Eingebildet krank? Wie kann man helfen?

Hallo,

eine entfernte Verwandte (25 Jahre alt) klagte letzten Herbst vermehrt über Rückenschmerzen. Sie war beim Arzt, hatte diverse Untersuchungen im Krankenhaus und irgend eine Einrenkung per Dorn, oder ähnlich klingend.

Es wurde nichts diagnostiziert und es geht ihr immer schlechter. zwischendurch war sie in der paychiatrie, wo man sich aber gar nciht um den rücken kümmerte.

sie sagte, dass sie fühle, dass alles nciht passen würde, die knochen würden knacksen, sie traue sich nicht sich zu bewegen.

mittlerweile ist sie über ein halbes jahr krank und weil ncihts festgestellt wurde, glaubt ihr auch keiner mehr. sie wohnt noch daheim bei den eltern, aber auch dort erfährt sie keine grosse unterstützung.

sie hat in 14 tagen nochmal eine kernspin untersuchung, wenn sich nichts tut wird sie aber bis dahin im bett liegen und nur mal kurz zum essen und klo gehen aufstehen.

ich kenne sie nciht gut genug um zu wissen ob sie probleme am arbeitsplatz oder daheim hatte.

in der paych hat sie medikamente bekommen, die sie ziemlich aufgeschwemmt haben, sie hat insgesamt zugenommen. natürlich fühlt sich das, wenn man auch keinen sport macht, schwabbeliger an als vorher.

ich habe versucht ihr einzureden, dass sie nochmal eine rückenuntersuchung machen lassen soll um gewissheit zu haben, ggf. krankengymnastik zum muskelaufbau und nach vorne sehen soll.

mit einer tante war sie vor 3 tagen spazieren und sagte es gehe überhaupt nicht mehr, sie stehe jetzt nciht mehr auf.

ich bin ganztags berufstätig, habe selbst familie, tiere und kann es mir zeitlich nicht erlauben mich jeden tag um sie zu kümmern.

ich bin mir selbst nciht sicher ob sie nun was hat oder nicht. ich würde sie gerne zu einer alternativen medizinerin schicken, die ihr vielleicht eine scheindiagnose stellen könnte, was weiss ich, dass man eine entzündung gefunden hätte, sie jetzt (schein) medikamente erhält und alles wieder gut wird, daneben gesprächtherapie oder ähnliches.

hat jemand eine ahnung ob solche scheindiagnosen überhaupt gemacht werden um einen patienten zu beruhigen?

ich habe letzte nacht geträumt, dass sie sich was antut, mache mir grosse sorgen.

danke für tipps,

paragraphenmaus

Ich denke nicht, dass sie eingebildet krank ist! Schmerzen haben doch immer eine Ursache. Es kann natürlich auch nervlich sein. Sie sollte in psychatrische Hilfe gehen! Und kein Arzt wird (hoffentlich nicht) ein Scheinmedikament oder gar eine Scheindiagnose stellen es sei denn du schickst sie zu einer Sekte oder ähnlichem Zwiespältigem…

Hausarzt, Reha, Schmerztherapie,…
Hallo,

in meinen Augen wäre das ein Fall für den Hausarzt. Der kann sich ein Bild machen und einen Weg vorschlagen, wie es weiter gehen kann. Wege gibt es bestimmt. Spontan würde ich wahrscheinliclh prüfen, ob nicht eine stationäre Reha drin ist. Da gibt es Einrichtungen, die sowohl aus orthopädischer als auch aus psychologischer Sicht an das Thema ran gehen können. Stationär bedeutet auch die Chance, mal abzuschalten, neu anzufangen und in diesem Falle vielleicht auch wieder Spass an der Bewegung und an der Kommunikation mit Anderen zu finden. Die geeignete Klinik sollte der Hausarzt finden, je nachdem, wo er das Problem gelagert sieht.

Des Weiteren habe ich gute Erfahrungen mit einem Schmerztherapeuten gehabt, weil auch der mehrere Seiten gesehen hat. Zum einen wurden wirklich die Schmerzen behandelt, um mal aus diesem Kreislauf ausbrechen zu können. Dann wurde auch über psychische Belastungen geredet (hat mir zu Verhaltenstherapie geraten) oder andere Behandlungsformen empfohlen wie Krankengymnastik, Akupunktur. Das war eine Stelle, an der ich mich gut aufgehoben gefühlt habe und wo wirklich was passiert ist.

VG
Monroe

Hallo monroe,

ein Freund von mir leidet gerade auch unter Rückenschmerzen und ich vermute, dass die Psyche auch eine größere Rolle spielt, als wir bisher gedacht haben.

Da gibt es Einrichtungen, die sowohl aus orthopädischer
als auch aus psychologischer Sicht an das Thema ran gehen
können.

Kennst du solche Einrichtungen und kannst sie mir nennen? Dann könnten wir so was den Ärzten mal vorschlagen - die sehen irgendwie immer nur „ihr“ Fach - der Orthopäde denkt nicht an die Psyche etc.

Des Weiteren habe ich gute Erfahrungen mit einem
Schmerztherapeuten gehabt, weil auch der mehrere Seiten
gesehen hat. Zum einen wurden wirklich die Schmerzen
behandelt, um mal aus diesem Kreislauf ausbrechen zu können.
Dann wurde auch über psychische Belastungen geredet (hat mir
zu Verhaltenstherapie geraten) oder andere Behandlungsformen
empfohlen wie Krankengymnastik, Akupunktur. Das war eine
Stelle, an der ich mich gut aufgehoben gefühlt habe und wo
wirklich was passiert ist.

So jemanden könnte dieser Freund auch brauchen! Wie findet man einen (guten) Schmerztherapeuten? Du wohnst nicht zufällig in Baden-Württemberg?

Viele Grüße,
Annegret

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Hallo Paragraphenmaus
Eine Schmerzsymptomatik, bei der man keinen organischen Hintergrund findet, ist oftmals ein Signal, dass der Körper gibt, um nicht auf diese Art weitermachen, weiterleben zu müssen.
Die richtige Anlaufstelle wäre meines Erachtens der Facharzt für Psychosomatische Medizin.
Unser Fach hat sich inzwischen so etabliert, dass man einen entspr. Facharzt in D überall, von Hintertupfingen bis Wanne-Eckel, finden müsste.
Gruß,
Branden

Hallo monroe,

Kennst du solche Einrichtungen und kannst sie mir nennen?

Ich habe diese Erfahrung selber zum Teil in Bad Salzuflen gemacht (Median-Kliniken), allerdings auf der Gynäkologie. Der psychologisch geleitete Teil war bei relativ gering ausgeprägt mit einer Sitzung/Woche. Dazu wurden noch psychologisch geleitete Gruppen angeboten (bzw. auf den Plan gesetzt). Entspannungsverfahren, Schmerzbewältigungsgruppen, usw. Ich weiss aber, dass es noch Frauen mit deutlich mehr psychologischer Betreuung dort gab. Die Klinik hat z.B. auch eine Orthopädie und in der näheren Umgebung ist noch eine Art Partnerklinik mit rein psychologischen Schwerpunkt. Bei meiner orthopädischen Reha, die woanders war, gab es zwar auch eine betreuende Psychologin (nur auf Wunsch), die hat mir aber „nur“ in der Zeit vor einer großen OP geholfen. Da wäre eine umfassende Betreuung (gefühlsmässig) nicht so möglich gewesen. Auf jeden Fall hat jede Klinik ihren Schwerpunkt. Ersten Aufschluss können Internetseiten geben. Aber ich denke, dass die Ärzte schon wissen, wonach sie suchen müssen. Hoffe ich zumindest :wink:

So jemanden könnte dieser Freund auch brauchen! Wie findet man
einen (guten) Schmerztherapeuten? Du wohnst nicht zufällig in
Baden-Württemberg?

Nein. Die Schmerztherapie ist ganz oft in Krankenhäusern in Form von Schmerzambulanzen angesiedelt. Das sind dann meines Wissens zum großen Teil Narkoseärzte mit einer Zusatzausbildung. Irgendwo im Web gibt es Suchmöglichkeiten, müsste ich nachher mal gucken. Hier war es leider nicht so einfach, einen Termin zu bekommen. Die hatten einen Terminvorlauf von mehreren Monaten. Versuchs einfach mal…

VG
Monroe

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