Einfache Videobearbeitung / MS MM kritik

Hallo,

was sind Eurer Meinung nach die schlimmsten Aspekte des Microsoft Movie Makers? (ich meine noch die Version 5.1)

Ich habe gerade erst mit Videobearbeitung begonnen und frage mich, wo die Schnipsel, die man von Clips wegschneidet und dann wegschmeisst („löscht“) dann landen - interessanterweise tauchen sie nicht einmal im Mülleimer auf.
So wie ich Microsoft bisher kenne, werden diese Clip-reste wohl dennoch zumindest in Teilen irgendwo auf der Festplatte abgelegt, sind also im Prinzip wieder auffindbar…oder?!

Ist dies der Grund für den Tip, Filmrohmaterial immer auf eine separate Partition oder Festplatte zu kopieren und dort zu überarbeiten, damit man dann danach diese Partition komplett löschen kann?

Hi

Wenn du den Film lädst dann erstellst du ein neues Projekt. Wenn du es speicherst, speicherst du es als Projektdatei. Die ist klein.
Das Eingangsmaterial wird von Schnitten nicht betroffen, auch wird der Film nicht kopiert und in einzelne Clips zerschnippelt die seperate Dateien ergeben, das sind alles nur Markierungen innerhalb des Projektes die das Bearbeitungsprogramm macht.
Deswegen kannst auch nichts im Papierkorb finden. Es wurd nichts von der Festplatte gelöscht.

Aus dem Projekt heraus kannst du den Film exportieren, da wählst du Codec, Format und Einstellungen aus und erst dann wird das Eingangsmaterial im Zwischenspeicher (und nur da) verarbeitet und alle Änderungen werden erst dann angewendet um eine neue Datei zu schreiben.

Oder was meinteste?
Wenn de falsch geschnitten hast musste das im Programm rückgängig machen.

Am WMM mag ich nicht die Exportformatarmut und beschränkten Einstellmöglichkeiten für die Exportformate.

MfG
Lilly

Hallo,

was sind Eurer Meinung nach die schlimmsten Aspekte des
Microsoft Movie Makers? (ich meine noch die Version 5.1)

Gegenfrage: Was sind die schlimmsten Aspekte von Fragen von Leuten, die sich mit den allgemeinen Grundlagen der technischen Aspekte bestimmter Software-Gattungen noch überhaupt nicht auseinander gesetzt haben :wink:

Nicht nur der MM, sondern alle mir bekannten gängigen Schnittprogramme arbeiten so, dass man das Rohmaterial in ein Projekt importiert, darin Schnittmarken setzt, und schließlich beim Export der Daten dann eine Kopie der tatsächlich benötigten Teile erzeugt, die dann den Film ergibt. D.h. es handelt sich hierbei mitnichten um eine Spezialität des MS MM.

BTW: Das heißt nicht, dass ich den MM für ein besonders tolles Programm halten würde. Aber als Gratisbeigabe ist er doch schon ganz nett. Zum richtigen Arbeiten würde ich ihn aber nie verwenden. Dafür habe ich meinen großen Avid

Gruß vom Wiz

Hallo Thorwald

was sind Eurer Meinung nach die schlimmsten Aspekte des
Microsoft Movie Makers? (ich meine noch die Version 5.1)

Diese Version kenne ich noch nicht. Ich besitze nur die V2.1_ger und glaubte immer Update zu sein :smile:))

Ich habe gerade erst mit Videobearbeitung begonnen und frage
mich, wo die Schnipsel, die man von Clips wegschneidet und
dann wegschmeisst („löscht“) dann landen - interessanterweise
tauchen sie nicht einmal im Mülleimer auf.

Du unterliegst einem visuellen Irrtum. Aus deinem Movie wird grundsätzlich nichts gelöscht!!! Es wird ein Script erstellt, in welchem die Schnittmarken notiert sind, welche später beim Erstellen des Movies benutzt werden. Dieses Vorgehen ist bei den meisten Editoren aller Preisklassen üblich. Auch beim MM!

Ist dies der Grund für den Tip, Filmrohmaterial immer auf eine
separate Partition oder Festplatte zu kopieren und dort zu
überarbeiten, damit man dann danach diese Partition komplett
löschen kann?

Nein, es gibt zwei völlig andere Gründe.
Der erste Grund ist darin zu suchen, das beim Bearbeiten von vielen GByte Movies ein hoher Grad der Fragmentierung der Festplatte entsteht. Oft wird die Auslagerungsdatei zum Anschwellen bis zu ihrem Maximalwert gebracht und gemeinsam mit den Movies entsteht ein absolutes Chaos. Bei so vielen großen Dateien speichert das Dateisystem dann nur noch wahllos dort ab, wo es gerade Platz findet.

Der zweite Grund ist ebenso logisch:
Kommt es aus irgend einem Anlass zu einem Fehler auf der Startpartition und dir bleibt nur noch die Möglichkeit eines Format C:, ist alles was drauf ist futsch. Das Gejammere kannst du auf den einschlägigen Brettern täglich lesen. Auch das schöne Movie und andere Projekte, an denen du möglicherweise schon dutzender oder hunderte Stunden deiner Freizeit verbracht hast ist hiie. Hast du jedoch deine Arbeits-&Sicherungsverzeichnisse der Programme, in dem Fall für das Movie auf einer anderen Partition und nicht in Eigene Dateien , kannst du nach der Neuinstallation des Systems und aller Programme auf der C: die Bearbeitung des Projektes nach 8 - 10 Minuten dort beginnen, an welcher du aufgehört hast! Damit erübrigt sich jede Suche nach Systemfehlern oder einer Malware.

Bevorzugt nimmt man für diese Art der Fehler- und Malwarebeseitigung ein Tool zum Erstellen eines Image von Acronis, Paragon oder DriveImageXML von http://www.wintotal.de/Software/index.php?rb=43&id=3108 Ein solches Vorgehen wird von uns tagein-tagaus gepredigt.

Nun aber zu deiner Technik der Bearbeitung des Movies:
Du wirst später feststellen, das Ton und Bild bei längeren Filmen versetzt sind! Es ist bei Amateurfilmern schon vorgekommen, das sich das Brautpaar nicht im Standesamt, sondern später vor der Haustüre das Ja-Wort gaben und der Anfänger keine Erklärung dafür fand. Die Ursachen sind vielfältig und lassen sich bei komprimierten Movie-Material nicht beseitigen, sondern nur Minimieren.

Ein Tipp von mir ist:
Schneide die später zu verwendenten Clips aus dem Rohmaterial heraus, indem du diese als Einzelclips auf der Festplatte speicherst und füge sie in einem zweiten Arbeitsgang wieder zusammen. Bei jedem halbwegs vernünftigen Editor ab 15€ http://www.pearl.de/category.jsp?catid=3290 sollte es zusätzlich möglich sein, den Ton getrennt zu bearbeiten und eventuell auch auf der Zeitachse zu verschieben. Die Qualität wird wesentlich besser, auch wenn es etwas Mühe macht. Beim MS-MM 2.1 dürfte das nur erschwert, falls überhaupt machbar sein.

der hinterwäldler


Ich kann die Argumentation einiger User nicht verstehen.
Ca. 2 Mio kostenlosen Vollversionen, welche zum Erstellen
eines Partitionsbackup brauchbar waren, sind in deutschen
Restmülltonnen verschwunden. Selbst in dieser Minute lässt
sich mit ein klein wenig natürlicher Intelligenz ein brauchbares
Backupsystem aus dem Internet herunterladen und zusammenstellen.
Statt dessen werden Scanner, PFWs und Removertools „En gros“
verwendet.

Super Antwort (definitiv die beste der drei bisherigen), danke Lilly!

P.S.: was ist Dein bevorzugtes Editierprogramm fuer den Hausgebrauch? Ich werde mir den Ulead Video-editierer (v.10) wohl mal ansehen

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Gegenfrage: Was sind die schlimmsten Aspekte von Fragen von
Leuten, die sich mit den allgemeinen Grundlagen der
technischen Aspekte bestimmter Software-Gattungen noch
überhaupt nicht auseinander gesetzt haben :wink:

Grund ist, dass Microsoft oft „fast gute“ Software anbietet, die aber gerade in kritischen Aspekten Maengel hat - deswegen traue ich ihnen „alles“ zu!
Es konnte mir kaum klar sein, dass die gesamte Softwaregattung mit dem selben Prinzip arbeitet - und dass es harmlos ist.
Danke aber fuer die Antwort.

Hi

P.S.: was ist Dein bevorzugtes Editierprogramm fuer den
Hausgebrauch? Ich werde mir den Ulead Video-editierer (v.10)
wohl mal ansehen

In der Kategorie in der auch der WMM ist hab ich nichts getestet. Hab mir einmal ‚Magix Video Deluxe 2005/2006 Plus‘ bei eBay gekauft und dabei geblieben weil ich’s klasse fand und finde ^^. Das Programm nehm ich aber nur bei eigenen Privataufnahmen die von meine analogen Cam kommen. Wo man halt die Szenen aussuchen muss die man verwenden will, Überblendungen braucht, mehrere Ton- und Videospuren etc.

Kann also nicht vergleichen (na bis auf WMM, aber der zählt nicht) ob andere Programme der Kategorie von anderen Herstellern besser sind und deren Vorteile oder Nachteile.

Nur für’s schnelle Direkt-Schnibbeln von AVIs zwischendurch (ohne konvertieren) nehm ich VirtualDubMod (free). Arbeite auch hauptsächlich mit AVIs.
Mein TV Material welches MPEG2 is, schnippel ich in TMPGEnc XPress (shre) und konvertiere es dann auch gleich in DivX AVI :wink: Obwohl ich dazu auch VirtualDubMod nehmen könnte. Der is halt net so bequem zu bedienen :wink:

MfG
Lilly

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Hi,

besten Dank!!
Ich sehe Du hast richtig Ahnung!
Magix sieht super aus, vermutlich besser als Ulead, ich schaue mal,
Sepp