Servus,
Lohnt es sich einen Unternehmensberater in Deutschland
aufzusuchen, oder wäre es ratsamer einen in Rumänien zu
suchen?
ohne einen Berater vor Ort ist überhaupt nichts auszurichten.
Selbst Rumänischstämmige, die die Verhältnisse vor Ort in einigen Zügen ganz gut kennen, aber eben eine Weile weg waren, wundern sich, wenn sich eine rechnerisch schöne Investiton als Fass ohne Boden entpuppt.
Rumänien ist anders. Mit oder ohne EU.
Was das Honorar betrifft: Das rangiert auch nach EU-Beitritt unter „ferner liefen“. Wenn ein Gymnasiallehrer etwa 6 k€ im Jahr kostet, und ein erfahrener, vollkommen autonom arbeitender E-Ingenieur vielleicht 12 k€, kann ein gewiefter Gründungshelfer auch bloß ein Bruchteil von einem einzigen Produkt im Sortiment, das nicht läuft, kosten.
Viel heftiger ins Gewicht fallen die Handsalben. Trotz bedeutender Fortschritte in dieser Hinsicht sind sie lebenswichtig.
Rumänien hat bloß eine ganz kurze bürgerliche Epoche erlebt, davon die meiste Zeit nicht als eigenes Gemeinwesen, sondern als k.u.k. Appendix. Die Grundsätze „Gäste werden umsorgt und gefüttert, bis sie nicht mehr papp sagen können, aber fremde Geschäftsleute sind in erster Linie zum Ausplündern da“ und „Diebstahl am eigenen Betrieb ist kein Diebstahl“ sind ziemlich verbreitet, sogar in den gut evangelischen Gemeinden Siebenbürgens.
Da auch der eigene Berater nicht zwingend und in jeder Hinsicht loyal ist, ist es nützlich, wenn Du Dich mit der Sprache (ersatzweise Italienisch - wird ohne weiteres verstanden - oder Französisch - wird von fast allen Akademikern mehr oder weniger fließend gesprochen und verstanden) beschäftigst.
Recht interessant ist die trotz des modernen ökonomischen Liberalismus wenig ausgeprägte Käuflichkeit derjenigen, die irgendeinen Grund haben, auf etwas stolz zu sein, was sie können oder sind:
Selbst wenn eine Ärztin im Dezember bis Februar ihr gesamtes Gehalt ausschließlich für die Gasrechnung braucht (was sie vorher nicht gespart hat, kann sie im Winter nicht essen), wird sie sich kaum für die Betreuung einer pflegebedürftigen Person engagieren lassen, auch wenn man ihr das Doppelte bis Dreifache ihres Gehalts anbietet: Sie ist keine Dienstmagd, sondern Arzt.
Vorsicht also beim „Einkaufen“ von „Manpower“: Das muss schon passen, da kann man mit Deutschmark Euronen um sich hauen, wie man will.
Schöne Grüße
MM