Hey, wollte mal fragen ob sich jemand mit
dem Thema Einkauf von Großen geschäften auskennt ?
Wie das so ist seine eigene Marke an die zu bringen ?
Wie kann man die am besten ansprechen ? Lohnt sich das überhaupt ?
Usw
Gruß Fixe
Hey, wollte mal fragen ob sich jemand mit
dem Thema Einkauf von Großen geschäften auskennt ?
Wie das so ist seine eigene Marke an die zu bringen ?
Wie kann man die am besten ansprechen ? Lohnt sich das überhaupt ?
Usw
Gruß Fixe
Hi Fixe,
wenn du ALDI und so ein paar NL-Möbelkonzerne einbeziehst, kann ich dir sagen wie wir es immer gemacht haben:
Die Leute wollen benustert werden, damit sie sich selbst´ein Bild über Material und Ausführung machen können.
Man muss einiges an Material dafür investieren.
Bevor man damit aber anfängt, muss man die Ansprechpartner kennen… sonst freut sich die kleine Sekretärin über die neuesten Sachen *g*
Du müsstest also die Adressen der Zentralen haben. Dann die Namen der für dein Produkt zuständigen Einkäufer.
Die Einkäufer kannst du telefonisch erfragen. Hat immer geklappt.
Dann müsstest du einen Gesprächstermin vereinbaren, damit sie/er sich ein Bild von deiner Firma machen kann.
Katalog mitnehmen und je nach Branche auch Muster (wnn sie klein genug sind, dass sie dem Einkäufer nicht nervend im Wege rumliegen)
Danach kannst du dich auf das Gespräch beziehen und dem Einkäufer die neuesten Muster senden.
Preise werden je nach Menge immer individuell vereinbart.
Der Rest ist alles Verhandlungstaktik und Überzeugungssache.
Und das ist halt das Schwierigste.
Es lohnt sich, wenn du große Mengen anbieten kann. Dann zählt nicht der Gewinn pro Stück sondern pro Lieferung.
Große wollen exklusive Ware, die andere nicht haben. Bereite dich also darauf vor, dass du deine Produkte auch speziell auf einzelne Häuser anpassen kannst.
Gib dich nicht damit zufrieden, EINEN Großen als Kunden zu haben. Mach weiter mit dem nächsten Haus.
Sonst bist du nachher von deinem einzigen Kunden abhängig und erpressbar.
Gruß
BJ
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hey, danke hat mir erstmal weitergeholfen.
Bei mir geht es speziell um Schuhe, und somit um die Bekleidungsindust.
Wir haben uns im moment auf einen Schuh Spezialisiert.
Habe mir das ganze so vorgestellt das ich da anrufe vllt nen
Termin vereinbare und dann mit meinem Produkt sample erscheine, und
dann verhandle über menge preis usw.
Jedoch wollte ich erst produzieren lassen wenn der Vertrag unter-
schrieben ist.
Was halten Sie davon ?
Gruß
Hallo,
Was halten Sie davon ?
Von Deiner Seite aus sehr vernünftig. Aber der große Abnehmer wird
sich hüten ein Produkt zu listen, das sich am Markt noch nicht
bewiesen hat. Von einem Händler, der am Markt keine Reputation hat.
Von einem Hersteller, der noch nicht einmal in Serie gegangen ist mit
dem Produkt.
Klar, möglich ist das schon, wen das Produkt, das Konzept und der
Preis stimmt. Aber bis normalerweise hat man sich viele Schuhsohlen
abgelaufen, bis so was ins Laufen kommt. Nicht, dass es nicht den
Versuch wert wäre, aber dazu nicht aus der Hüfte schießen, sondern
wirklich alles schon bereit haben. Und ein wenig Geld in die Hand
nehmen für einen wirklich professionellen Auftritt. Die Einkäufer
werden von der Zertifizierung bis zum Umweltschutz alles Mögliche
wissen wollen. Und wenn Du da bei einem Punkt ins Stottern kommst
oder sagen musst, das machen wir dann, wenn es soweit ist, dann
"werden wir uns wieder melden. Danke, auf Wiedersehen.
vE
Richard
Zusammenhang Leder und Produktion
Hi,
im Großen und Ganzen mus ich dir zustimmen.
Ob das Produkt schon am Markt ist, spielt nicht immer die große Rolle.
Da kommt es darauf an, welche Meinung der Einkäufer hat.
Jetzt, da ich weiß um welche Produktgruppe es geht:
z.B. Deichmann wird keine Schuhe nehmen, die schon „eingeführt“ sind.
Deichmann-Schuhe bekommt/bekam man nicht woanders.
Aber:
bei VK 19,90 € musst du damit rechnen, dass deren EK sich max. um die 12 € einpendelt.
Dein Einstandspreis sollte also seeeehr niedrig sein.
Für 10 € kannst du leider in der Produktion nicht viel erwarten. Du würdest also Schuhe aus Italien und der Türkei importieren müssen.
Das auptpronlem wird sein, dass die Werke auch eine Vorlaufzeit haben.
Wenn du einen Vertrag abschließt, wird erwartet, dass du auch termingerecht lieferst. Andernfalls hagelt es Konventionalstrafen, die dich auf Jahre hinaus ruinieren.
Durch den geringen Gewinn musst du schon einen Vertrag in Containergröße abschließen -
Die Folgelierferungen sollten auch schon für das ganze Jahr geregelt werden.
Ich schätze mal, dass da ca. ca. 3-5000 Paar in einen 2ß" Container passen.
Du wirst also Pi-mal-Daumen pro Container 6-10.000 € (brutto)verdienen.
Er kostet dich aber 30 - 50.000 €
Soll heißen, du musst erst 5 Container verkauft haben, bis du in die Gewinnzone kommst.
In der Möbelbranche gibt es über 300 Einkaufsgenossenschaften, die aber oft nur Makulatur sind.
Mir ist eine Adresse bekannt, unter der 7 Einkaufsgenossenschaften angemeldet sind. Wird alles durch die gleiche Firma (Möbelhersteller) gemanaged.
Die kleinen (deutschen) Händler fragen immer noch: „Seid ihr auch bei xxx gelistet?“
Die großen interessiert das nicht. Die haben ihre eigene Genossenschaft und geben von ihren Einkäufen an die kleinen weiter.
Anders sieht es im Ausland aus.
Ich habe z.B. auf einer EK-Messe KEINEN deutschen Händler als Kunden gewonnen…
aber für die gleichen Produkte 4 Großhändler aus NL, CH und F.
Alles Jahreskontrakte mit monatlichen Containergrößen im Händler-EK-Wert von ca. 500.000 €.
Die Händler haben übrigens mit Faktor 4 kalkuliert.
Wir waren in de Möbelbranche auch völlig unbekannt. Es gab nur Unikate. Serienproduktion wurde erst nach Vertragsschluss in Kanada angeleiert.
Gleiche Voraussetzungen also.
Uns hat es in der Anfangsphase genutzt, dass „dicke getan“ wurde.
Diese übermäßig hohen Investitionen haben uns bei Herstellern einen (nicht vorhandenen) Liquiditätsbonus eingebracht und den Händlern suggeriert, dass es eine weltfirma sei.
Natürlich haben wir auch Leute hingeschickt, die sprachlich sehr gewandt waren und ein „Großkotziges“ Auftreten hatten.
Sie wurden mit Maßanzügen und dicken Mietwagen ausgestattet.
Telefonische Termine wurden jeweils von ihrer „Sekretärin“ gemacht.
Über die Bewirtungskosten könnte ich mir heute noch die Haare raufen:
umgerechnet bis zu 3500 € pro Tag.
Der Firmengründer war ein Optimist und das war auch gut so.(in seinem Fall)
Mit dem „Dicketun“ hat er genau das Richtige gemacht.
Der (dort sehr bekannte) kanadische Hersteller lieferte ohne sofortige Bezahlung. Es wurden Langzeit-Lieferverträge auf Abruf gemacht.
Der Hersteller entwickelte mit uns zusammen eigene Modelle.
Dieser Hersteller war die Referenz mit der man bei den Händlern ankommen konnte.
Die Qualität der Muster-Produkte war extrahoch und nobel.
Die Händler wollten dann natürlich Geld sparen und das Produkt wurde soweit in Absprache mit dem Händler geändert, bis sein Wunschpreis qualitativ möglich wurde.
Wir wollen nicht davon sprechen, dass die Massenfertigung der „Wunschpreisprodukte“ keine Ähnlichkeit (außer der Optik) mit dem Nobelmuster hatte.
Da es immer um Ledermöbel ging, könnten dir einige Leder-Bezugsquellen hilfreich sein.
Informier dich mal unter http://www.worring-leder.de
Falls du bisher noch keine Ahnung von den vielen Qualitässtufen von Leder hattest: Jetzt bekommst du sie.
Danach wirst du auch für Gespräche mit Herstellern gerüstet sein.
Vom hochwertigen weichem Dickleder bis zum Billigramsch Splitleder.
Der Endverbraucher hat nicht DIE Ahnung. Er sieht nur das Lederzeichen und glaubt an „das Beste“.
Übrigens: Echtleder-Oberfläche (beide Branchen) bedeutet nicht, dass das gesamte Produkt außen aus Leder sein muss.
Es können auch nur bestimmte Bereiche aus Leder sein… und trotzdem bekommt das Produkt ein „gültiges“ Lederzeichen.
„Made in Germany“ ? Wenn mindestens 50% des Produktwertes in Deutschland „entstanden“ sind, darf es dieses „Qualitätsmerkmal“ führen.
Normen und Standards:
O.g. Lederlieferant stellt auch das Qualitätszertifikat für den Ursprung und die Produktion des Leders aus.
Durch die hohen Lederpreise, die in Deutschland entstehen, hast du also fast schon automatisch ein „Made in Germany“ *g*
ACHTUNG: Meine Informationen könnten veraltet sein zum Thema „Made in Germany“ und ISO…
Bitte noch einmal genauer informieren.
Übrigens:
Im Einkauf liegt der Segen
Dieses alte Händlersprichwort hat auch für dich Gültigkeit.
Wenn du einen günstigen Lederlieferanten und einen Hersteller gefunden hast…
Lasse das Leder an die Fabrik liefern. Das siuchert dir zu, dass du vom Werk nicht übers Ohr gehauen werden kannst.
Gerade Werke, die nur für andere produzieren, versuchen Material-Kosten zu sparen um mehr Gewinn einzufahren.
Die Lederqualität bleibt also unter Kontrolle. Das Werk kann das Dickleder nicht ohne dein Wissen durch Split austauschen.
Du dagegen kannst aber je nach Wunsch das Werk oder den Lederlieferanten wechseln.
Du nimmst immer den preiswertesten oder besten von beiden.
Ein Haufen Schreiberei aus meiner Vergangenheit.
Ich hoffe, es war was dabei, dass du nutzen kannst.
Kontakte kann ich leider nicht (mehr) vermitteln. Bin schon 3,5 Jahre aus dem Lederbereich raus. Und das ist sehr lange Zeit für diese Branche.
Gruß
BJ