Hallo,
wie denkt Ihr darüber: alle Kinder haben sich seit geraumer Zeit von der Mutter (Witwe) komplett zurückgezogen. Voraus ging ein langer Prozeß, in dem sie aus ihrer Sicht alles versucht haben. Aber letztlich - Gesundheit aller ruiniert, Vertrauensbasis komplett zerstört, Zerrüttungen auch unter einem Teil der Geschwister - meinten sie, sich nur so gegen die Manipulationen, auch Beschuldigungen und Intrigen der Mutter schützen zu können.
Nun hat die Mutter wieder einen schweren Schlaganfall erlitten, kann bis auf eine Hand nichts mehr bewegen und liegt in einem Pflegeheim. Auf der einen Seite tut dieser Gedanke sehr weh, sich diese alte Frau vollkommen allein und bewegungslos vorzustellen. Auf der anderen Seite wäre ein Verzeihen - und damit ein Besuch und ein Sprechen mit ihr, ohne sie aufzuregen - aus meiner Sicht bzw. nach meinem Gefühl schlicht und einfach unehrlich. Das einzige, das ich ehrlich sagen könnte, wäre, daß mir ihr Zustand unendlich leid tut bzw. ich diesen sehr bedaure.
Ich habe mir selbst immer wieder gesagt, daß viele ihrer seinerzeitigen Verhaltensweisen auf eine gewisse Senilität zurückzuführen waren, komme dennoch nicht darüber hinweg.
Andererseits: Wenn ich sie wegen ihres jetzigen schlechten Zustandes
besuchen würde, würde sie sich sehr freuen, aber es würde mir den Hals zuschnüren, wenn ich denke, ich solle so tun, als hätte ich ihr verziehen… Negatives anzusprechen wäre aber auch nicht möglich, da es sie aufregen würde.
Also: Besser gar nichts tun? Als Kompromiß eine Karte/einen Brief schicken (sie wohnt weit entfernt)? Oder sich unendlich überwinden und schauspielern? Was denkt Ihr?
Gruß, Eva