mit Fachbegriffen tu ich mich schwer, aber wenn Du den Ausdruck verlängerst, würde es heißen „mein lieber Uwe“, das „mein“ ist quasi nur weggelassen, „lieber“ übrig geblieben. Aus dieser Sicht ist der Casus im Possesivpronomen schon verarbeitet.
Ich hoffe, das war jetzt so richtig. Ich wäre dankbar, wenn das jemand bestätigen könnte.
Leider nein. Die korrekte Begründung hast Du ja schon von Kreszenz erhalten. Warum Deine Begründung nicht funktioniert?
Nun, eigentlich ist „(mein) lieber Uwe“ im genannten Satz eine Apposition (erläutert „Dich“ näher und ist nachgestellt). Als solche müsste sie im selben Fall stehen wie das Bezugswort, z.B. bei
Ich habe meinen Schatz, meinen lieben Uwe, schon lange nicht mehr gesehen.
Das funktioniert natürlich auch mit Personalpronomen:
Ich habe ihn, meinen lieben Uwe, schon lange nicht mehr gesehen.
Nur in der Anrede wird eben eine Ausnahme gemacht:
Ich habe dich, mein lieber Uwe, schon lange nicht mehr gesehen.
Warum, wissen wir jetzt durch Kreszenz. (Ich wusste’s übrigens vorher auch nicht.)
Und übrigens ist, wie Du siehst, der Kasus auch nicht durch „mein“ bestimmt, denn auch dieses Wort verändert sich im Akkusativ. Also auch diese Begründung greift leider nicht.
„Hierzu laden wir Dich, liebe Karin und Dich, lieben Uwe am
Samstag, den …“
Das geht wie gesagt so nicht im Deutschen. Was aber möglich wäre, ist:
…laden wir Dich, den lieben Uwe, am Samstag…
Das wäre dann so 'ne Apposition von der Immo schrieb. Aber da du den Uwe (ich bin gewillt, „den Uwen“ zu sagen) ja direkt ansprichst, ist das komisch, in der 3. Person von ihm zu sprechen. Also fällt das weg.
„Hierzu laden wir Dich, liebe Karin und Dich, lieber Uwe am
Samstag, den …“
Ja, Anredenominativ, wie schon gesagt wurde. Andere Sprachen haben an der Stelle 'nen extra Fall: den Vokativ. Der liebe Uwe und die liebe Karin haben hier grammatikalisch gesehen keinen Bezug zum Rest des Satzes. Theoretisch könnte da auch stehen: „Das Wetter, lieber Uwe, ist echt kühl“.