Hi Koerstek,
Hab vor einiger Zeit mal eingelegten Knobi gegessen. Der
Knoblauch selber hat leicht säuerlich (ich vermute mal nach
Essig) geschmeckt, war weich und war in Öl eingelegt. Sehrsehr
lecker!
Nun, als das Glas leer war, hab ich mir gedacht ich lass mal
das gute Öl nicht verkommen… hab mir also ein paar Knollen
geschält und in das Öl gelegt. Hab mir dacht, das wird schon
mit der Zeit… Naja, aber nix wird! Neulich probiert und mein
Knobi is immernoch hart, macht mir aber den Anschein, daß er
innerlich gährt…
Gehört das so? Wird das noch (naja, wenn er gährt ergibts ja
Alkohol und irgendwann ergibts dann daraus Essig…)? Hab ichs
überhaupt richtig gemacht? Hätt ich den eingelegten Knobi
irgendwie erhitzen müssen? Gibts ein erprobtes Rezept und
Gebrauchsanleitung???
also die Sache mit dem Essig glaube ich nicht. Ich kenne zwar in Essig eingelegten Knoblauch.
Aber nach Deiner Beschreibung hört sich das eher nach Milchsäuregärung an. Die läuft so ähnlich wie bei Sauerkraut - da ist sie am bekanntesten. Ein anderes Produkt wären Salz-Dillgurken.
Google kann Dir sicher das Prinzip erklären.
Dauern kann so ein Prozess je nach Temepratur von einer Woche bis zu etlichen Monaten.
Vielleicht hätte es bei mehr Geduld bei Dir sogar geklappt.
Nur: Milchsäurebakterien treiben sich wie Hefen überall in der Luft herum. Was Du Dir „einfach so“ einfängst, ist ein wildes Gemisch unterchiedlicher Typen, während Hersteller von sauer eingelegtem Gemüse jedweder Art auf Reinzuchtstämme setzen.
Das „Wilde“ schmeckt nämlich unter Umständen auch „wie wild“, d.h. eher bitter, eher faulig. Oder Dir wird sogar schlecht davon.
Vermutlich wurde der von Dir gekaufte Knoblauch erst nach der Milchsäureprozedur in Öl eingelegt.
Dafür spricht auch, dass er weich war.
Nur unter Öl ist er nämlich auch noch nach Jahren knackig.
Öl bedeutet aber wiederum für Mildsaures Luftabschluss, das heißt, Haltbarkeit.
Wenn Du es nun nachmachen möchtest, wirst Du für den identischen Geschmack in einen Naturkostladen gehen müssen, oder in ein Gartencenter. Dort gibt es Startersets, aus denen Du die Gärlake entwickeln kannst. Rezepte sollten der Packung beiliegen, bzw. als Büchlein ebendort zu kaufen sein. Außerdem brauchst Du sterile Gläser, die passenden Gummiringe und Klammern.
Und wenn mich die Erinnerung an die Sauerkrautzubereitung durch meine Großmutter nicht trügt, brauchst Du auch noch einen kühlen Ort.
viel Erfolg
Geli