Einheit von Forschung und Lehre an deutschen Unis

Hallo Expertengemeinde!
In der F. A. Z. vom 30. August 2006 stand geschrieben, daß „Die Einheit
von Forschung und Lehre eine der grundlegenden Qualitäten deutscher
Hochschulen“ sei. Erste Frage: Was bedeutet das? Hat jeder Professor,
der lehrt, einen Lehr- UND Forschungsauftrag? Zweite Frage: Was sind
andere „grundlegende Qualitäten“ deutscher Hochschulen? Danke für Eure
Antworten :smile:

Auch hallo.

In der F. A. Z. vom 30. August 2006 stand geschrieben, daß

War das eine Sonntagsausgabe ?

„Die Einheit
von Forschung und Lehre eine der grundlegenden Qualitäten
deutscher
Hochschulen“ sei. Erste Frage: Was bedeutet das?

Das kann vieles bedeuten.

Hat jeder Professor,
der lehrt, einen Lehr- UND Forschungsauftrag?

FH-Professoren haben -offiziell- keinen Forschungsauftrag. Dementsprechend sind aber mehr Zeit für die Lehre zu verwenden. Was nicht heissen soll, dass an einer FH keine Forschung stattfinden würde. Nur wird diese finanziell von Seiten des Staats nicht so stark begütert.
Zweite Frage:

Was sind andere „grundlegende Qualitäten“ deutscher Hochschulen?

Die relative Arbeitsplatzsicherheit einer dt. Professur lässt einem die Zeit nach aussen hin nutzlos scheinende Dinge zu unterrichten, z.B. Philosphie. Aber die Gefahr, dass die ebengenannte Sicherheit auch zur Minderleistung motiviert, existiert dennoch.
Nicht vergessen: es kann ein Topkandidat von einer staatlichen Hochschule kommen, während der Absolvent einer privaten HS in demselben Fach eher dritte Wahl ist…

HTH
mfg M.L.

Nachtrag

War das eine Sonntagsausgabe ?

Egal, hier ist der Bericht zu finden: http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE7…

mfg M.L.

Erste Frage: Was bedeutet das? Hat jeder

Professor,
der lehrt, einen Lehr- UND Forschungsauftrag? Zweite Frage:
Was sind
andere „grundlegende Qualitäten“ deutscher Hochschulen? Danke
für Eure
Antworten :smile:

Hallo Paul,

dieses Prinzip (neben dem der Freiheit von Forschung und Lehre) geht auf die Bildungsreform Wilhelm von Humboldts zurück. Er reformierte am Anfang des 19.Jh. die völlig zurückgebliebene Universität (und installierte als einzige Zugangsvoraussetzung das humanistische Gymnasium) von einer reinen Paukanstalt zur weltweit führenden Bildungsstätte (bis 1933, kann man sagen). Wir erleben gerade die Kehrtwende, die Umwandlung der Universität zur Berufs(hoch)schule, was den völligen Verfall dieser ehemals angesehenen Insititution bewirken wird. Wenn man eine richtig gute preußisch-deutsche Universitöt besuchen will, dann gehe man nach Harvard oder Jerusalem (Hebräische Universität). Dort hatte vertriebene deutsche Spitzenforschung eine neue Heimat gefunden.

Deine Erklärung ist richtig, aber unvollständig. Das Prinzip bedeutet auch, dass die Lernenden (Studenten) in die Forschung integriert sind.

Viele Grüße,
Andreas