Hallo,
ohne das Haus und den Ort genau zu kennen, kann man hier kaum eine gesicherte Prognose abgeben - das Haus eines Freundes hat sich in den letzten 10 jahren im Wert halbiert, das Haus meiner Weltern im Wert verdoppelt. Nicht einmal die Angabe „Großstadt“ hilft da, denn zwischen z.B. München und Berlin klaffen Welten. Und selbst innerhalb Berlins kann das von Stadteil zu Stadteil schwanken.
Wir stehen nicht unter Verkaufsdruck, aber natürlich
verursacht ein ungenutztes Haus Unterhaltskosten.
Ich glaube nicht, daß sich der Immobilienpreis innerhalb von ein oder zwei jahren sprunghaft verändert. Gegen euch arbeiten die Unterhaltskosten, der mögliche Wertverlust durch den Leerstand, der Zinsverlust durch das tote Kapital …
Rechnet euch das doch einfach mal selber aus: Heutiger Verkaufspreis + verlorener Kapitalertrag + Unterhaltskosten = Mindestverkaufspreis in x Jahren, wenn ihr KEINEN Verlust machen wollt. Dann habt ihr aber auch noch keinen Gewinn gemacht. Also addiert eure Gewinnvorstellung hinzu, vergleicht den Endpreis mit dem heutigen Preis und überlegt euch, ob das realistisch ist.
Ein Beispiel: Ihr bekommt jetzt 100 000 Euro für das haus. Legt ihr das Geld zu 3 % an, dann habt ihr ohne Zineszins in zwei Jahren 106 000 Euro. Der Unterhalt des Hauses kostet 3000 Euro im Jahr. Ihr müsst also das Haus für mindestens 112 000 Euro verkaufen, um nicht schlechter dazustehen als jetzt. Wenn ihr besser dastehen wollt, müsst ihr das Haus also für 115 000 bis 120 000 Euro verkaufen. Ist ein Wertzuwachs um 15 bis 20 Prozent in zwei jahren realistisch?
Schaut euch die Entwicklung der Immobilienpreise in eurer Gegend in den letzten 10 jahren an: Wie teuer waren die Häuser vor der Krise? Wie groß war der durchschnittliche Wertzuwachs pro Jahr? Denn selbst wenn da eine krisenbedingte Delle war, dann werden die Preise nach der Krise nicht massiv über den Vorkrisenpreis steigen - es sei denn, das Haus steht in Boomtown. Aber dann glaube ich auch nicht, daß da eine Delle war …
Eine ganz andere Situation wäre es, wenn ihr auf einen langfristigen Anstieg der Immobilienpreise setzt. In dem Fall würde ich das Haus vermieten und mir die Verkaufspläne auf Wiedervorlage in 10 Jahren legen. Aber auch da solltet ihr vorher euch mit der Preisentwicklung der letzten zehn jahre vertraut machen.
Wie würde ein „Fachmann“ in einer solchen Situation
entscheiden?
Ich an eurer Stelle würde einen Fragen. Immobilienmakler sind keine schlechte wahl, wenn man im Hinterkopf behält, das Immobilienmakler verkaufen wollen. 
Und zum Abschluß meine persönliche Meinung: Ein Haus, das Kosten verursacht, würde ich nicht leerstehen lassen, um auf bessere Zeiten zu warten. Das wäre mir zu riskant.
Gruß,
Max
Danke für hilfreiche Antworten,
der Nagezahn