nur kurz)blockierenden Räder lenkbar bleibt.
Zum anderen aber auch deshalb, weil die Haftreibung von Gummi auf dem Untergrund (bei rollenden Rädern) höher ist, als die Gleitreibung (bei blockierenden Rädern). Dies kann tatsächlich, muss aber nicht zu einer Verkürzung des Bremswegs führen, denn das hängt vom Verhältnis der Reibkoeffizienten und dem Verhalten des ABS-Systems ab.
Nach meiner Meinung ist ein Bremsvorgang permanent am Haftreibungslimit gegenüber der stotternden Bremsung durch ABS optimal, aber eben durch den Menschen und derzeit durch die Technik unerreichbar.

Grüße
Jürgen

1.) ABS macht Fahrzeug auf rutschigem UND trockenem Untergrund lenkbar, da es Schleudern durch blockierende Räder verhindert. Es gibt aber physiklische Grenzen => auch ein Auto mit ABS KANN ins Schleudern kommen. Der reine Bremsweg auf trockener Fahrbahn wird durch ABS nicht verkürzt, obwohl dies theoretisch der Fall sein müsste.
Es gibt auch die Meinung, dass bei Schnee ohne ABS der kürzere Bremsweg erreicht wird, da sich ein Schneehaufen vor jedem Rad bildet, der eine verstärkte Reibung erzeugt. Ich glaube aber, dass die Schleudergefahr diesen Vorteil mehr als kompensiert.

2.) Auf rutschigem Untergrund verkürzt ABS den Bremsweg tatsächlich, da der „Gleiteffekt“ (geringere Reibungskraft beim Blockieren als bei Haftgrenze) größtenteils verhindert wird.

mfG

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Hallo Jürgen,

gibt es im Netz Artikel über dieses Thema? ich hab zwar schon geGoogelt aber leider nichts brauchbares gefunden. Nur technische Beschreibungen. Dabei gehts mir um die „Beweisführung“. Deine Meinung gibt nämlich mir recht *freu*.

lG
Peter

Hallo,
lt. Auto-Motor-Sport verkürzt sich der Bremsweg in keinem Fall. Das Gegenteil ist der Fall: er verlängert sich sogar etwas (nicht gewaltig).
Doch der Vorteil der Lenkbarkeit wiegt diesen Nachteil auf.
da kann ich mitreden: hätte ich vor 2 Jahren kein ABS gehabt, wäre ich vermutlich im KH gelandet. So aber konnte ich um das plötzlich auftretende Hinderniss so lala herum lenken.
Grüße
Raimund

Hallo Peter,
http://www.kfztech.de/kfztechnik/fahrwerk/bremsen/ab…
evtl. hilft Dir dieser Link schon weiter.

gibt es im Netz Artikel über dieses Thema? ich hab zwar schon
geGoogelt aber leider nichts brauchbares gefunden. Nur
technische Beschreibungen. Dabei gehts mir um die
„Beweisführung“. Deine Meinung gibt nämlich mir recht *freu*.
lG
Peter

Gruß, steppi

Moin,

auf griffigem Untergrund verlängert das ABS bei einem geübten (wirklich gutem Fahrer) den Bremsweg effektiv. Je nach Untergrund um 1-5 m. Dies kommt durch die kurzfristige Unterbrechung der Bremsleistung zustande. ABER!! ca. 80% der Autofahrer sind nicht in der Lage den optimalen Druckpunkt ihrer Bremse auf anhieb zu treffen und Bremsen aus Angst vor blockierenden Reifen zu schwach und verschenken damitdeutlich mehr Meter als sie durch ein ABS verlieren würden. In Paniksituatione (Gefahrenbremsung) treten wiederum viele zu heftig auf die Bremse so das die Reifen blockieren. Dies ist grade bei modernen Reifen (Silikamischung) extrem nachteilig da diese eine deutlich geringeren Gleitreibungs- als Haftreibungskoeffizienten haben. Nach einer ca. 5 m langen Vollbremsung mit blockierten reifen kann man diese in der Regel wegwerfen (Bremsplatten).

Moderne ABS-Anlagen habe aber eine so hohe Regelfrequenz das der Bremswegverlust minimal ist und der psychologische Effekt (ich kann jederzeit mit aller Kraft auf die Bremse latschen) die Nachteile mehr als kompensiert.

Nur auf einer LOSEN bis brüchigen Schneedecke und auf schlammigem Untergrund erreicht der normal Fahrer in der tat durch das Blockieren der Räder kürzeren Bremsweg da durch den Schneepflugeffekt eine zusätzliche Verzögerungskraft auftritt. (vergleichbar mit einem Anker der auf einem steinigen Untergrund mit darüberliegender Sandschicht liegt.

Der Sicherheitsgewinn durch die volle Kontrollierbarkeit der Fahrzeugs überwiegt aber in 90 % aller Fälle eindeutig

dagobert

1 „Gefällt mir“

Auf Schnee ist der Bremsweg ohne ABS besser,
oder besser geagt kürzer wenn das Fahrzeug nicht gleich ausbricht/sich
dreht. Habe diesen Winter desöfteren die Erfahrung gemacht das ich mit angezogener Handbremse (alle vier Räder stehen wegen permanentem Allrad-Antrieb) um einiges schneller zum stehen komme als wenn ich das ABS vor sich hin rattern lasse (vorallem Bergab). Unangenehmer nebeneffekt ist natürlich das das Fahrzeug nicht in der Spur bleibt und sich dreht weswegen man die Bremse schon mal lösen und dann die Fahrt korregieren sollte.

Gruß Chris