Eingeleitete Geburt eines toten Kindes

Guten Morgen zusammen,

gestern Abend habe ich einen Bericht im Fernsehen gesehen und in diesem Zusammenhang stellte sich mir wieder eine Frage.

Warum muss eine Frau ihr totes Baby per Weheneinleitung auf herkömmliche Weise gebären?

Ich finde das grausam und frage mich, ob es da nicht andere Möglichkeiten gäbe. Warum wird z. B. nicht quasi automatisch ein Kaiserschnitt gemacht?

Fragende Grüße
Andrea

Hallo,

meine Schwägerin brachte so Ihre Zwillinge in SSW 22 auf die Welt :frowning:

war dann bereits nach 4 Monaten wieder Schwanger, jetzt habe ich einen tollen Neffen.

Kaiserschnitt wäre komplizierter gewesen und soweit mir gesagt wurde, hätte sie bis zur nächsten Schwangerschaft länger warten müssen.

Die kleinen Würmchen wurden fast wie normale Kinder behandelt:
gewaschen, angezogen. Fotos, Hand- und Fußabdrücke gemacht und für einen Tag der Mutter mit ins Zimmer gegeben zum Abschied nehmen.
Die beiden lagen zusammen in einem Körbchen, so gross wie ein Brotkörbchen.
Wir konnten uns alle von Ihnen verabschieden.
Sie wurden auch im Familiengrab in einem gemeinsamen Sarg beerdigt.
Anfangs fand ich das merkwürdig, nun nach ein paar Jahren Abstand finde ich es schön, dass es zu diesem Abschluss gekommen ist.
Es war ein Ende mit Schrecken, kein Schrecken ohne Ende.

grüsse
dragonkidd

Auch Hallo!

Die kleinen Würmchen wurden fast wie normale Kinder behandelt:
gewaschen, angezogen. Fotos, Hand- und Fußabdrücke gemacht und
für einen Tag der Mutter mit ins Zimmer gegeben zum Abschied
nehmen.
Die beiden lagen zusammen in einem Körbchen, so gross wie ein
Brotkörbchen.
Wir konnten uns alle von Ihnen verabschieden.
Sie wurden auch im Familiengrab in einem gemeinsamen Sarg
beerdigt.
Anfangs fand ich das merkwürdig, nun nach ein paar Jahren
Abstand finde ich es schön, dass es zu diesem Abschluss
gekommen ist.
Es war ein Ende mit Schrecken, kein Schrecken ohne Ende.

Das alles finde ich total wichtig und richtig. Aber ich denke dann immer an die Geburt unseres Kindes. So eine Geburt geht ja nicht ohne Schmerzen ab, egal ob das Kind lebt oder tot ist. Ich habe mich während der Geburt immer an den Gedanken geklammert, dass jede Wehe mir mein Kind ein Stückchen näher bringt.

Darum frage ich mich, ob es so laufen muss.

Andrea

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Hallo!

Ich konnte das auch nicht verstehen, aber es ist eigentlich logisch:

Weil im Fruchtwasser Keime, Bakterien usw. sein können, welche beim Kaiserschnitt die Wunde verunreinigen können und es übel ausgehen könnte für die Mutter…

Gruß
Carmen

Da kann ich aus erster Hand berichten!
Hi,

wir haben dies in 2006 mit unserer Tochter in der 34. SW erleben müssen. Auch unser erster Gedanke war: Vollnarkose, Kaiserschnitt und nichts mehr sehen müssen.

Die wundervolle Ärztin hat dann lange mit uns gesprochen und uns davon überzeugt, wie wichtig es ist das Kind „normal“ zur Welt zu bringen. Nicht nur, dass man schneller wieder Schwanger werden kann (auch bei uns hat es nur vier Monate gedauert), ist es für uns besonders wichtig gewesen unsere Tochter zu sehen, fühlen und Zeit mit ihr zu verbringen. Wie vorher gesagt, geben sich die Krankenhäuser besonders viel Mühe, das Kind schön aussehen zu lassen. Wir haben über eine Stunde mit unserer Tochter im Kreissaal verbracht, alleine bei gedimmten Licht.

Eine so intensive Zeit haben meine Frau und ich noch nie erlebt, sie hat nicht nur uns (noch) näher zusammen gebracht, sondern hat auch eine tiefe Verbindung zu unserer Tochter entstehen lassen, egal ob tot oder lebendig. Schliesslich muss man ein Kind ja auch beerdigen. Wir haben ein wunderbares Waldgrab auf dem Münchner Waldfriedhof gefunden, dass sehr schön bepflanzt ist und nun eben unser Familiengrab wird.

Mit unserem nun 10 monate alten Sohn gehen wir immer wieder einmal zu dem Grab und versuchen unsere Tochter ganz normal als seine Schwester in sein Bewußtsein zu bringen. Nur dass sie eben nicht mehr da ist.

Das nur als kurzen Erfahrungbericht. Psychologische Hilfe sollte man übrigens unbedingt in Anspruch nehmen, nicht weil es einen Profi braucht, sondern einfach um einmal mit jemand neutralen zu sprechen. Man beginnt sonst schnell sich in eine negative spirale zu drehen. Psychopharmaka helfen über die ersten 1-2 Wochen die Stimmung aufzuhellen. Meine Frau wäre ohne diese wohl in der Klapse gelandet. Ich hätte Nachts mehrmals fast den Notarzt geholt, weil ich nicht mehr wusste, wie ich sie beruhigen sollte.

Man kann das wahrscheinlich nicht verstehen, wenn man nicht selber in der Situation war. Was in der 34. SW geboren wird ist nicht nur Lebensfähig sondern wird schon fast nicht mehr als Frühgeburt bezeichnet. Unsere Tochter war länger und schwerer als viele Kinder bei der normalen Geburt.

So nun höre ich auf, sonst geht es so endlos weiter.

Viele Grüße
C.

Hallo Christoph,
das hast du so wunderschön einfühlsam geschrieben, man kann sich gut in eure seinerzeitige Lage hineinversetzen!
Ich möchte dir gern 2 Sterne dafür geben, bin aber noch nicht lange genug dabei.
Gruß Elke

…den geb ich ihm halt!

Ich möchte dir gern 2 Sterne dafür geben

-)

Gruß
Demenzia

Hy~

Warum muss eine Frau ihr totes Baby per Weheneinleitung auf
herkömmliche Weise gebären?

Müssen tut die Frau das letztendlich nicht, -sie kann das selber entscheiden. Auch wenn die Ärzte meist zu einer „normalen“ Geburt überreden wollen.

Meine Cousine hat das auch durchgemacht und auch nach nem Kaiserschnitt verlangt. Als die Ärztin im Gespräch unter anderem darauf hinwies, dass sie bei einer normalen Entbindung hinterher schneller wieder schwanger werden könne, ist meine Cousine endgültig ausgerastet.
Sie hat dann den Kaiserschnitt bekommen und ihr Kind hinterher auch noch zu sehen bekommen, hat es gehalten und hatte Zeit zum Abschied nehmen. Wieso sollte das auch wegfallen, nur weil man es nicht normal gebärt?
Was sonst noch für (medizinische) Gründe für eine normale Geburt sprechen - keine Ahnung, wahrscheinlich dieselben, als wenn das Kind leben würde?!

Aber das kann wohl jeder nur selber entscheiden und als Außenstehender ist das sicher schwer zu beurteilen. Ich wüsste auch nicht, was ich in so einer Situation tun sollte.

Ich finde das grausam und frage mich, ob es da nicht andere
Möglichkeiten gäbe. Warum wird z. B. nicht quasi automatisch
ein Kaiserschnitt gemacht?

Im Fernsehen hab ich auch mal ne Doku darüber gesehen und da meinte eine Frau nur noch: „Wieso soll ich jetzt noch die Enge meiner M… opfern?“ (Echt so gesagt)

Gruß
Kathrina

Danke für die Blumen Elke.
Die Frage ist eine der wenigen die man wirklich erst für sich beantworten und verstehen kann, wenn man es selbst erlebt hat. Auch wir waren ja anfangs strikt gegen eine natürliche Geburt.

Gruß
C.