Hallo Undine,
wenn das Gemüse aus Epirus, Makedonien etc., also aus dem Norden war, und einen charakteristischen „Sauerkraut“-Geschmack hatte, etwa wie die rumänische säuerliche Gemüsesuppe „Ciorba“, war es milchsauer eingelegt (Laktosegärung, eine der ältesten Konservierungsmethoden überhaupt): 12 Gramm Kochsalz pro Kilogramm Gemüse, fest verschließbares Glas, zu 2/3 gefüllt wg. leichtem Überdruck nach Gärung, Wein- oder Kohlblatt obendrauf, zuerst ca. zwei Wochen dunkel!! und warm (ca 20 Grad), dann dunkel und Kellertemperatur.
Andere Möglichkeit: Eingelegt wg. Geschmack und bloß zum ganz kurzen (paar Tage) Konservieren:
Vorbereitetes Gemüse 5-10 min in kochendes Salzwasser (10g/l NaCl). Marinade (ausreichend für einen mittelgroßen Blumenkohl): 1/2 l Wasser, 15g Salz, 10 Pfefferkörner, Saft von drei Zitronen, Zweiglein Thymian, 1/2 Loorberblatt, 1 Zweiglein Sellerieblätter, 1 Prise Fenchelsamen, 15 Korianderkörner, 200 ml Olivenöl. Alle genannten Zutaten außer dem Öl zum Kochen bringen, nach fünf Minuten das Öl dazu, dann das Gemüse & nach Geschmack und wenn zu bekommen paar Knofelzehen und ein Dutzend kleine! weiße Zwiebeln. Kochzeit ca. 20 min (nach 15 min probieren, der heutige Blumenkohl neigt zum Schwächeln…).
Der wesentliche Trick ist das Säuern mit Zitrone: Dadurch fällt der durchdringende Essiggeschmack weg, verbindet sich auch besser mit den anderen Aromen.
Achja übrigens: Paul Bocuse, von dem ich das da vor einigen Jahren übernommen habe, hat in Lyon nicht bloß seinen Sternetempel, sondern auch eine ganz possirliche Brasserie im ehemaligen Brotteaux-Bahnhof, dort kann man Bocuse ohne Schnickschnack und bezahlbar, und vor allem mit vielen Elementen aus dem Mittelmeerraum genießen. Und unter der Decke fährt eine Spielzeugeisenbahn Spur I im Kreis herum…
Wohl bekomms
MM