Einfluss von Währungschwankungen auf d. Aktienkurs

Hallo!

Mir ist gerade beim Lesen folgendes Problem in den Sinn gekommen und möglicherweise kann mir jemand dabei helfen.

Also im Jahr 2000 hat die Aktie von der XYZ AG folgende Werte.
Börsenkurs in Frankfurt von 2000: 30 Euro pro Stück
Börsenkurs in New York von 2000: 30 Dollar pro Stück
Der Wechselkurs von Dollar zu Euro ist 1 zu 1 in 2000.

In 2004 ist der Aktienkurs immer noch der Gleiche in beiden Regionen. Der Wechselkurs von Dollar zu Euro ist jetzt jedoch 1 zu 1,40.
Jetzt die Frage: Was bedeutet das für den Aktienkurs?

a)Würde dies dann bedeuten, dass die Aktie automatisch in den USA auf 42 Dollar steigt (+40%) und in Europa bei 30 Euro bleibt. [Stimmt glaube ich nicht; wollte es nur nennen]
b) Die Anleger in den USA einfach Pech haben und beim Verkauf der Aktie einen Verlust gegenüber dem Euroraum haben. Die Aktien bleiben also bei 30 Dollar bzw. Euro.
c)???

Wenn es Variante B sein sollte, dann wäre es doch möglicherweise für das ein oder andere Unternehmen sinnvoll, momentan Aktien die in Euro an einem anderen Unternehmen gehalten werden, in Dollar Aktien „umzuwandeln“. Damit würde man mit dem gleichen Geld einen höheren Anteil von Aktien am anderen Unternehmen erlangen.

Weiterhin kann dies doch auch kritisch für die USA werden, wenn Dollar weiterhin fällt. Investoren könnten ihre in Dollar gehaltenen Aktien (wie oben beschrieben) in Euro Aktien umwandeln und damit eine negative Spirale in Gangsetzen.

Vielleicht liege ich auch ganz daneben. Ich bin schon auf Kommentare gespannt.

Gruß Christian

Hallo Christian,

die Währung in der gehandelt wird spielt meiner Erfahrung nach nur eine marginale zu vernachlässigende Rolle.

Das liegt an der Preisfindung der Aktien. Jedes einzelne Geschäft ist eine Folge von Angebot und Nachfrage.

Ein System bei dem Währungen automatisch zur Verteuerung führen gibt es nicht.

Sollte nun eine Aktie irgendwo billig zu haben sein, so wird sie dort gekauft und an einem anderen geöffneten Marktplatz wo sie teuerer ist wieder verkauft. (Da nicht nur einer die tolle Idee hat sondern viele wird durch die plötzliche Nachfrage der Kurs steigen, bis auf ein angeglichenes Niveau)). Durch diese Form von Arbitragehandel werden Preisdifferenze innerhalb weniger Minuten ausgeglichen.

Gruß Ivo

Hallo!

Hallo!

Mir ist gerade beim Lesen folgendes Problem in den Sinn
gekommen und möglicherweise kann mir jemand dabei helfen.

… und so früh morgens…

Also im Jahr 2000 hat die Aktie von der XYZ AG folgende Werte.
Börsenkurs in Frankfurt von 2000: 30 Euro pro Stück
Börsenkurs in New York von 2000: 30 Dollar pro Stück
Der Wechselkurs von Dollar zu Euro ist 1 zu 1 in 2000.

In 2004 ist der Aktienkurs immer noch der Gleiche in beiden
Regionen. Der Wechselkurs von Dollar zu Euro ist jetzt jedoch
1 zu 1,40.
Jetzt die Frage: Was bedeutet das für den Aktienkurs?

Das kannst Du ja nur ceteris paribus (oder wie das heisst) „untersuchen“, also vorausgesetzt alles andere bleibt gleich und nur der Wechselkurs verändert sich, dann ist die Aktie in den USA weiterhin 30 Dollar wert, in Europa fällt der Kurs auf 21,42 Euro. Vorausgesetzt das Unternehmen ist ein amerikanisches und der Kurs verändert sich nicht aufgrund anderer Einflüsse, dem geneigten Amerikaner ist der Euro Kurs auch mehr als egal, seine Heimatwährung ist der US$ und da ist der Aussenwert zum Euro egal, das Brot kostet erstmal ceteris paribus weiterhin einen $ oder so. Wäre es ein europäisches Unternehmen das bei 30 Euro bleibt (weil das Unternehmen diesen Wert hat) und du diese Aktie in Dollar verkaufen kannst, dann erhälst Du 42$, die haben für Dich als Euro Anleger aber nur die Kaufkraft von 30,-- Euro, und Dein Brot kostet halt 3,-- Euro, und die kannst Du nicht in $ (die Du jetzt ja mehr hast) bezahlen, Dein USA Urlaub wäre aber billiger, weil Du da mehr Brot kaufen kannst als zu der zeit als Du für 30,-- Euro 30 US$ bekommen hast.

a)Würde dies dann bedeuten, dass die Aktie automatisch in den
USA auf 42 Dollar steigt (+40%) und in Europa bei 30 Euro
bleibt. [Stimmt glaube ich nicht; wollte es nur nennen]
b) Die Anleger in den USA einfach Pech haben und beim Verkauf
der Aktie einen Verlust gegenüber dem Euroraum haben. Die
Aktien bleiben also bei 30 Dollar bzw. Euro.

Dein Beispiel hat ja nichts mit der Aktie zu tun, sondern ist einfach ein Bargeldtausch, und wenn Du heut für 30,-- Euro Dollar kaufst, kriegst Du 42,-- US$, wenn Du in 5 Jahren bei 1:1 Wechselkurs zurücktauscht kriegst Du wieder 42 Euro…

c)???

Aktienkurse entwickeln sich aufgrund von Tausenden Einflussfaktoren…

Wenn es Variante B sein sollte, dann wäre es doch
möglicherweise für das ein oder andere Unternehmen sinnvoll,
momentan Aktien die in Euro an einem anderen Unternehmen
gehalten werden, in Dollar Aktien „umzuwandeln“. Damit würde
man mit dem gleichen Geld einen höheren Anteil von Aktien am
anderen Unternehmen erlangen.

Weiterhin kann dies doch auch kritisch für die USA werden,
wenn Dollar weiterhin fällt. Investoren könnten ihre in Dollar
gehaltenen Aktien (wie oben beschrieben) in Euro Aktien
umwandeln und damit eine negative Spirale in Gangsetzen.

Vielleicht liege ich auch ganz daneben. Ich bin schon auf
Kommentare gespannt.

Gruß Christian

Gruß H.

Hallo Ivo!

die Währung in der gehandelt wird spielt meiner Erfahrung nach
nur eine marginale zu vernachlässigende Rolle.

Das wollte ich wissen.

Das liegt an der Preisfindung der Aktien. Jedes einzelne
Geschäft ist eine Folge von Angebot und Nachfrage.

Das vergesse ich immer wieder. ;o)

Ein System bei dem Währungen automatisch zur Verteuerung
führen gibt es nicht.

Irgendwie wäre es ja auch komisch.

Sollte nun eine Aktie irgendwo billig zu haben sein, so wird
sie dort gekauft und an einem anderen geöffneten Marktplatz wo
sie teuerer ist wieder verkauft. (Da nicht nur einer die tolle
Idee hat sondern viele wird durch die plötzliche Nachfrage der
Kurs steigen, bis auf ein angeglichenes Niveau)). Durch diese
Form von Arbitragehandel werden Preisdifferenze innerhalb
weniger Minuten ausgeglichen.

Ok. Das klingt absolut logisch. Also würde es ja doch stimmen, dass die Nachfrage nach „Dollar Aktien“ steigt, weil diese günstiger wären, bis sie durch die gestiegene Nachfrage wieder glich teuer sind. Also doch eine Geldstrombewegung in die USA. Oder setzte doch das Gegenteilige ein: Die Anleger in den USA verlieren vertrauen, da sie das Geld (aufgrund des Währungsverlustes) nur noch in den USA anlegen könnten und ziehen ihr Geld zurück wenn der Dollar weiter sinkt, um sich die Chance zu waren es auch in anderen stabilen Währungen anzulegen.

Mit was man sich so den Kopf zerbricht…

Gruß Christian

Hallo H.!

… und so früh morgens…

Hier in den USA war es spät abendes. Ich hoffe es beruhigt dich. ;o)

Das kannst Du ja nur ceteris paribus (oder wie das heisst)

so heißt es ganz genau

„untersuchen“, also vorausgesetzt alles andere bleibt gleich
und nur der Wechselkurs verändert sich, dann ist die Aktie in
den USA weiterhin 30 Dollar wert, in Europa fällt der Kurs auf
21,42 Euro.

Wieso 21,42Euro???

Vorausgesetzt das Unternehmen ist ein
amerikanisches und der Kurs verändert sich nicht aufgrund
anderer Einflüsse, dem geneigten Amerikaner ist der Euro Kurs
auch mehr als egal, seine Heimatwährung ist der US$ und da ist
der Aussenwert zum Euro egal, das Brot kostet erstmal ceteris
paribus weiterhin einen $ oder so.

Ist mir schon klar. 3 Semester VWL haben nicht fehlgeschlagen. ;o)
Mir ging es aber um Investoren und denen ist es doch nicht egal. Die kaufen heute Aktien hier und morgen da.

Wäre es ein europäisches
Unternehmen das bei 30 Euro bleibt (weil das Unternehmen
diesen Wert hat) und du diese Aktie in Dollar verkaufen
kannst, dann erhälst Du 42$, die haben für Dich als Euro
Anleger aber nur die Kaufkraft von 30,-- Euro, und Dein Brot
kostet halt 3,-- Euro, und die kannst Du nicht in $ (die Du
jetzt ja mehr hast) bezahlen, Dein USA Urlaub wäre aber
billiger, weil Du da mehr Brot kaufen kannst als zu der zeit
als Du für 30,-- Euro 30 US$ bekommen hast.

Die Grundzüge der VWL habe ich wie gesagt verstanden. Das mit dem billiger sein spüre ich jeden Tag an der Kasse.

Dein Beispiel hat ja nichts mit der Aktie zu tun, sondern ist
einfach ein Bargeldtausch, und wenn Du heut für 30,-- Euro
Dollar kaufst, kriegst Du 42,-- US$, wenn Du in 5 Jahren bei
1:1 Wechselkurs zurücktauscht kriegst Du wieder 42 Euro…

Genau. Die Frage ist: Welchen Einfluss hat das auf die Aktie?

Aktienkurse entwickeln sich aufgrund von Tausenden
Einflussfaktoren…

Ich weiß. Aber welchen konkreten Einfluss hat der Wechselkurs?

Gruß Christian

Hallo,

Oder setzte doch das Gegenteilige ein: Die Anleger in den USA
verlieren vertrauen, da sie das Geld (aufgrund des
Währungsverlustes) nur noch in den USA anlegen könnten und
ziehen ihr Geld zurück wenn der Dollar weiter sinkt, um sich
die Chance zu waren es auch in anderen stabilen Währungen
anzulegen.

es gibt auch Anleger, denen die Wechselkursentwicklung einigermaßen egal ist, weil sie einen Teil ihres Vermögens dauerhaft in Dollar halten.

Gruß,
Christian

Hallo Christian

es gibt auch Anleger, denen die Wechselkursentwicklung
einigermaßen egal ist, weil sie einen Teil ihres Vermögens
dauerhaft in Dollar halten.

Den meisten, denke ich, wird es egal sein. Einigen allerdings nicht. Mich würde enfach der Einfluss von Wechselkursen auf Aktienkúrse interessieren und ab wann die Anleger beginnen nervös zu werden.

Gruß Christian

Hallo,

Den meisten, denke ich, wird es egal sein. Einigen allerdings
nicht. Mich würde enfach der Einfluss von Wechselkursen auf
Aktienkúrse interessieren und ab wann die Anleger beginnen
nervös zu werden.

das läßt sich überhaupt nicht sagen, weil das jeder Anleger für sich selbst entscheidet. An der Börse wird die Handlung des einzelnen durch seine Erwartungen bestimmt. Wer glaubt, daß Aktie X stärker steigt als der Dollar verliert, wird dabei bleiben. Wer davon ausgeht, daß der Dollar wieder steigt, Aktie X sich seitwärts entwickelt, kann auch dabeibleiben oder stattdessen einen $-Call erwerben. usw. usf. Und es wird noch besser: Wenn sich Aktionär A entscheidet, seine Aktie zu verkaufen und ihm tun es viele Ausländer gleich, fällt der Kurs der Aktie und des Dollars und schon rechnet sich der Kauf für Aktionär B, der schon seit Wochen auf günstige Kurse wartete.

Gruß,
Christian

In der Wissenschaft wird dieses Thema immer mehr verfolgt, es wird versucht mit Exchange-Rate-Exposure-Modellen eine Darstellung zu finden.

Ich habe für dich auch einen Artikel gefunden, habe leider nur keine Zeit gerade diesen selber durchzulesen:

http://wiwi.uni-giessen.de/dl/showfile/Glaum/2516/da…

Ansonsten wirst du mehr Informationen finden, wenn du nach Exchange-Rate-Exposure in google suchst.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo.

So eine Erklärung habe ich gesucht. Macht Sinn und ist schlüssig. Merci.

Gruß Christian

Hallo.

Ich habe für dich auch einen Artikel gefunden, habe leider nur
keine Zeit gerade diesen selber durchzulesen:
http://wiwi.uni-giessen.de/dl/showfile/Glaum/2516/da…
Ansonsten wirst du mehr Informationen finden, wenn du nach
Exchange-Rate-Exposure in google suchst.

Werde ich mal lesen und etwas unter dem Begriff googlen.

Dank & Gruß Christian