Einfacher Spannungs-Stabi für 4A?

Hallo!

Mit einer 24V-Spannungsversorgung muß ich einen 18V-Verbraucher betreiben.
Eigentlich kein Problem, µA7818 und fertig…
Doch leider benötigt der Verbraucher als Spitzenstrom knapp 4A, die 78xx gibt es jedoch m.W. nur bis 2A (µA78S18). (Oder?)

Kennt jemand einen Baustein, der dafür geeignet wäre?

Wenn nicht: Spricht etwas dagegen, 2*µA78S18 parallel zu schalten?
Oder müßte man ggf. die beiden Stabis über 2 Dioden zusammenschalten, damit bei geringen Spannungsdifferenzen zwischen den beiden nicht einer von beiden „rückwärts“ Strom aufnimmt - oder vertragen die soetwas? Mein Verbraucher müßte auch mit rund 17 Volt noch laufen…

Tnx für die Infos!

Sven

Es gibt 78xxx bis 10 A von der Stange (ca. 30 DM) auch bei conrad zu finden. ABER Kühlkörper nicht vergessen.

Hallo Sven,

Wenn nicht: Spricht etwas dagegen, 2*µA78S18 parallel zu
schalten?

Das funktioniert zwar, ist aber keine gute Lösung. Die Verlustleistung würde sich stark unsymmetrisch auf die beiden Regler verteilen. Das kann der Lebenserwartung und Zuverlässigkeit der Schaltung schaden.

Oder müßte man ggf. die beiden Stabis über 2 Dioden
zusammenschalten, damit bei geringen Spannungsdifferenzen
zwischen den beiden nicht einer von beiden „rückwärts“ Strom
aufnimmt - oder vertragen die soetwas? Mein Verbraucher müßte
auch mit rund 17 Volt noch laufen…

Rückwärts kann ein Strom erst in den Regler fließen, wenn die Ausgangsspannung größer als die Eingangsspannung (24V) ist. Das ist also nicht das Problem. Der Regler, der die niedrigere Ausgangsspannung liefern würde, schaltet einfach ab. Er kommt erst zur Wirkung, wenn die Spannung des Anderen Reglers wegen Überlastung zusammenbricht.
Wenn die Schaltung keine elektronische Strombegrenzung braucht, kannst Du den Ausgangsstrom ganz einfach vervielfachen. Du brauchst dazu nur einen PNP-Transistor, z.B. BD244 mit einem B-E-Widerstand von ca 10 Ohm. Die Eingangsspannung gibst Du statt auf den Reglereingang auf den Emitter. Die Basis geht direkt an den Reglereingang. Der Kollektor geht auf den Ausgang des Reglers ( z.B. 7818 ). Am Ausgang hast Du eine Stabile Spannung, die so viel Strom abgeben kann, wie der Transistor verträgt. Am Regler entsteht eine relativ geringe Verlustleistung.
Im Übrigen würde ich sowas mit einem Schaltregler lösen. Das spart nicht nur Energie sondern auch viel Kühlkörper.

Jörg

Strom symetrieren.

Hallo!

Mit einer 24V-Spannungsversorgung muß ich einen
18V-Verbraucher betreiben.
Eigentlich kein Problem, µA7818 und fertig…
Doch leider benötigt der Verbraucher als Spitzenstrom knapp
4A, die 78xx gibt es jedoch m.W. nur bis 2A (µA78S18). (Oder?)

Bei Conrad z.B. LT1938CK (10A, einstellbarer Regler)
-> Conrad-Nr: 183156, kostet aber gleich 49,95 (bischen teuer):wink:

Kennt jemand einen Baustein, der dafür geeignet wäre?
Wenn nicht: Spricht etwas dagegen, 2*µA78S18 parallel zu
schalten?

Ja, das geht mit Einschränkunken und unter Beachtung bestimmter
Randbedingungen. Damit der Stromfluß symetrisch zwischen
mehreren Reglern verteilt wird, müssen die Ausgänge entkoppelt
werden. Da geht aber ganz einfach:
Hinter jeden Reglerausgang wird noch ein „Entkopplungswiderstand“
geschaltet, über den ca. 300…500mV Spannung abfallen.
Damit werden kleine Unterschiede bei der Ausgangsspannung der
Regler ausgeglichen und der Strom gleichmäßig verteilt.
Der Nachteil ist dann natürlich, daß die 18V nicht mehr super-
stabil sind, sondern etwas unter 18V liegen und mit Änderung der
Stromaufnahme geringfügig schwanken (um 17,5V… max18V).
-> Bei gesamt 4A auf 2 Regler also je ca. 0,2 Ohm (1Watt)
hinter jeden Regler (geht auch durch Parallelschalten von
4…5 x 1 Ohm mit je 0,2Watt Leistungbeständigkeit, nicht zu
dicht beeinander anlöten).
Sollten die Regler etwas unterschiedliche Ausgangsspannungen
haben, kann man durch Anpassen der Widerstände die
Stromverteilung noch optimieren.

Bei je 2 A und 6V-Spannungsabfall am Regler werden noch je 12W
verheizt. Da brauch’s schon einen ordentlichen Kühlköper.
(Oberfläche je ca. 1,5…2 dm²). Man kann das etwas entschärfen,
indem man vor den Regler auch noch einen Leistungswiderstand
setzt, über den ca. 2…3V Abfallen (bei 4A = 0,75 Ohm, 12W !!
aber Vorsicht, wird sehr heiß).
Vom Wirkungsgrad besser wäre natürlich wirklich ein Schaltregler.
-> Step-Downregler.
Gruß Uwi

Danke / Kommentar
Hi!
Danke für die Antworten.

Ich denke mal, ich werde zuersteinmal schauen, ob ich dann doch einen 4A-Typ finde, wie es in der ersten Antwort steht. Auf den Conrad-Seiten im Netz findet sich nur ein T-Typ bis 3A, aber vielleicht findet sich ja im Laden dazu was.
(Vielleicht würden 3A sogar reichen, aber ich möcht die Schaltung lieber großzügig dimensionieren.)

Ansonsten gefällt mir die Idee mit dem Leistungstransitor besser als die mit der Parallelschaltung zweier Stabis.

Die Verlustleistung ist bekannt, aber damit komme ich zurecht.

Sven

Ansonsten gefällt mir die Idee mit dem Leistungstransitor
besser als die mit der Parallelschaltung zweier Stabis.

Hallo noch mal,
so einfach ist es gar nicht. Die Lösung mit Leistungstransistor
hat auch Nachteile.
Die Spannungsregler haben intern einige Schutzschaltungen gegen
Überstrom/Kurzschluß und termische Überlast. Diese
Schutzschaltungen
wirken natürlich auch bei Paralellschaltung.
Der Transistor hat das nicht. Im Fehlerfall (Überlast, zu
starke Erwärmung usw. ) macht der Transistor einen Kurzschluß.
In Folge dessen kann im Worst Case Fall der Verbraucher und auch
das Netzteil kaputtgehen.
Gruß Uwi

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Hallo Uwe,

Ansonsten gefällt mir die Idee mit dem Leistungstransitor
besser als die mit der Parallelschaltung zweier Stabis.

Hallo noch mal,
so einfach ist es gar nicht. Die Lösung mit
Leistungstransistor
hat auch Nachteile.

Da machst Du diese Lösung aber schlechter als sie ist

Die Spannungsregler haben intern einige Schutzschaltungen
gegen
Überstrom/Kurzschluß und termische Überlast. Diese
Schutzschaltungen
wirken natürlich auch bei Paralellschaltung.

Das ist für Experimentierzwecke sicher eine sehr sinnvolle Vorrichtung

Der Transistor hat das nicht. Im Fehlerfall (Überlast, zu
starke Erwärmung usw. ) macht der Transistor einen Kurzschluß.

nicht unbedingt. Der thermische Überlastungsschutz bleibt voll erhalten, wenn Regler und Transistor dicht nebeneinander auf dem gleichen Kühlblech montiert werden. Kurzschlüsse lassen sich leicht mit einer Feinsicherung bzw. Multifuse abfangen, je nach Anwendung. Auch eine elektronische Strombegrenzung ist ohne großen Aufwand möglich. Dazu verwandelt man den Transistor mit einem Emitterwiderstand und 2 in Serie geschalteten Dioden zwischen Basis und Eingangsspannung einfach in eine Konstantstromquelle.

In Folge dessen kann im Worst Case Fall der Verbraucher und
auch
das Netzteil kaputtgehen.

Das kann auch bei Stabi-ICs passieren, z.B. wenn der Massepin eine Unterbrechung hat.
Bei empfindlichen und/oder kostbaren Verbrauchern schaltet man noch einen Überspannungsschutz hinter den Regler, z.B. Z-Diode oder Crowbar.
Naja, und das Netzteil ist in so einem Fall ja sowieso schon kaputt

Jörg

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