Eine vermeintlich provoziernde Frage:

ist aber gar nicht so provoziernd gemeint:
was wäre aus dem Volk der Juden geworden, hätte es keine Christen gegeben?
Die Frage kann man natürlich noch ausweiten, doch dann springen mir hier einige an die Gurgel!
Wären sie auch dann zum mächtigsten (Klein-)Staat der Erde geworden?
Grüße
Raimund
(Hör´ ich da wieder: „ach, Raimund, was Du wieder für Themen hast!“?)

was wäre aus dem Volk der Juden geworden, hätte es keine
Christen gegeben?

Zumindest haette es dann keine Judenverfolgungen gegeben und es waeren keine 6 Millionen umgebracht worden.

Peter

Hallo Raimund

was wäre aus dem Volk der Juden geworden, hätte es keine
Christen gegeben?

Nun, die letzte, entscheidende Tempelzerstörung wurde von den Römern getan. Dies wäre auch der Ausgangspunkt Deiner Phantasievorstellung gewesen, d.h. die Juden als ein zerstreutes, besiegtes Volk.

Genau wie unter den Christen hätten sie durch ihre Traditionen ihre Identität behalten, die aber auch verhindert hätten, daß sie kulturell in anderen Völkern aufgehen.

Genaus wie unter den Christen wären sie als Minderheit verfolgt und verfemt worden - über die Intensität kann man nichts sagen.

Genau wie unter den Christen wäre der Staat Israel irgendwann wieder entstanden.

Mit anderen Worten: Im Prinzip wäre die Geschichte ähnlich verlaufen.
Gruß
Thomas

was wäre aus dem Volk der Juden geworden, hätte es keine
Christen gegeben?

wahrscheinlich gäbe es jetzt noch mehr von ihnen.

Die Frage kann man natürlich noch ausweiten, doch dann
springen mir hier einige an die Gurgel!

seit n. h. bringt mich keiner so schnell mehr an die gurgel…

Wären sie auch dann zum mächtigsten (Klein-)Staat der Erde
geworden?

was hat der vatikan mit den juden zu tun? :wink:

hallo Lehitraot,

was wäre aus dem Volk der Juden geworden, hätte es keine
Christen gegeben?

wahrscheinlich gäbe es jetzt noch mehr von ihnen.

das ja.
Doch glaube ich, dass das jüdische Volk (ich meine nicht den Staat Israel, den es ja erst seit kurzem wieder gibt) durch die Christen (ungewollt) aufgewertet wurde. Aus dem Stehgreif würde ich mal sagen, dass es Judenverfolgungen nur dort gab, wo es Christen gab. Der Islam sieht den Juden zwar als Ungläubigen an (teilweise noch ablehnender als den Christen), hat aber so viel ich weiß keine Progrome gegen Juden gemacht. Alle Ungläubigen mussten halt höhere Steuern zahlen.
durch diese Verfolgungen der Europäer schloss sich diese Volksgruppe natürlich enger zusammen. Außerdem war dieser Volksstamm bei jedem Christen geläufig (lernte er ja in der Schule oder in der Kirche. Stichwort: Christusmörder). Eine Gruppe, die verfolgt wird hat 2 Möglichkeiten: aufzugeben und sich aufzulösen, oder sich noch enger zusammen zu schließen und gegenseitig zu helfen. Letzteres haben die Juden gemacht und dadurch überlebt. Und nicht nur überlebt, sonder sind zum mächtigsten Staat der Erde geworden.
Ich will jetzt hier keine wissenschaftliche Abhandlung machen. Meine Überlegung geht aber genau in diese Richtung. Wären diese Verfolgungen nicht gewesen, wären die Juden als das angesehen worden, was sie sind, nämlich ein Volk unter Völkern, gäbe es heute keinen Staat Israel (vermutlich) und würden wohl die meisten Menschen nicht wissen, was denn das für Leute sind. Verstehe mich bitte jetzt richtig: vielleicht wäre es für beide Seiten das bessere gewesen. Wieviel Leid und Blut wäre den Menschen (allen) erspart geblieben!

Wären sie auch dann zum mächtigsten (Klein-)Staat der Erde
geworden?

was hat der vatikan mit den juden zu tun? :wink:

Du weißt genau, wer gemeint ist! s.o. ebenfalls :wink:
Übrigens, der Vatikan hat sehr viel damit zu tun: auch siehe oben. Wer hat denn die Juden zu Christenmördern gestempelt? Auch noch Sippenhaft gemacht? Da haben (lt. christlichem Teil der Bibel) ein paar hundert Juden den Religionsgründer der Christen (das er nicht einmal war: er wollte nur die jüdische Religion reformieren) hingerichtet (solche „Volksbelustigungen“ gibt es auf der ganzen Welt. Nichts ist aufgailender, als jemanden leiden und sterben sehen, auch heute noch. Davon leben die Nachrichten). Und deswegen wird ein ganzes Volk über fast 2.000 Jahre dafür verantwortlich gemacht! Vor Monaten habe ich mal in diesem Forum erwähnt: ich habe eine Bekannte, die war der festen Überzeugung und hat das auch in der Religionslehre gelernt (nicht in Deutschland), dass die Juden deswegen ihren Staat verloren haben und verfolgt wurden, weil sie Gott für den Mord an Christus bestrafen will! Schöne Ausrede: die Christen führen nur den Willen Gottes aus! Sie sind also das neue auserwählte Volk! Und das in unserer heutigen Zeit!
Den letzten Anstoß gab die jüngste Vergangenheit. Ohne 6 Mio Tote gäbe es keinen Staat Israel(denk auch dabei an die Prophezeiung).
Grüße
Raimund

Doch glaube ich, dass das jüdische Volk (ich meine nicht den
Staat Israel, den es ja erst seit kurzem wieder gibt) durch
die Christen (ungewollt) aufgewertet wurde.

eher abgewertet würde ich mal aus dem stegreif sagen…

Der Islam sieht den Juden zwar als
Ungläubigen an (teilweise noch ablehnender als den Christen),

das glaube ich nicht. das judentum ist wie der islam im gegensatz zum christentum monotheistisch. der islam sieht vor, „gläubige des buches“, also juden und christen zu achten. dies wurde auch im osmanischen reich so gehandhabt. (da sieht man, daß der heutige arabische israelhaß aus verdrehung und mißbrauch geboren ist. gebildete muslime sind sich dessen bewußt und schämen sich zutiefst.)

Und nicht nur überlebt, sonder sind zum
mächtigsten Staat der Erde geworden.

LOL! sind das wunschvorstellungen oder nächtliche alpträume deinerseits?

vielleicht
wäre es für beide Seiten das bessere gewesen. Wieviel Leid und
Blut wäre den Menschen (allen) erspart geblieben!

vielleicht? ganz sicher. aber so ist die geschichte nunmal. ein was-wäre-wenn ist vielleicht unterhaltsam, aber nicht zielführend.

Den letzten Anstoß gab die jüngste Vergangenheit. Ohne 6 Mio
Tote gäbe es keinen Staat Israel.

der wäre dann vielleicht auch nicht nötig gewesen…

vielleicht solltest du mal nachdenken, was umgekehrt die juden für die christen bedeuten - nämlich alles. von den juden haben sie nämlich alles genommen, was heute „christlich“ heißt. den rest halt von den griechischen philosophen…

Hallo,

das judentum ist wie der islam im
gegensatz zum christentum monotheistisch.

Ich hoffe ja mal, daß dieses Statement aus Deinem Frust über die m.E. etwas abstruse Fragestellung geboren ist. Ansonsten halte ich es für unfair und gerade dem hier sonst so offen geführten interreligiösem Dialog auch nicht gerade zuträglich, derart apodiktische Urteile über ein Bekenntnis zu fällen. Das Christentum versteht sich selbst als monotheistische Religion. Auch wenn die Trinitätslehre nicht jedem verständlich erscheint, sollte man einer Religion bzw. einem Bekenntnis gerade ihre elementaren Selbstdefinitionen nicht absprechen.

„gläubige des buches“, also juden und christen zu achten. dies
wurde auch im osmanischen reich so gehandhabt. (da sieht man,
daß der heutige arabische israelhaß aus verdrehung und
mißbrauch geboren ist. gebildete muslime sind sich dessen
bewußt und schämen sich zutiefst.)

Ist „Israelhaß“ wirklich religiös, oder wird hier nicht nur eventuell einfach Religion mißbraucht? Wahrscheinlich (ich weiß es nicht), gibt es auch manchen israelischen Fanatiker, der seine jüdische Religion mißbraucht, um alle Araber (die ja nun eigentlich auch nicht alle Muslime sind) zu verurteilen…
Alle Gebildeten sollten sich wohl über den Nahost-Konflikt schämen, christliche, muslimische, jüdische und was es sonst noch gibt.

ein was-wäre-wenn ist vielleicht unterhaltsam, aber nicht
zielführend.

So ist es!

vielleicht solltest du mal nachdenken, was umgekehrt die juden
für die christen bedeuten - nämlich alles. von den juden haben
sie nämlich alles genommen, was heute „christlich“ heißt. den
rest halt von den griechischen philosophen…

Naja, wohl doch nicht alles:wink: Das kannst Du eben vor allem an der Trinitätslehre sehen, auf der die ganze innere Plausibilität des christlichen Glaubens baut…

Grüße,
Taju

Das
Christentum versteht sich selbst als monotheistische Religion.

ja, ich sprach aber darüber, wie der islam das christentum und das judentum sieht. und hier stimmt nach wie vor: aus islamischer sicht steht das jüdische gottesbild dem islamischen näher als das christliche, eben wegen der verwirrenden trinitätslehre.

Ist „Israelhaß“ wirklich religiös, oder wird hier nicht nur
eventuell einfach Religion mißbraucht?

ja. die religion wird verdreht und politisch angepaßt. so, wie es den führern in den kram paßt.

Wahrscheinlich (ich
weiß es nicht), gibt es auch manchen israelischen Fanatiker,
der seine jüdische Religion mißbraucht,

wahrscheinlich? definitiv gibt es sie! zum glück aber weniger als unter den muslimen.

um alle Araber (die ja
nun eigentlich auch nicht alle Muslime sind) zu verurteilen…

die palästinensischen araber sind zum größten teil muslimisch. christliche araber gibt es auch. die sprengen sich aber nicht in die luft. dann gibt es noch israelische araber (staatsbürger), die eigentlich loyale bürger sind. in letzter zeit scheint sich das zu ändern. auch weigern sich viele israelis, bei christlichen arabern einzukaufen, was völliger unsinn ist, weil es die falschen trifft. es ist schrecklich…

Alle Gebildeten sollten sich wohl über den Nahost-Konflikt
schämen, christliche, muslimische, jüdische und was es sonst
noch gibt.

tun sie… ich sprach halt vom islam im besonderen.

vielleicht solltest du mal nachdenken, was umgekehrt die juden
für die christen bedeuten - nämlich alles. von den juden haben
sie nämlich alles genommen, was heute „christlich“ heißt. den
rest halt von den griechischen philosophen…

Naja, wohl doch nicht alles:wink:

nimms mir nicht übel, raimunds beitrag hatte einen wohlbekannten etwas säuerlichen geschmack. darauf reagiere ich oft etwas zynisch…

hallo, Lehitraot

Der Islam sieht den Juden zwar als
Ungläubigen an (teilweise noch ablehnender als den Christen),

das glaube ich nicht. das judentum ist wie der islam im
gegensatz zum christentum monotheistisch.

Hier machst Du den gleichen Fehler, wie alle, die das „System“ der Dreieinigkeit nicht begreifen. Es ist und bleibt ein Monotheismus.

der islam sieht vor,
„gläubige des buches“, also juden und christen zu achten.

Ist nicht ganz richtig. Mohammed hasste die Juden (er hatte als Junge schlechte Erfahrungmir einem Juden) Zum Thema Chisten gibt es im Koran eine Sure, die ausdrücklich vor den Christen wart. Sie würden (frei übersetzt) von vorne schön tun und dem Moslem dann das Messer in den Rücken stoßen. Ich suche Dir mal die Sure heraus (Bei mir steht der Koran einträchtig und ohne streiterei neben dem Talmut, der Bibel, der Lehre des Erhabenen und sogar Hubbarts Schund)

dies
wurde auch im osmanischen reich so gehandhabt.

Richtig! Nur mussten alle Ungläubigen eine höhere Steuer bezahlen, als Gläubige. Ansonsten durften sie machen und handel was sie wollten. Ja sie durften bis in höchste Ämter aufsteigen. Die großen Kalifen hatte alle jüdische und christliche Beamte. :frowning:da sieht man, daß der heutige arabische israelhaß aus verdrehung und mißbrauch geboren ist. gebildete muslime sind ich dessen bewußt und schämen sich zutiefst.)

Und nicht nur überlebt, sonder sind zum
mächtigsten Staat der Erde geworden.

LOL! sind das wunschvorstellungen oder nächtliche alpträume
deinerseits?

Wir wollen ja wohl das Licht nicht unter den Scheffel stellen. USA tanzt nach Eurer Pfeife, Europa ebenfalls.
Das sind keine Alpträume und keine Wunschvorstellungen von mir… nur eine Feststellung.

vielleicht solltest du mal nachdenken, was umgekehrt die juden
für die christen bedeuten - nämlich alles.

Das halte ich wieder für stark übertrieben. Die chrisliche Lehre ist doch einiges vom Judentum entfernt. Außer den Grundlagen der Religion gibt es nicht viel Gemeinsamkeiten. Dagegen habt Ihr sehr viel von z.B. Deutschland übernommen: denk mal an das Jiddische. Klar, auch wir (in Deutschlan, bei den anderen Sprachen weiß ich es nicht). Einige Wörter aus dem jiddischen sind in unsere Umgangssprache übergegangen, z.B. mies, meschugge, usw. Es gibt wohl wenig Staaten, die so eng mit ihren jüdischem Bevölkerungsteil verquickt ist, wie gerade Deutschland und Österreich. Vielleicht noch Polen.

von den juden haben
sie nämlich alles genommen, was heute „christlich“ heißt. den
rest halt von den griechischen philosophen…

Saulus (Paulus) hat zwar die Lehre Jesu übernommen, doch als Weltbürger extrem viel griechische und buddhistische Elemente dazu gepackt.
Also ganz so überweltigend ist der jüdische Anteil nun auch wieder nicht.
Grüße
Raimund

Hier machst Du den gleichen Fehler, wie alle, die das „System“
der Dreieinigkeit nicht begreifen. Es ist und bleibt ein
Monotheismus.

okay, dann bin ich halt ein idiot. zumindest ist dieses prinzip bar jeder logik. wenn jesus und gott eins sind, ist dann gott selber gekreuzigt worden?

(Bei mir steht der Koran einträchtig
und ohne streiterei neben dem Talmut,

talmud. scheinst nicht oft drin zu lesen, vermute ich mal :smile:

der Bibel, der Lehre des
Erhabenen und sogar Hubbarts Schund)

wieso der auch… naja. wieso nicht.

Das sind keine Alpträume und keine Wunschvorstellungen von
mir… nur eine Feststellung.

mächtigstes land der welt klingt aber irgendwie nach verfolgungswahn, entschuldige.

Außer den
Grundlagen der Religion gibt es nicht viel Gemeinsamkeiten.

ist ja witzig. außer daß der gründer selber jude war, meinst du. und daß so ziemlich alle feste und gebräuche irgendwie von den juden genommen wurden, oft sogar ins gegenteil verkehrt, um sich abzugrenzen.

Dagegen habt Ihr sehr viel von z.B. Deutschland übernommen:

wieso dagegen? wollen wir das aufrechnen? sowas dummes. ist doch schön, wenn sich kulturen gegenseitig beeinflussen. nur wenn blut dabei fließt, ist das nicht so toll.

Also ganz so überweltigend ist der jüdische Anteil nun auch
wieder nicht.

ich weiß. der wird erst dann überwältigend, wenn es um die kreuzzüge geht. dann plötzlich heißt es heiliges land, land jesu usw. usf.

Hallo Raimund,

(Bei mir steht der Koran einträchtig
und ohne streiterei neben dem Talmut, der Bibel, der Lehre des
Erhabenen und sogar Hubbarts Schund)

im Regal stehen nützt nix, solltest öfter drin lesen :wink:)

vielleicht solltest du mal nachdenken, was umgekehrt die juden
für die christen bedeuten - nämlich alles.

Das halte ich wieder für stark übertrieben. Die chrisliche
Lehre ist doch einiges vom Judentum entfernt. Außer den
Grundlagen der Religion gibt es nicht viel Gemeinsamkeiten.

Sollte es nicht eher heissen: Die katholische Lehre ist einiges von der christlichen entfernt?

Die Gemeinsamkeiten zwischen Christentum und Judentum sind jedem Bibelleser bekannt.

Saulus (Paulus) hat zwar die Lehre Jesu übernommen, doch als
Weltbürger extrem viel griechische und buddhistische Elemente
dazu gepackt.

Das wird dem armen Paulus immer wieder in die Schuhe geschoben. Aber wo finden sich dafür Beweise in den Paulusbriefen?
Paulus zitiert bei seinen Auslegungen ausnahmslos das AT!

Gruss Harald