Servus,
zu entsprechenden Zeiten waren meine Standards:
(1) Gemüse: Irgendwas, was der Markt und der Gusto hergibt, wahlweise (A) auf einer Basis von kleingemachten Zwiebelchen, eventuell Karotten in wenig Öl (diese Grundlage Farbe nehmen lassen) dünsten, je nach Wassergehalt bissel Wasser dazu oder auch nicht, und je nach Stimmung vor dem Zugeben von Wasser & Brühe mit bissel Mehl binden (gibt z.B. Karotten eine sehr tröstliche Konsistenz bei Kummer oder nach Klausuren) oder (B) mit Siebeinsatz über Wasserdampf garen und, wenn gar, einen Schluck Oliven- oder Walnuss- oder Kürbiskernöl dran, gegen die Fadess und für bessere Sättigung.
Es gilt heute bei manchen Leuten als „pfui“, aber tiefgefrorenes Gemüse ohne was dabei, z.B. Erbsen, Rosenkohl, Spinat etc., ist physiologisch wertvoller als tagelang bei Raumtemperatur rumgezerrtes oder schon im Handel halb angegammeltes „frisches“ Gemüse. Außerdem hat man damit nicht die Last mit dem Putzen und Schnippeln.
(2) Stärkekomponente: Pellkartoffeln oder Hirse oder Reis oder Pasta, je nach Gemüse und Geschmack.
(3) Statt einer Soße Kräuterquark wenn Lust darauf in das noch recht heiße Gemüse unterheben. Der billige aus Zeven ist sehr gut geeignet als „Instant-Soße“.
(4) Alternativ Suppen/Eintöpfe: Prinzip ist auch hier die Grundlage Suppengemüse & Zwiebeln ein bissel Farbe nehmen lassen, Auffüllen, Gemüse nach Gusto erst reinwerfen, wenn die Sache kocht (wird sonst baatschig). Eine genialische Einlage sind Perlgraupen. Meine schnellste Suppe in Examensphasen war: Bauchspeck kleingehauen, angebraten, Schalotte dabei, Farbe nehmen lassen, mit Brühe aufgefüllt, kleingehauenen Chicoree drin gar ziehen lassen. Wenn man nicht zu viel Wasser dazu kippt, ist das eine komplette Mahlzeit.
Wenn Du Dich mit Aromen, Kräutern, Gewürzen nicht groß abgeben willst, stellst Du Dir ne große Dose gekörnte Brühe „Gefro“ ins Regal.
Das sind jetzt alles keine erhebenden Sachen, aber für „unter der Woche“ ziemlich gut geeignet, die Scheu vor der Rödelei mit dem Kochen zu nehmen. Teste auch einfach mal aus, was die treue deutsche Kartoffel so hergibt - da gibts ein sehr breites Spektrum an Sorten, Pellkartoffeln sind vollkommen harmlos zu machen, auch geschält Dämpfen und Püree machen so gut wie keine Arbeit.
Falls Du nach Höherem streben solltest, und Lust hast, die Scheu vor angeblich hochkomplizierten Geheimnissen zu verlieren: Besorg Dir „Kochen - Die neue große Schule“ von Arnold Zabert. Da drinne werden die Dinge auf ihre (im Grundsatz einfachen, und erst in gehobenen Sphären komplexen) Grundlagen zurückgeführt. Hat übrigens auch super Fotos in dem Buch. Der Vorgänger dieses Prinzips hieß „Kochen nach Grundrezepten“ und war in der ersten Hälfte des XX. Jahrhunderts Berufschulliteratur - das Prinzip ist das Gleiche, es geht in einer schnellen leichten Werktagsküche nicht um superdetaillierte Düdelei, sondern um maximal ein Dutzend Grundprinzipien, die allesamt einfach sind.
Schöne Grüße
MM