Homosexuelle, Vatikan und Demokratie
Hi,
erstmal hätte ich gern genaue Zahlen, die belegen, dass an den sogenannten „Schaltstellen“ der Politik überproportional viele Homosexuelle sitzen. Die Paar, die öffentliche Ämter bekleiden und dies bekannt gemacht haben, fallen eben nur auf, weil es was „besonderes“ ist.
Die IMHO nicht besonders harte Kritik am Papst und der Katholischen Kirche ist durchaus berechtigt. Die kath. Kirche hat Jahrhunderte lang ihre Macht auf dem Rücken der Bevölkerung ausgeübt. Jetzt verliert sie so langsam diese Macht an eine etwas aufgeklärtere Bevölkerung, und das gefällt der Kirche verständlicherweise nicht.
Solange die Kirche ihre mittelalterliche Einstellung gegenüber Homosexuellen, Frauen und sonstigen Minderheiten nicht über Bord wirft, finde ich massive Kritik an dieser Kirche und ihrem Oberhaupt als durchaus berechtigt.
Gerade die kath. Kirche hat sich schon immer mit Kritik und Meinungsfreiheit schwer getan.
Zu Deinen Punkten: Das ist schönes Politiker-Gerede. Einerseits muss sich die Kirche als der Freiheitlich-Demokratischen Grundordnung verpflichtet geben, aber in Wirklichkeit hätte sie gern wieder einen „von Gott gesegneten“ Monarchen, den sie hübsch unter Druck setzen kann.
Wie ist das mit den von Pfarrern missbrauchten Kindern? Warum wurde da vertuscht? Ist das noch rechtsstaatlich, wenn Pfarrer, von denen bekannt ist, dass sie sich an Kindern vergriffen haben, einfach versetzt werden und nicht bei der Polizei angeklagt?
Wenn das eine Firma oder ein Verein getan hätte, was die kath. Kirche da durchgezogen hat, dann wäre der Teufel los, im wahrsten Sinne des Wortes.
Die Kirche ist eine in Traditionen erstarrte Machtorganisation. Nur wer sagt denn, dass Traditionen immer gut oder brauchbar sind? Die Beschneidung von Frauen ist in einigen Ländern auch Tradition, genauso wie bestimmte Trinkrituale bei der Bundeswehr. Beides sind Beispiele für Traditionen, die die Welt nicht braucht. Genauso ist es mit der Vormundschaft, die die Kirche einem im sexuellen Bereich aufzwängen will. Wozu heiraten, bevor man Sex hat? Das ist biologischer Unsinn.
Über Euthanasie kann man streiten, über aktive Sterbehilfe nicht. Wenn ein Mensch beschliesst, dass er sterben will, dann soll er es tun dürfen. Da haben andere nicht rein zu reden.
Summa Summarum gehört die gesamte Kirche zu den Traditionen, die die Welt nicht braucht.
Gruss,
Herb