Einem Massenmörder folgen

Guten Morgen,

Moses war laut Bibel ein Mörder, der tausende Menschen abschlachtete.
Dennoch gibt diese Figur eine zentrale Rolle in dem Vatergott-Glauben ab, der sogar selbst das Gebot in Stein trug: Du sollst NICHT töten. Wie können die Anführer einer Religion, die auf Morden gründet, das aushalten, solchen “Helden” ihre Verehrung zu geben? Oder verdrängen sie einfach diese Scheußlichkeiten?

MfG, I.

Es ist nicht nur Moses, es gibt da viele Personen.

Du musst eine wichtige “Tatsache” bedenken: Wer “die Bösen” abschlachtet, der ist gut, ein Held. Aber wer “die Guten” tötet, den muss der göttliche Zorn treffen.
Das kann man gar nicht mit der “juristischen Gleichheit” sehen.

Das ist die Luther’sche Übersetzung. Die Originalformulierung meinte jedoch sinngemäß das rechtswidrige Morden innerhalb der jeweiligen Rechtsordnung.

Es ist m.E. ein bisschen zu kurz gegriffen, moderne humanistische Ethik 1:1 auf jahrtausendealte Texte anzulegen und zu erwarten, dass antike Figuren unseren heutigen Standards entsprechen. Moderne Gläubige verehren daher auch nicht den gewalttätigen Moses (wenn man vielleicht von ein paar Extremisten absieht), sondern Moses als literarische und historische Figur des Befreiers aus der Sklaverei und als Übermittler ethischer Grundsteine, die interessanterweise im Laufe der Jahrtausende letztlich genau dazu geführt haben, dass wir die antike Gewalt heute ablehnen.

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Moses als Befreier, hm… er führte tausende Menschen in eine öde Wüste und wartete ab, bis die Alten starben, um die nächsten Generationen endlich in Kanaan anzusiedeln, wo er (wieder) Kriege führte, gegen diejenigen die dort lebten. (Erinnert irgendwie an heutige Verhältnisse.)

Wo waren diese Menschen also befreit? Im Gegenteil, sie durften nicht mehr ihre eigene Spiritualität leben, dann wurden sie ermordet, und wie erging es ihnnen nach den Jahrzehnten des Wartens? Sie kamen wieder in ein Kriegsgebiet, und das, weil (auch) Moses weiter das Schwert schwang - und sie hatten (wieder) zu gehorchen.

Moses ließ demnach erstmal alle sterben, die noch Zeugen der Wanderung und der Ereignisse waren, und ein Übermittler von Ethik kann ich nicht in dieser legendären Figur erkennen, eher einen Fanatiker, der seinen Vatergott mit allen Mitteln als den einzig wahren Gott durchsetzte.

Einen Massenmörder als einen Überbringer von Ethik betrachten… das erscheint mit bizarr, und wieso sollte Moses daran Anteil gehabt haben, dass heutige ethische Richtlinien aus modernen Massenmenschen halbwegs gesittete Leute machen? Vielleicht sind die friedfertigen Leute ja auch einfach ihrer wahren Natur näher, als die gestörten Gewalttätigen?
Ein Glaube an einen Gott (oder an viele Götter) hat doch noch nie zu einer Friedfertigkeit geführt?!

Ja, das scheint eine massive Verzerrung zu sein? Oder ist es heuchlerisch?

Das ist beiden - wenn man die biblischen Texten schon wörtlich nehmen will - falsch.

Wenn ich mich recht entsinne, waren sie vorher nicht nur spirituell unfrei, sondern buchstäblich Sklaven.

Die zehn Gebote, deren Überbringer er war, waren erstmals kodifiziertes Recht (zumindest in der Region), auf das sich jeder berufen konnte - im Gegensatz zur Willkürherrschaft der Könige und anderen Herrscher. Es gibt durchaus Philosophen - wie z.B. Habermas -, die so argumentieren, dass nämlich unser moderner, säkularer Humanismus und unsere Vorstellung von universellen Menschenrechten auf die jüdisch-christliche Ethik zurückgehen.

Naja, das ist ja nun eine Frage der Perspektive. Eine Religion, zu deren Lehren „glaub, an wen Du willst; ist mir alles recht“ gehört, hätte umgeben von Religionen die „ich habe den geilsten Gott, der alle Gegner vernichtet und in der Hölle schmoren lässt“ nicht lange überlebt. Zu den zentralen Lehren des Christentums gehört aber sehr wohl, dass innerhalb der Gemeinde Friedfertigkeit, Nächstenliebe usw. zu praktizieren sind. Dass man Andersgläubigen diese Behandlung nicht zugestand, war damals völlig normal.

Man kann Religion übrigens auch ganz nüchtern und ohne Empörung betrachten. Dazu gibt es sogar eine Wissenschaft. Ich kann übrigens dieses Buch hier empfehlen, dass sich sehr nüchtern und sachlich mit der Bibel auseinandersetzt und u.a. Widersprüchlichkeiten und Fehler aufzeigt und gleichzeitig mit einigen Missverständnissen aufräumt:
Lexikon der biblischen Irrtümer: Von A wie Auferstehung Christi bis Z wie Zeugen Jehovas : Langbein, Walter-Jörg: Amazon.de: Bücher

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Du hast deine Sachkenntnis bzgl. der biblischen Gestalt Moses vermulich aus TikTok (wo man ja auch lernen kann, daß die Erde „flach“ ist, wie kürzlich via „Dschungelcamp“ bekannt wurde). Die Texte der → Tora - das ist die antike Büchersammlung (8.-6. Jhdt.v. Chr.), in der die Lebens- und Wirkungsgeschichte des Moses berichtet wird, hast du vermutlich niemals zu Gesicht bekommen. Sonst würdest du - neben anderem Unsinn - nicht eine so entlarvende Frage stellen

Nach den Texten aus einer - mindestens jahrzehntelangen (die Texte geben keine Dauer her) - Sklaverei, mutmaßlich unter Ramses II. Nachdem sie bereits mehrere hundert Jahre in Ägypten gelebt hatten. (Die zweifelhafte historische Relevanz dieser Texte ist ja hier selbstverständlich nicht Thema).

Ebendort habe Moses - so der Bericht - einen Aufseher getötet, der einen seiner im Steinbruch Sklavenarbeit leistenden Landsleute geschlagen hatte. Laut storyline gab es zu diesem Zeitpunkt übrigens die „10 Gebote“ noch nicht :slight_smile: Auch nicht den dann auf neue Weise verkündeten Gott der Israeliten, der sie in Stein schreiben ließ. Btw.: Das darin enthaltene Gebot lautet übrigens nicht „Du sollst nicht töten“ (הרג), sondern „*Du sollst nicht morden (רצח)“

Für dein „… der tausende Menschen abschlachtete“ wäre es sicher interessant, wenn du auch nur ein einziges Zitat aus deinen dir selbst offenbar unbekannten Quellen liefern könntest :slight_smile:

Es war dieselbe Spritualität, die sie bereits 500 Jahre vorher hatten. Nur war diese nicht mit einer irgendwie gearteten Gesetzgebung verknüpft.

… wo sie sich bereits 500 Jahre vorher (damals friedlich) angesiedelt hatten. Es war eine „Rückkehr“, diesmal allerdings kriegerisch. Aber …

… laut storyline war Moses zu diesem Zeitpunkt längst tot.

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Vermutlich meint er den Badeunfall.

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Möglicherweise ist es auch Exodus 32,26-29
3000 Tote wegen Götzenanbetung (Goldenes Kalb).

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Najo, das war er ja nicht selber :man_shrugging:

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Die Bibel selbst berichtet. Eine Kuriosität, dass hier jemand dieses Gemetzel verleugnet. Moses war also demnach - laut Bibel - ein Massenmörder.

Als das Volk Israel am Berg Sinai ein goldenes Kalb anbetete, befahl Mose den Leviten, durch das Lager zu gehen und die Götzendiener zu töten. An diesem Tag wurden etwa 3000 Männer hingerichtet. (Zitat, einfach mal googlen,)

Mose war nicht nur ein Mörder seiner eigenen Leute, er hat auch weitere Kriege geführt.
Er war also ein blutrünstiger Kerl, der einen pharaonischen Sonnengott anbetete und ihn einem Sklavenvolk aufdrückte.

Solche Kerle werden u.a. von “Christen” als Helden betrachtet… Du sollst NICHT töten.

Was für eine Haarspalterei. Morden, töten. Welche Ideologie ist das denn, die töten und morden unterscheidet. Du sein Mosesanbeter?

Echt? Was sagen denn die Christen, die du kennst, genau über Mose?

So ziemlich jede rechtsstaatliche Ideologie :man_shrugging:

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Kannst Du bitte eine oder zwei Sprachen benennen, die Du beherrschst und in denen nicht zwischen Töten und Morden unterschieden wird? Und ja, natürlich gibt es Synonyme. Um aber kurzerhand zu behaupten, dass es diesen Unterschied nicht gibt, muss man ein bissle mehr darüber wissen, wie Synonyme funktionieren und wie es dazu kommt.

Im übrigen:

Nicht gelesen oder nicht kapiert?

Und ja, es gibt eine „Ideologie“ aka Religion, in denen nicht das Morden, sondern ganz generell das Töten verboten ist. Wenn auf dem Hof des Vaters von Atul Mene (einem der Menschen, denen begegnet zu sein ich mein Leben lang dankbar sein werde) ein neuer Schuppen gebaut und dafür das Fundament betoniert wurde, saß zwischen dem Sandhaufen und dem Betonmischer ein Paria mit einem Sieb, der den gesamten verwendeten Sand durchsiebte, damit ja kein noch so kleines Tier (Raupe oder sowas) getötet würde.

Und in das Haus dieses Mannes durfte niemand ein Ei bringen, weil es herunterfallen könnte und der Keimling damit getötet würde.

Das ist der Unterschied zwischen „nicht Töten“ und „nicht Morden“.

Glück auf!

MM

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Muss ja spannend sein, wenn mal wirklich Schädlingsbefall im Haus sein sollte. Dann zieht er vermutlich aus.

Hast Du schon mal davon gehört, wo und wie die Wirkung von Azadirachtin entdeckt wurde?

Und kannst Du Dir vorstellen, dass ein Bauer aus der Gegend von Khadawali irgendwo anders leben würde als an dem Platz, an dem seine Vorfahren die letzten tausend Jahre gelebt haben?

Glück auf!

MM

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In Berlin? Oder wenigstens London?

Seltsam - weder in Berlin noch in London habe ich einen einzigen indischen Bauern gesehen. Das hat vermutlich auch damit zu tun, dass auf asphaltierten und gepflasterten Äckern so wenig wächst.

So ganz blöde wie Du offenbar glaubst sind die nehmlich nicht.

(à propos: Weißt Du, woher die E-Ingenieure hauptsächlich kamen, die in den Nullerjahren in Stavanger den norwegischen Bohrinseln zu einem zweiten Leben verhalfen, indem sie deren Steuerungssysteme von Null neu aufsetzten?)

Und damit Du eine grundlegende Vorstellung über das Verhältnis von Bauern zu ihrem Land nicht nur in Indien fassen kannst:

Es gibt in Oberschwaben an der Umlach nicht weit von Eberhardzell einen Hof namens „Beckenbaurenhof“. Das bedeutet, dass vor einigen hundert Jahren, als die Hofnamen erstmals festgehalten wurden, ein Bauer namens Beck auf diesem Hof saß.

Die Bäuerin, die heute ein kleines Gestüt und Pensionspferdehaltung auf diesem Hof betreibt, heißt Hertha Beck.

Glück auf!

MM

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Das ist ja ein Ding. Der Vater meiner Oma war in Ostpreußen Pferdehändler und sie war dann Bäuerin. Komischerweise kam sie 1945 nach Berlin. Da war auch nix mit „Ackerzucht und Viehbau“. Vermutlich aus den von dir genannten Gründen :wink: .